15.08.2007 - 19:00 Uhr

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Frauenversteher, berufeshalber: Quirin J. Bauer, erster Frauenbeauftragter Deutschlands

Text: eva-bader

Zwar scheint die Branche seit geraumer Zeit zu blühen, doch ihre Auswüchse waren bis jetzt fragwürdig: Frank, the selbsternannte Wedding-Planner, sowie eine Phalanx aus Supernannies, Supergärtnerinnen sowie Superputzen markieren doch eher einen Rückschritt in Sachen Rollenschema. jetzt.de greift das ganze Thema mal wissenschaftlich auf und hat Quirin J. Bauer befragt - die neue Waffe der Uni Augsburg im Kampf für die Geschlechtergleichheit

Quirin J. Bauer Sie sind jetzt seit drei Monaten Frauenbeauftragter. Haben Sie das Gefühl, Frauen nun besser zu verstehen als vorher? Ich glaube, den Job kann man mehrere Jahre machen und man würde die Frauen trotzdem nicht besser verstehen. Der erste männliche Stellvertretende Universitätsfrauenbeauftragte Deutschlands. Wie kam es überhaupt dazu? Ich beschäftige mich seit meinem Studium mit dem Thema Gender Mainstreaming. Ich war bereits studentischer Vertreter im Senatsausschuss für Gleichstellungsfragen und in der Steuerungsgruppe des Gender Mainstreaming Projektes der Universität Augsburg. Wie ich hörte, dass die Stelle zu besetzen ist, sprach ich mit der Universitätsfrauenbeauftragten Frau Prof. Dr. Macha, die mich mit offenen Armen empfangen hat. Stellen Sie sich vor, Sie stehen in der Disco und werden gefragt, was ihr Job ist. Was sagen Sie? Bei wenig Zeit: wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Augsburg. Bei genügend Zeit: Lehrbeauftragter an der Fachhochschule und der Universität Augsburg, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Gender Mainstreaming Projekt der Universität und im Projekt Gender Mainstreaming an Hochschulen, schließlich „Frauenversteher“. Sie sind ja für Universitätsverhältnisse sehr jung, gerade 26. Macht das Probleme? Nein – keine Probleme. Nachdem ich ja seit mehreren Jahren aktiv im Gleichstellungsprozess der Universität Augsburg tätig bin, kennen mich viele KollegInnen. Deswegen war ich nach der Wahl kein „neues“ Gesicht, sondern nur in einer neuen Position. Auch in der Arbeit mit Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sowie Rektoren und Präsidenten gab es bis jetzt keine Probleme. Zusätzlich zur Frauen-Gleichstellung arbeiten Sie seit September 2006 im Projekt Gender Mainstreaming an Hochschulen und seit diesem Juli auch im Forschungsprojekt Gender-Mainstreaming der Universität Augsburg mit. Wo ist der Unterschied? In dem Projekt „Gender Mainstreaming an Hochschulen – Bilanzierung und Optimierung“, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird, versuchen wir bei 15 beteiligten Kooperationshochschulen den Ist-Stand des Gender Mainstreaming zu bilanzieren und erfolgreiche Maßnahmen systematisch herauszuarbeiten, um so eine „ideale Hochschule“ abzubilden. Im Gender Mainstreaming Projekt der Universität Augsburg wird eine Doppelstrategie verfolgt: Einerseits werden klassische frauen- und gleichstellungspolitische Maßnahmen umgesetzt, andererseits wird ein Wandel der Organisation mit dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit in Gang gebracht. Diese beiden Projekte haben mit meiner Position im Grunde genommen nichts zu tun, allerdings ergeben sich durch die Vernetzung der verschiedenen Bereiche nur Vorteile. Ihren Berufsalltag stellt man sich als Laie ja sehr dramatisch vor – Heulende Blondinen, sexuelles Mobbing im Seminar... Wie sieht es denn tatsächlich aus? Tatsächlich ist es sehr viel nüchterner. Meine Arbeit findet hauptsächlich in Kommissionen statt. Dort muss zum Beispiel bei Beschlüssen darauf geachtet werden, den Gleichstellungsaspekt zu berücksichtigen und gegebenenfalls zu intervenieren. Das gleiche gilt bei Diskussionen zu bestimmten Themenbereichen. Zur Arbeit gehört ebenfalls der regelmäßige inneruniversitäre Austausch, wie zum Beispiel in der Frauenbeiratssitzung. Hat sich durch den neuen Job im Verhältnis zu ihrer Freundin etwas geändert? Die Aufgabenteilung zu Hause ist gleich geblieben. Aha. Wo ist denn am Geschlechterverhältnis noch die meiste Arbeit zu leisten? Ich würde diese Frage erst einmal relativieren und nicht von der „meisten“ Arbeit ausgehen. Ganz einfach: Arbeit ist dort zu leisten, wo die Gleichstellung bis dato noch nicht erreicht wurde – und da gibt es genügend Bereiche: vom Studium bis zur Professur. In einigen geisteswissenschaftlichen Studiengängen liegt der Frauenanteil bei über 90 Prozent: Braucht es da nicht vielmehr einen Männerbeauftragten? Das stimmt. Tatsächlich ist es so, dass gerade darüber diskutiert wird, nur noch die neutrale Bezeichnung „Gleichstellungsbeauftragte/r“ zu verwenden. Ich denke, das wird auch in ein, zwei Jahren landesweit so gelten. Allerdings ist der Herrenanteil, wenn man so will, bei unserer Arbeit immer noch sehr gering – weit unter zehn Prozent. Können Sie uns zu guter Letzt eine lustige Episode aus dem Leben eines Frauenbeauftragten erzählen? Bei der letzten Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Bayerischen Hochschulen begrüßte uns Herr Staatsminister Dr. Goppel mit den Worten: „Sehr geehrte Damen, geschätzte Minderheit“. Er war sichtlich überrascht, zum ersten Mal einen männlichen Frauenbeauftragten zu begrüßen. Generell muss ich anfangs immer mit einem Schmunzeln der männlichen Kollegen rechnen, wenn ich von meiner Arbeit erzähle. Allerdings – mit der Zeit gewöhnen sich immer mehr daran und es wird auch zunehmend zur Normalität. Foto: oh<


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Bernsteinhexe
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Mag ich Mag ich nicht

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15.08.2007 - 22:42 Uhr
Bernsteinhexe

Klaert mich mal bitte auf. Was ist denn um Himmels willen an Frauen schwer zu verstehen? Wir werden geboren, wachsen auf, streben nach moeglichst viel Geld und moeglichst attraktiven Geschlechtspartnern und werden irgendwann alt und sterben. Was bitte ist daran raetselhaft?

BigL
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Mag ich Mag ich nicht

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15.08.2007 - 23:17 Uhr
BigL

Warum geht ihr zum Beispiel gerne shoppen? Das ist doch eine der schrecklichsten Notwendigkeiten, die es gibt und die meisten Frauen haben dabei auch noch Spaß?! Ist nur ein Beispiel. Aber es gibt viele Dinge, die man(n) bei Frauen nicht versteht...

suey
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Mag ich Mag ich nicht

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15.08.2007 - 23:19 Uhr
suey

dazwischen bekommen wir, wenns gut läuft, noch 1-3 kinder.

arunda
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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2007 - 08:27 Uhr
arunda

ich finde frauen auch schwer zu verstehen, meistens. allerdings gehts mir mit männern nicht besser - bis vielleicht auf ein-zwei unkomplizierte exemplare --- aber von denen will ich meistens eh nix! - also kurzum: die menschen sind kompliziert und wir müssen eben versuchen, sie zu verstehen, wenn wir mit ihnen leben wollen!

kharmapolizei
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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2007 - 09:28 Uhr
kharmapolizei

WAS? ein artikel, in dem mehrfach das wort 'gender mainstreaming' vorkommt, und weder kulturgut noch digital-data noch irgendjemand anders aus der gang hat sich bis jetzt in den üblichen totalitarismusphantasien ergangen, die das normalerweise auslöst? was ist nur heute mit der welt los?

Bernsteinhexe
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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2007 - 09:36 Uhr
Bernsteinhexe

BigL: Wir gehen nicht in dem Sinne gern shoppen, aber da wir dazu erzogen worden sind, uns an hübschen Dingen zu freuen, freuen wir uns wenn wir was hübsches, neues zum Anziehen gefunden haben. Je nach Charakter freut frau sich zusätzlich, wenn das neue Kleidungsstück praktisch ist oder billig war.
Vergleiche es mit dem Gefühl, einen neuen Monitor, Mp3-Player, DVD-Recorder auszuprobieren, (der auf Anhieb funktioniert.)
Schlangen vor den H&M-Umkleidekabinen sind auch für die meisten Frauen purer Stress. Für die es das nicht ist, für die ist auch das Shoppen mehr Selbstdarstellung als Kleiderbeschaffung.

kulturgut
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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2007 - 12:28 Uhr
kulturgut

ich gehe gerner shoppen als jede frau und rede mehr.

trotzdem glaube ich, dass es neben den soziokulturellen prägungen der geschlechterrolle solche gibt, die eindeutig evolutionsbiologisch zu erklären sind, auch wenn man das leugnet.

nur stimme ich zugleich der these zu, dass es kaum irgendeine evolutionsbiologische prägung gibt, die der geschlechtslose menschliche geist nicht überwinden könnte. aber manchmal ist es eben gar nicht sinnvoll, sie zu überwinden.

Renaissance_Man
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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2007 - 17:28 Uhr
Renaissance_Man

". Nachdem ich ja seit mehreren Jahren aktiv im Gleichstellungsprozess der Universität Augsburg tätig bin, kennen mich viele KollegInnen."

brrr...beim letzten Wort läufts mir kalt den Rücken runter. Ich bin alles andere als ein Chauvinist, aber wer auch immer die Idee hatte, die deutsche Sprache so zu vergewaltigen gehört in seinem eigenen Gutmenschschmalz ersäuft. ;)

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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2007 - 17:28 Uhr
Renaissance_Man

". Nachdem ich ja seit mehreren Jahren aktiv im Gleichstellungsprozess der Universität Augsburg tätig bin, kennen mich viele KollegInnen."

brrr...beim letzten Wort läufts mir kalt den Rücken runter. Ich bin alles andere als ein Chauvinist, aber wer auch immer die Idee hatte, die deutsche Sprache so zu vergewaltigen gehört in seinem eigenen Gutmenschschmalz ersäuft. ;)

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Mag ich Mag ich nicht

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16.08.2007 - 17:30 Uhr
Renaissance_Man

". Nachdem ich ja seit mehreren Jahren aktiv im Gleichstellungsprozess der Universität Augsburg tätig bin, kennen mich viele KollegInnen."

brrr...beim letzten Satz läufts mir kalt den Rücken runter. Wer auch immer die Idee hatte, die deutsche Sprache so zu vergewaltigen, gehört in seinem eigenen Gutmenschschmalz ersäuft. (und nein, ich bin sicherlich kein Chauvinist) ;)

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