16.09.2007 - 19:00 Uhr

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Kenn die Stadt: Barcelona - Gaudí macht Freude!

Text: philipp-braun

Bester Plattenladen: Castelló (Calle dels Tallers). Von diesem im Jahr 1935 gegründeten Familienbetrieb gibt es fünf Läden im Viertel El Raval und einige mehr in ganz Barcelona. Jeder Laden ist auf ein Genre spezialisiert. Bester Platz für ein Rendezvous: Die urige Xampagnería (Cava-Bar) in der Calle Reina Cristina. Nach einem Tag am Strand gemeinsam ein bis acht Flaschen Cava (spanischer Schaumwein) trinken und dann weiterziehen. Zum Beispiel: Rauf den Berg Montjuic fahren und im dortigen Freiluftkino auf einer Decke liegend die neunte Flasche Cava leeren und einen guten Film sehen. Oder einfach nur über die Lichter der Stadt aufs Meer gucken. Bester Club: La Paloma (Calle del Tigre 27) im Viertel El Raval. In diesem Tanzsalon herrscht ein spezieller Charme: Wuchtige Lüster, roter Plüsch, vergoldeter Stuck. Wenn man Glück hat, spielt ein Orchester nostalgische Tänze und alle tanzen Rumba, Bolero oder Tango. Wenn man Pech hat, tanzt der Bär. Soundtrack zur Stadt: Für alle Spanier: „Tag am Meer (Unplugged)“ von den Fantastischen Vier Für alle Deutschen: „Días del Verano“ von Amaral Buch zur Stadt: „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón Film zur Stadt: Noch etwas Geduld, er kommt bald ins Kino: Der neue Woody Allen wird grade in Barcelona gedreht, mit Scarlett Johansson und Penelope Cruz. Sein neues Werk bezeichnet der Regisseur als einen „Liebesbrief an Barcelona“.
Die Sagrada Familia Bild: dpa Unwahrer Mythos: Die Sagrada Familia ist eine Kathedrale. Sie ist in Wahrheit ein religiös-architektonischer Gemischtwarenladen mit Hang zum märchenhaften Themenpark (unzählige Ornamente und 18 Türme, die in den Himmel ragen). Und das Wahrzeichen Barcelonas. Obskurster Brauch: Der katalanische Stolz Stadtteil, den man kennen muss: Das eher ruhige Viertel Gràcia oberhalb der Stadt, wo man das entspannte Leben auf den kleinen Plätzen genießen kann. Oder das gotische Viertel, die Altstadt (Barri Gòtic). Dort lässt es sich sehr schön in engen, verwinkelten Gassen durch kleine Mode-, Schmuck oder Feinkostläden bummeln. Wo man sonst noch gewesen sein sollte: Erstens: Abends im Parc Güell ein paar Runden laufen gehen. Bis über dem Meer die Sonne untergeht. Zweitens: Abends auf der Dachterrasse der Casa Milà (Passeig de Gràcia) über die Dächer von Barcelona schauen. Drittens: Mittags vor dem Museum für zeitgenössische Kunst (MACBA) dessen Architektur bestaunen, im Restaurant draußen eine Kleinigkeit essen und den zahlreichen Skateboardern bei ihren Tricks zuschauen (Pl. dels Àngels). Wichtigster Satz: „Bon dia!“, „Bona tarda!“, „Bona nit!“ – „Guten Morgen/Guten Tag!“, „Guten Tag!“ (nachmittags), „Gute Nacht!“ – so kommt man höflich und auf katalanisch durch den Tag. Satz, mit dem man sich zum Deppen macht: “Buenas días!“, „Buenas tardes!“, „Buenas noches!“ – nun ja, zum Deppen macht man sich nicht, aber die stolzen Katalanen hören es in der Regel nicht gerne, wenn man nicht ansatzweise seinen guten Willen zeigt und das Schul-Spanisch durch Katalanisch ersetzt. Was man niemals tun sollte: Nachts mit zuviel Bargeld in der Tasche durch das Viertel El Raval laufen. Das sagen die anderen: „Manche Besucher werden in Barcelona augenblicklich krank. (…) Andere werden schnell krank nach Barcelona. Die Ursache ist vermutlich in beiden Fällen dieselbe. Gewiss spielt die Qualität der Luft eine Rolle – der Pesthauch des Verkehrs. Aber zur Luft gehören auch gewisse mediterrane Modergerüche, die vermisst, wer wegfährt.“ (Markus Jakob, Journalist und Städteporträtist) Schlimmste Phrase: “Gaudí macht Freude!“ (auch wenn sich der geniale katalanische Architekt Antoní Gaudí an vielen Ecken und Enden der Metropole mit originellen Sehenswürdigkeiten verewigt hat, die Freunde des avantgardistischen Jugendstils tatsächlich vor Freude lächeln lassen) Unnütze Information: In Barcelona gibt es angeblich mehr Taxis als in jeder anderen europäischen Metropole: rund 11.500. Wann sind alle Einwohner besoffen: Bei den Festes de Gràcia. Bei diesem rund zehntägigen Fest zu Ehren der Schutzheiligen Santa María im Stadtteil Gràcia werden die Straßen aufwändig geschmückt. Dann wird gefeiert, getanzt und getrunken. Wer dieses Spektakel im August überlebt hat, der feiert am 24. September das Patronatsfest der Madonna de la Mercé. Hier ist ganz Barcelona auf den Beinen: Großeltern, Kinder, Hunde, Männer und Frauen. Angeblich haben an diesem Feiertag sogar die Hunde einen im Tee. Dämlicher Superlativ: Der erfinderischste Koch Spaniens (und vermutlich der Welt) kommt aus Barcelona: Ferran Adriá. In seiner Versuchsküche in der Stadt entwirft der Kochkünstler der diesjährigen Documenta12 im Reagenzglas Kompositionen, die sicherlich nicht herkömmlich, aber angeblich mehr als bekömmlich sein sollen.
Barcelona, Blick auf die kleine Skyline vor dem Strand Bild: afp Lebenswerteste Sache, die die Stadt hervorgebracht hat: Eine besondere Art der Lebenslust, die sich nur schwer beschreiben lässt. Am Besten lebt man eine Weile in dieser Stadt und schaut ihren Bewohnern unauffällig über die Schulter. Einwohner: rund 1,64 Millionen (im Ballungsraum Barcelona: rund 3 Millionen) Wie viele Freibäder: Ein relativ großes, überaus günstiges Freibad: das Mittelmeer. Hochrangigstes öffentliches Verkehrsmittel: Die sehr moderne Metro (U-Bahn) und tausende Taxis liefern sich ein Kopf an Kopf rennen. Auch die meist pünktlichen Busse sind ganz vorne mit dabei. Wie viele Bars: Unzählige. In Barcelona wird angeblich kein Erdgeschoss bewohnt. Die Mehrheit der „Erdgeschossbewohner“ sind Barbesitzer und ihre Gäste. Durchschnittsmiete: 1 Zimmer: rund 350 Euro, 2 Zimmer: rund 750 Euro, 3 Zimmer: rund 1000 Euro Durchschnittstemperatur: 17 Grad Sonnenstunden im Jahr: 2400 Wie viele Parks: Das Stadtgebiet umfasst rund 99 Quadratkilometer. Davon sind 16,7 Prozent Wald und 8,5 Prozent städtische Grünanlagen. Zu empfehlen ist der Parc Güell über der Stadt sowie der Parc de la Ciutadella in der Nähe des Arc de Triomf. Fußballclub: F.C. Barcelona (firmiert auch als „ewiger Rivale Madrids“), RCD Espanyol Barcelona


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Natch
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Mag ich Mag ich nicht

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16.09.2007 - 20:24 Uhr
Natch

da ist zweimal das gleiche bild.

Pepe_Jeans
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16.09.2007 - 21:40 Uhr
Pepe_Jeans

na den artikel hättet ihr mal vor ein paar monaten bringen sollen...aber ich fand die stadt auch so genial!
aber sagt mal, die ubahn? wollt ihr mir wirklich erklären dass zb die station Passeig de Gràcia modern ist?? naja, wenn ihr meint....

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Mag ich Mag ich nicht

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16.09.2007 - 21:40 Uhr
Pepe_Jeans

ach ja, das buch ist übrigens auch sehr sehr prima!!

roland-schulz
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16.09.2007 - 21:53 Uhr
roland-schulz

danke natch, ist ausgetauscht.

baedemantel
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17.09.2007 - 00:01 Uhr
baedemantel

barcelona film: "Barcelona für ein jahr"... Multikulti Studenten-WG in Barcelona... ganzt nett der Film :)

linotte_
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17.09.2007 - 10:33 Uhr
linotte_

"Ergeschossbewohner" sind auch Kakerlaken. Naja, ich habe im ersten Stock über dem Gemüsehöker gewohnt...

Oh Nostalgie! Adeeeeu! Und bis Donnerstag.

chocoblob
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17.09.2007 - 13:01 Uhr
chocoblob

yea, tolle stadt und das buch ist auch recht cool!
finde die metro schon ziemlich modern, aber stimmt: passeig de gracia ist hart, wenn man 1 km läuft um da umzusteigen. bei 35°. mit koffer. ^^

toast
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17.09.2007 - 13:04 Uhr
toast

als club auch zu empfehlen, also zumindest noch vor 2-3 jahren...

MOOG!!
in einer seitenstraße der ramblas, nicht weit von der u-bahn station liceu... wenn ich mich recht entsinne...

eisengrau
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17.09.2007 - 15:16 Uhr
eisengrau

Hach ja, eine fantastische Stadt *schwärm*.

Der Club schlechthin ist das Razzmatazz (Bekannt durch die Autowerbung mit diesen Stofftier-Musikern) im Stadtteil Eixample.

Es stimmt übrigens nicht, dass Spanisch dort so schlecht ankommt. Die meisten Katalanen wissen es durchaus zu würdigen, wenn man sich wenigstens ein bisschen bemüht und nicht mit Deutsch oder Englisch daherkommt. Übrigens sind auch Französischkenntnisse hilfreich, das Katalanisch so eine Art Mischmasch aus Spanisch, Französisch und Italienisch darstellt (Bsp.: Käse = span. queso, katal. formatge, ital. formaggia).

Soundtrack zur Stadt müsste doch eigentlich von Freddie Mercury oder I'm From Barcelona sein.
Und Film zur Stadt ist "Das Parfum", da man hier die Außenaufnahmen gemacht hat, um den Historisches-Paris-Look authentisch hinzubekommen *g*.

MarcoB
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17.09.2007 - 15:47 Uhr
MarcoB

Das Bild: Barcelona, Blick auf die kleine Skyline vor dem Strand

ist verdammt schlecht :) Der Torre und die Sagrada sind so weit voneinander entfernt wie .. ach, da faellt mir gar nix mehr ein. Diese Faelschung gibt es hier auch als Postkarte.

Das Razz liegt uebrigens in Poblenou und ist tatsaechlich die beste Konzertlocation.

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