Natürlich zahl ich - eine neue nervige GEZ-Kampagne
Die Gebühreneinzugszentrale hat sich was Neues ausgedacht, um die Bevölkerung von Rundfunkgebühren zu überzeugen. Die Kampagne geht am eigentlich Problem weit vorbei
Es ist schon eine ganze Weile her, dass man sich gesehen hat. Man jagte in alten Autos durch die Stadt, sie saß auf der Rückbank und trug einen Cowboyhut. Ja, es war eine wilde, gute Zeit damals. Alle Jungs waren ein bisschen in sie verliebt. Dann erzählte irgendwer, sie mache jetzt Musik. Man selber quälte sich mit Seminararbeiten und sie war unterwegs mit umgehängter Gitarre. Das passte. Was nicht so recht passt: Dass man sich jetzt wieder trifft. An einem verregneten Montagmorgen auf dem Weg zum Zahnarzt steht sie plötzlich da und sagt: „Die Fahrscheine bitte.“ Und es ist kein Witz: Julia Hummer, das Mädchen aus wilden Zeiten, macht jetzt Werbung für die Gebühren-Einzugszentrale (GEZ).
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ob das modell "gebühren zahlt jeder, der (mind.) ein gerät besitzt" sozial gerecht und zeitgemäß ist, muß an anderer stelle diskutiert werden. hier geht es um die ziemlich monströsen (im vgl. zu ihrem staatl. auftrag) aufwendungen der gez für werbekampagnen.
teils lustig hin oder her - die gez gefällt sich leider mittlerweile immer mehr in tätigkeitsfeldern, in denen sie nichts verloren hat.
Grossteil der Nichtzahler kriminalisiert. Wenn dann auch noch
öfter der Gerichtsvollzieher vor der Türe steht, stellt das schon
eine Bedrohung dar.
http://www.dafuer-zahl-ich-nicht.de/
... und seine Folgen:
(Pressemitteilung:)
Der Norddeutsche Rundfunk hat am Dienstag mit sofortiger Wirkung
seinen freien Mitarbeiter Holger Kreymeier entlassen. Kreymeier ist
Moderator und Produzent des satirisch-kritischen Online-Magazins
„Fernsehkritik-TV“ (www.fernsehkritik.tv) und damit auch
verantwortlich für die derzeit laufende Kampagne „Dafür zahl’ ich
nicht!“ (www.dafuer-zahl-ich-nicht.de), welche die zunehmende
inhaltliche Verflachung bei ARD und ZDF hinterfragt.
Kreymeier zu seiner Entlassung: „Der Norddeutsche Rundfunk erweist
sich als vollkommen kritikresistent. Ich habe in meiner Kampagne weder
zu einem Gebühren-Boykott aufgerufen noch das öffentlich-rechtliche
System in Frage gestellt, sondern mich auf inhaltliche Punkte
konzentriert. Die Kampagne ist eine FÜR öffentlich-rechtliches
Fernsehen - und zwar so, wie es durch den Rundfunkstaatsvertrag
formuliert ist. Ich komme mir ein bisschen wie die Elke Heidenreich
des Norddeutschen Rundfunks vor. Es tut mir in der Seele weh zu sehen,
in welche Richtung sich ARD und ZDF entwickeln. Aber die Entscheidung
des NDR vom Dienstag zeigt mir, dass das öffentlich-rechtliche System
am Ende ist.“
Kreymeier hat für die Multimedia-Abteilung des Senders gearbeitet.
Außerdem hat er Untertitel für gehörlose Zuschauer getextet.
Kreymeier: „Ich habe darin nie einen Widerspruch zu meinen Tätigkeiten
im Internet gesehen, denn meine Arbeit beim NDR hat sich zu keinem
Zeitpunkt mit den Inhalten des Fernsehprogramms überschnitten.“
Kreymeier weiter: „Ich werde mich jetzt ganz auf meine eigene kleine
Firma Alsterfilm konzentrieren. Wer im Raum Hamburg die Dienste einer
Filmproduktion oder eines Journalisten braucht, soll sich gern melden.
Ob ich weiterhin GEZ-Gebühren zahle, werde ich demnächst entscheiden.“
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23.10.2007 - 12:27 Uhr
muc_jetzt
Aber damit habe ich ein Problem:
"Es hängt offenbar von deren Laune (oder Vernunft?) ab, ob sie ihr Programm konsequent und wirklich hervorragend fürs Web aufbereiten ..."
Warum müssen die öffentlich rechtlichen unser Geld für web-aufbereitete Inhalte zum Fenster hinaus werfen? Das hat meiner Ansicht nach nichts mehr mit einer Grundversorgung zu tun! Wer glaubt, so etwas haben zu müssen, sollte dafür auch extra bezahlen. Genau deswegen steigen die Gebühren auch von Jahr zu Jahr. Mittlerweile könnte ich für das gleich Geld auch ein schönes Premiere Abo kriegen. Also Grundversorgung ja, aber die sollte sich bitte auch wirklich auf TV und Hörfunk beschränken.