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Sex

| 20.08.2007 01:19  

Monovokale Ruhe

Text: melan
Ich probierte also einige Küchentische aus, indem ich mich an sie heransetzte, und einen fragenden Blick auf meine Begleitung warf, ich gehe nur noch in Begleitung in den IKEA, ich werde im IKEA immer schon in der Küchenabteilung depressiv, ich probierte also einige Küchentische, weil ich gehört hatte, Tische seien wichtig. Dieser Tisch stehe mir nicht, dieser Tisch sei zu hoch, an diesem Tisch sähe ich wie gesotten aus. Ich probierte kleine Tische. An diesem Tisch, sagte meine Begleitung, sähe ich trostlos aus. Ich probierte große Tische, Tische in Eiche Antik und Funier, es sei, sagte meine Begleitung, nicht so sehr der Tisch, als viel mehr meine Person. Er müsse gestehen, an allen Tischen sehe ich trostlos aus. Ich fragte: Wie sitzt man denn an einem Tisch.

Ich frage mich: Wie mach ich Thee, ich frage mich, wie trage ich einen Rucksack, ich frage mich, brauche ich ein Fahrrad, ich denke, man braucht doch ein Fahrrad, ich denke in dieser Stadt braucht man doch ein Fahrrad, ich fuhr einst Fahrrad und ließ mir hinterherrufen, ich sähe aus, wie ein sportlicher Opa, ich frage mich wirklich, wie man Fahrrad fährt, wie kauft man eine Cola und was passiert, wenn der Verkäufer sagt, Cola sei aus. Ich frage mich, wie überleben all die Menschen das tägliche Geschäft. Ich kaufte MUNDUS, ich wurde erst in der Pflanzenabteilung depressiv, MUNDUS ist ein Tisch mit Klappvorrichtung.

Mein Vater schlug vor, wir wollen monovokale Worte mit O sammeln. Er sagte: Kochtopf, ich sagte Wohnklo, meine Schwester sagte Moloch, meine Mutter sagte Mondfahrt, wir schrieen MONOvokal, mein Vater sagte Vorort, ich sagte Hohlform, meine Schwester sagte Trotzkopf, meine Mutter sagte, Tod, wir sagten monovokale Wörte müssten zwei Silben haben, meine Mutter sagte Loblied, wir schrieen monovokal UND zweisilbig. Mein Vater sagte Fronloh, ich sagte Posthorn, meine Schwester sagte Schonkost, meine Mutter sagte: SANDSTEIN.

Wir saßen zu Tisch und sammelten monovokale Wörter auf O, wie man am Tisch sitzt, lernte ich: trostlos.

Meine Mutter sagte, mit uns mache das Spielen keinen Spaß.





Ich hasse das Spiel, ich werde schon in der zweiten Runde depressiv.

Ich hasse Seevögel. Ich porbierte Seevögel, indem ich am Ufer saß. Die Deutschen schauen aufs Wasser, ich sagte tonlos, ich sagte ich wolle Haut spüren, man sagte, Haut spürt man nicht, die Haut spürt selbst

Ich hasse die Haut. Ich probierte Häute aus, meine Mutter sagt Hautcreme, ich sage Sandstein, meine Schwester sagt Hautirritation, mein Vater sagt, es werde alles wieder gut.

Ich sagte, ich wolle meine Ruhe, Ruhe, sagt der Verkäufer, ist aus.

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Sargobert 20.08.2007 | 01:36
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aentru 20.08.2007 | 02:06
Strobohobo

(ich habe erst letztens gemeint, herausgefunden zu haben, dass Blumfeld ihren Namen bei Franz Kafka entnommen haben)


[Verdammt! Schon wieder verdammt faszinierend, le text!]


{Merde, Strobohobo hat minestens zwei Silben zu viel}



Licht ist aus

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dascory 20.08.2007 | 02:11
überhaupt : küchentische!

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virgina 20.08.2007 | 09:30
Deine Mutter ist wunderbar. Ich mag sie.

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der_neue_orhe 20.08.2007 | 10:15
das ist doch MEINE mutter!

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rene 20.08.2007 | 12:17
Das bin doch ich, meine Mutter ist alle anderen.

Nein, diese Begleitungen!

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rene 20.08.2007 | 12:20
Ich sage übrigens SORGBROT, das ist ein Wort, das in der Fremdmann-Trilogie eine ziemlich gewichtige Rolle spielt.

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ASILA 20.08.2007 | 12:40
wirklich schockierend!

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ASILA 20.08.2007 | 12:44
wie einen manche banalitäten aus der ruhe reissen können.

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la_nouvelle_susette 20.08.2007 | 12:46
zwar keine bonmot-bonbons, aber doch vollkost.

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