beiss wenn du kannst
Ich hatte gewonnen. All in und ein Flash. Aber ich kann nicht gut Pokern, ich lache immer wenn ich ein gutes Blatt habe. Wie ein kleiner Schuljunge lache ich dann und alle werfen die Karten hin. Also gewinne ich nur mit schlechten Karten. Eine Sechs und eine Drei. Flash. Der 8 Euro Pott gehörte mir. Ich weiß nicht mehr warum es dann geschah. Aber Lena biss Eugen bis aufs Blut. Wir sahen sie alle an, wie man sich anschauen würde wenn man sich selbst in der Straßenbahn begegnet. Eugen spülte das Blut unter dem Küchenhahn und man konnte sehen, dass er weinen wollte und nur vergessen hatte wie es geht. Ich nahm Lena und ging mit ihr. Ich wusste nichts Besseres zu tun. Ich kaufte uns von den 8 Euro Bier und Zigaretten an der Tanke und fragte was es denn sollte. Aber sie hatte ihre Worte verschluckt. Sie prügelten sich irgendwo in ihrem Magen. Sie schlug mich als ich ihr sagte, dass es so nicht gehen kann. Sie schlug mich als ich ihr sagte, dass sie alles ganz klein gemacht hatte. ICh fühlte mich danach, meinte sie dann und ich konnte ihr nicht erklären, dass man nicht immer machen kann was man will, weil andere auch wichtig sind. DU hast ihn gebissen musste ich immer wiederholen. Und es gibt schlimmeres, musste sie immer wiederholen. Sie wollte noch tanzen gehen. Sie wollte noch, dass ich mitkomme. Ich sagte ihr: Mir ist die Lust vergangen. Sie hatte angefangen zu weinen, ich hatte das nicht bemerkt. Ich muss tanzen gehen, ich muss nichts mehr fühlen. Fühlen ist wichtig wollte ich ihr sagen aber sie kam mir leer vor, wie eine Höhle aus Stein von deren Wänden die Worte abprallen und zurückkommen. Sie lief andauernd los und blieb wieder stehen, ich redete einfach immer weiter und sie widersprach mir jedes immer weiter. Ich wusste nicht mehr. Mir war nichts klar und irgendwo da, zwischen unseren Leben sang etwas und keiner von uns hörte mehr zu. Alle Menschen sind egal. Sagte sie noch. Das ist nun einmal nicht wahr. Sagte ich noch und sah ihr nicht dabei zu wie sie die Straße überquerte ohne nach Links zu schauen. Ich warf mein Bier auf die Straße und rannte heim. Sie rief noch zweimal an. Was sie da sagte habe ich vergessen.- Strandgedanken 20.08.2008
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nachdenklich machend.
toll geschrieben.
Sie rief noch zweimal an.
diese Aneinanderreihung gefällt mir besonders gut. Ist wirklich mal wieder ein toller text geworden!
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10.09.2007 - 07:31 Uhr
DrJane