03.08.2007 - 18:59 Uhr

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Zur Attac Sommer-Akademie: Wer braucht die eigentlich noch? Ein Fall für Zwei

Text: caroline-vonlowtzow - dirk-vongehlen

In Fulda diskutiert das globalisierungskritische Netzwerkt Attac über seine eigenen Zustand. Auf jetzt.de diskutieren caroline-vonlowtzow (Pro) und dirk-vongehlen (Contra) über das gleiche Thema. Ein globalisierungskritischer Fall für Zwei.

In München tobt gerade ein Kampf ums gute Gewissen. Es geht ums Einkaufen. Die Biomarkt-Kette Basic, die in München ihren Sitz hat und mittlerweile überall in Deutschland Läden betreibt, möchte Anteile an die Schwarz-Gruppe verkaufen. Die wiederum steht hinter der Discount-Kette Lidl und ist in den vergangenen Jahren wiederholt für ihre Unternehmespolitik in die Kritik geraten. „Mit dem Einstieg des Lidl-Eigentümers bei Basic treffen komplett gegensätzliche Unternehmensphilosophien aufeinander“, kommentierte die taz den geplanten Verkauf, der am Freitag Thema der nicht öffentlichen Hauptversammlung der Basic AG war.
Der Protest geht baden: Bild von einer Attac-Demo, Foto: dpa Die Geschichte der Biomarkt-Kette und des Discount-Riesen ist aus zwei Gründen interessant, wenn man sich zum derzeiten Zustand des globalisierungskritischen Netzwerks attac äußern möchte: Zum einen war sie der Grund für eine (seit langem mal wieder) relevanten Äußerung der Globalisierungskritiker. Attac-München richtete einen so genannten Mailomaten ein, über den man Protestschreiben verschicken konnte. Zum zweiten beweist die Geschichte vom Bio-Disounter: Ethischer Konsum (jetzt.de berichtete) ist ein ständig wichtig werdender Weg, seinen Protest auszudrücken. Bisher hat sich noch keine Partei oder Organisation wirklich diesem Thema angenommen. In England und Amerika ist die Bewegung der so genannten Neo-Greens oder Lohas bereits ein relevanter (Wirtschafts-)Faktor. In Deutschland jedoch scheint immer noch die Vorstellung vorzuherrschen, man müsse nur provokante Plakate malen und schon sei man politisch. Dass eine andere Welt auch und vor allem durch anderen Konsum möglich werden kann, ist vielleicht auch bei attac angekommen. Voranzutreiben scheint das Netzwerk diesen Gedanken jedoch nicht. Stattdessen macht Attac merkwürdige Schlagzeilen für Heiner Geissler (hier den FallFuerZwei bei jetzt.de lesen). In den 90er Jahren sammelte Attac interessante Ideen und Ansätze und machte sie für Sympathisanten attraktiv. Heute gelingt zumindest der zweite Teil nicht mehr. Die Wahrnehmung des Netzwerks ist vielmehr die eines langweilgen Arbeitskreises, der wieder und wieder diskutiert, aber nichts tut. Ein anderer Protest ist möglich, attac! Mach doch einfach mal wieder mit!
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