13.08.2007 - 12:47 Uhr

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documenta 12: Besucherrekorde zur Halbzeit

Text: caroline-vonlowtzow

330.000 Besucher waren schon in Kassel bei der documenta und haben sich etwa das Mohnfeld der kroatischen Künstlerin Sanja Ivekovic angeschaut oder die 1001 Chinesen von Ai Weiwei, die allerdings schon im Juli wieder abgereist sind. Auch Ai Weiweis Turm "Template" aus Türen und Fenstern alter chinesischer Häuser ist während eines Sturms eingestürzt. Die Pannen haben die Menschen jedoch nicht abgehalten: Die documenta 12 kann zur Halbzeit schon 16.000 Besucher mehr verzeichnen als die Besucherrekord-documenta 11 im Jahr 2002, die insgesamt 650.000 Menschen sahen. Auch jetzt.de-Userin rune war schon bei Herrn Buergel
Das Mohnfeld, Foto: AP Und du? Warst du schon da? Willst du noch hinfahren und dir die Ausstellung anschauen? Immerhin gilt sie als weltweit wichtigste Ausstellung moderner Kunst. Oder interessiert dich das gar nicht und du hast in den Ferien einfach keine Lust, durch Ausstellungsräume zu laufen statt am Strand zu liegen?


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eisengrau
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13.08.2007 - 13:18 Uhr
eisengrau

Ich fahre übernächstes Wochenende hin. Die britische Tagespresse hat geschrieben: Die schlechteste Documenta aller Zeiten. Na, das muss man doch gesehen haben *g*.

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13.08.2007 - 13:19 Uhr
eisengrau

oh, außerdem Erster.

jalla
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13.08.2007 - 13:27 Uhr
jalla

danke auch für den rune-link

eisengrau
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13.08.2007 - 13:29 Uhr
eisengrau

Und Herr Buergel scheint mir ein elender Schwätzer zu sein. Wie immer, wenn Kuratoren die Museumspädagogik nicht aus der Hand geben wollen, kommt dabei nur kunsthistorisches Wischiwaschi raus.

Dabei sollte der Grundton bei einer Kunstschau, die sich so volksnah gibt, eher der sein: Pass auf, ist alles nicht so schlimm. Ist nur abstrakt.

diedrossel
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13.08.2007 - 14:13 Uhr
diedrossel

schreibt die presse das nicht immer? jede dokumenta gilt als die schlechteste aller zeiten und zehn jahre später wird sie über den grünen klee gelobt.

eisengrau
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13.08.2007 - 14:15 Uhr
eisengrau

Ja, was machen wir denn jetzt mit dem Userticker?

siegstyle
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13.08.2007 - 14:16 Uhr
siegstyle

war einmal bis jetzt uffer documenta. 10. war schon super, aber es issen kunst supergau. an einem tag nichts zu schaffen. nach ein paar stunden rauscht einem der kopf.

am besten fand ich noch die hassaktion der kasseler einzelhändler gegen die damalige leiterin der documenta: überall sah man ihr konterfei an den eingängen der geschäfte und drunter: ich muss leider draußen bleiben.

soe meinte im vorfeld der ausstellung, dass kassel en ganz trauriges nest sein. womit sie recht hat. abba manchmal isses besser die wahrheit zu denken, als zu sagen.

caroline-vonlowtzow
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13.08.2007 - 14:19 Uhr
caroline-vonlowtzow

Da der Userticker gerade erst gekommen ist, hatte ich schon einen jetzticker geschrieben. Habe den USerticker aber jetzt bei den Empfehlungen verlinkt...

belowlee
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13.08.2007 - 14:20 Uhr
belowlee

Bürgel und Noack wollen ja gerade nicht museumspädagogisch wirken, nach eigener Aussage.

Ja, ich war schon da, und ich bin überaus froh, erst nachher die Kunstzeitschriften und Sonderausgaben gelesen zu haben, anderenfalls wäre ich wohl sehr enttäuscht gewesen.

Über Kunst, zeitgenössische zumal, läßt sich ja trefflich streiten, jedoch sollten die Ausstellungsmacher zumindest das kleine Einmaleins des Ausstellungshandwerks beherrschen.
Service und Beschilderung, Atmosphäre und Licht: überall im roten Bereich diese Ausstellung.

Was für mich noch schwerer wog: statt die leitmotivischen Fragen zu beantworten, die Herr Bürgel und Ehegattin Noack ausgegeben haben ("Ist die Antike die Moderne?", "Was ist das bloße Leben"?, "Was tun?"), finde ich in sehr großem Maße Exponate, die aus den 60er, 70er und 80er Jahren stammen.
Daraufhin habe ich mir die Mühe gemacht, anhand der Kataloge die Geburtsjahrgänge der ausgestellten Künstler zu sichten. Ergebnis: kanpp zehn (!) Prozent der eingeladenen und ausstellenden Künstler sind nach 1970 geboren. Kein Wunder, dass zu den wesentlichen Fragen der Moderne wie Identität, ehtische Grenzfragen, Kulturkampf zwischen westlichen und islamischen Kulturen usw. kaum etwas zu finden ist.

Immerhin, Frau Noack stellte sich (anders als ihr Mann) ein paar Mal für eine gute Stunde den Fragen der Besucher. (Auch hier allerdings jenseits aller für möglich gehaltenen Rahmenbedingungen: auf der Treppe zum Eingang eines Ausstellungsgebäudes, draußen, 18 Uhr, ohne Mikrofon.)
Ihre Reaktion auf meine Frage, wie sie denn das quantitativ doch recht merkwürdige Verhältnis von jungen zu älteren Künstlern werte angesichts der größten Weltschau zeitgenössischer (!) Kunst, welches Etikett die documenta für sich doch reklamiere, war zunächst: Erstaunen. Dann vorsichtiges, zögerndes Abwehren (natürlich auch Infragestellen meiner Zählung) und schließlich des Pudels Kern: es müßten natürlich Künstler sein, die schon (zumindest in ihren Ländern) über erhebliche Reputation verfügten und die Gewähr (welch ein arroganter Ausdruck in diesem Zusammenhang) böten, auch in Zukunft und in zwanzig Jahren noch zu den "Top-Stars" der Kunstszene zu rechnen.

Außerdem hätten Herr Bürgel und Frau Noack erst einmal all jene Künstler eingeladen, die schon auf früheren documenta-Ausstellungen eingeladen gehört hätten, aber nicht richtig wahrgenommen worden wären, was eben nachzuholen sei. (M.a.W.: erst einmal eine Korrektur der Auswahlkünste vorangegangener Kuratoren vornehmen. Weia.)

So läuft mensch als Ausstellungsbesucher dauernd an Objekten, Installationen u.a.m. vorbei, die mensch schon häufig und weitgestreut aus Ausstellungen und Katalogen wiedererkennen zu können glaubt.
Die "Fenster auf neue Weltperspektiven", wie Frau Noack ihre Sicht der Dinge zu beschreiben versuchte, war aus meiner Provinzperspektive jedenfalls kaum zu sehen.
Wohl aber die Perspektive von fortysomething-Kunstmanagern, die irgendwie hinter Zeitgeist und Moderne hinterherzuhinken scheinen.

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Mag ich Mag ich nicht

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13.08.2007 - 14:22 Uhr
belowlee

@siegstyle: ich war von Kassel eher positiv überrascht, soviel Negatives und Durchschnittliches, wie sonst über Kassel zu lesen ist.
Schöne große Parks und viel Grün drumherum, da gibt es doch eher unwirtliche Städte.

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