documenta 12: Besucherrekorde zur Halbzeit
330.000 Besucher waren schon in Kassel bei der documenta und haben sich etwa das Mohnfeld der kroatischen Künstlerin Sanja Ivekovic angeschaut oder die 1001 Chinesen von Ai Weiwei, die allerdings schon im Juli wieder abgereist sind. Auch Ai Weiweis Turm "Template" aus Türen und Fenstern alter chinesischer Häuser ist während eines Sturms eingestürzt. Die Pannen haben die Menschen jedoch nicht abgehalten: Die documenta 12 kann zur Halbzeit schon 16.000 Besucher mehr verzeichnen als die Besucherrekord-documenta 11 im Jahr 2002, die insgesamt 650.000 Menschen sahen. Auch jetzt.de-Userin rune war schon bei Herrn Buergel
- Als ich meinem Frollegen mein Phablet geliehen habe 25.05.2012
- Surfst du schon in gefährlichen Gewässern? 24.05.2012
- Wie weit dürfen Aktivisten gehen? 23.05.2012
- Wie geht Verlieren? Der Loser-Ticker 22.05.2012
- Welche Panikmeldungen haben bei dir Wirkung hinterlassen? 21.05.2012
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
Alle Kommentare anzeigen
13.08.2007 - 13:19 Uhr
eisengrau
Dabei sollte der Grundton bei einer Kunstschau, die sich so volksnah gibt, eher der sein: Pass auf, ist alles nicht so schlimm. Ist nur abstrakt.
am besten fand ich noch die hassaktion der kasseler einzelhändler gegen die damalige leiterin der documenta: überall sah man ihr konterfei an den eingängen der geschäfte und drunter: ich muss leider draußen bleiben.
soe meinte im vorfeld der ausstellung, dass kassel en ganz trauriges nest sein. womit sie recht hat. abba manchmal isses besser die wahrheit zu denken, als zu sagen.
Ja, ich war schon da, und ich bin überaus froh, erst nachher die Kunstzeitschriften und Sonderausgaben gelesen zu haben, anderenfalls wäre ich wohl sehr enttäuscht gewesen.
Über Kunst, zeitgenössische zumal, läßt sich ja trefflich streiten, jedoch sollten die Ausstellungsmacher zumindest das kleine Einmaleins des Ausstellungshandwerks beherrschen.
Service und Beschilderung, Atmosphäre und Licht: überall im roten Bereich diese Ausstellung.
Was für mich noch schwerer wog: statt die leitmotivischen Fragen zu beantworten, die Herr Bürgel und Ehegattin Noack ausgegeben haben ("Ist die Antike die Moderne?", "Was ist das bloße Leben"?, "Was tun?"), finde ich in sehr großem Maße Exponate, die aus den 60er, 70er und 80er Jahren stammen.
Daraufhin habe ich mir die Mühe gemacht, anhand der Kataloge die Geburtsjahrgänge der ausgestellten Künstler zu sichten. Ergebnis: kanpp zehn (!) Prozent der eingeladenen und ausstellenden Künstler sind nach 1970 geboren. Kein Wunder, dass zu den wesentlichen Fragen der Moderne wie Identität, ehtische Grenzfragen, Kulturkampf zwischen westlichen und islamischen Kulturen usw. kaum etwas zu finden ist.
Immerhin, Frau Noack stellte sich (anders als ihr Mann) ein paar Mal für eine gute Stunde den Fragen der Besucher. (Auch hier allerdings jenseits aller für möglich gehaltenen Rahmenbedingungen: auf der Treppe zum Eingang eines Ausstellungsgebäudes, draußen, 18 Uhr, ohne Mikrofon.)
Ihre Reaktion auf meine Frage, wie sie denn das quantitativ doch recht merkwürdige Verhältnis von jungen zu älteren Künstlern werte angesichts der größten Weltschau zeitgenössischer (!) Kunst, welches Etikett die documenta für sich doch reklamiere, war zunächst: Erstaunen. Dann vorsichtiges, zögerndes Abwehren (natürlich auch Infragestellen meiner Zählung) und schließlich des Pudels Kern: es müßten natürlich Künstler sein, die schon (zumindest in ihren Ländern) über erhebliche Reputation verfügten und die Gewähr (welch ein arroganter Ausdruck in diesem Zusammenhang) böten, auch in Zukunft und in zwanzig Jahren noch zu den "Top-Stars" der Kunstszene zu rechnen.
Außerdem hätten Herr Bürgel und Frau Noack erst einmal all jene Künstler eingeladen, die schon auf früheren documenta-Ausstellungen eingeladen gehört hätten, aber nicht richtig wahrgenommen worden wären, was eben nachzuholen sei. (M.a.W.: erst einmal eine Korrektur der Auswahlkünste vorangegangener Kuratoren vornehmen. Weia.)
So läuft mensch als Ausstellungsbesucher dauernd an Objekten, Installationen u.a.m. vorbei, die mensch schon häufig und weitgestreut aus Ausstellungen und Katalogen wiedererkennen zu können glaubt.
Die "Fenster auf neue Weltperspektiven", wie Frau Noack ihre Sicht der Dinge zu beschreiben versuchte, war aus meiner Provinzperspektive jedenfalls kaum zu sehen.
Wohl aber die Perspektive von fortysomething-Kunstmanagern, die irgendwie hinter Zeitgeist und Moderne hinterherzuhinken scheinen.
13.08.2007 - 14:22 Uhr
belowlee
Schöne große Parks und viel Grün drumherum, da gibt es doch eher unwirtliche Städte.
Alle Kommentare anzeigen








0
13.08.2007 - 13:18 Uhr
eisengrau