25.07.2007 - 19:00 Uhr

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Warenkorb Spezial: Justice, Siva und die Yeah Yeah Yeahs

Text: caroline-vonlowtzow

Im jetzt.de-Warenkorb liegen Produkte, über die gesprochen werden muss. Heute mehrere, die man hören sollte: Justice, To My Boy, Oliver Libaux, Siva und den Yeah Yeah Yeahs

Produkt: Debüt-Album Titel: Justice - "†" (Ed Banger)
Warum: Ein Posaunen- und Pauken-Tusch eröffnet die Platte, dann folgen piews, claps, Sirenen, Dröhnen, Fiepen, Brummen, Disco-Synthesizer und dazwischen immer mal wieder dieses Geräusch, als würde die CD hängen. Es fällt nicht ganz leicht, die Musik des Pariser Elektronikrock-Tanz-Duos Justice zu verschriftlichen. Schon beim Namen des Debüt-Albums fängt’s an: Ein großes Kreuz ziert das Plattencover und strahlt auch bei ihren Live-Auftritten auf der Bühne. Aber was sagt man jetzt zu seinen Freunden: „Hast du schon das 'Cross Symbol'-Album von Justice gehört?“ Denn gefragt werden, wird man das sicher diesen Sommer. Die beiden Produzenten aus Paris werden als die ersten französischen Superstars seit Daft Punk gehandelt und als die Band, die das Zeug dazu hat, das Prinzip Rock in der elektronischen Musik bis in den Mainstream zu tragen. Nicht nur die Band, auch das Label, auf dem ihre Platte am 20. Juli erschienen ist, gilt als der Hype der Stunde und, ein Jahrzehnt nach Daft Punk und Air, als Teil der zweiten französischen Elektronik-Welle: Ed Banger. Als „Bratz-Disco, spaßiges Brachialgebolze, strotzender, ruppiger Knartzhouse, punkiger Funk, bouncend-zercutteter HipHop, Electrodisko, immer schön stockend, knallhart, knatschmodern“ bezeichnete das „Magazin für elektronische Lebensaspekte“, der oder die de:bug, den Ed-Banger-Sound bereits vor einem Jahr. Schweinedisco für Partysäue zum so richtig Ausflippen. Und wer sich auf ihrer Myspace-Seite einen Ausschnitt aus dem Auftritt beim Coachella-Festival ansieht, hört: Die Leute flippen aus. Und zwar richtig. Dabei ist kaum ein weiterer Song auf "†" so schön eingängig wie die Single D.A.N.C.E mit dem Jackson-5-Kinderchor-Gesang, zu sehen hier: Der Justice-Schriftzug, ganz in Heavy-Metal-Tradition gehalten, führt da schon eher in die richtige musikalische Richtung. Gesungen wird kaum, wenn überhaupt gestottert, Ausnahmen sind neben D.A.N.C.E nur die Songs „DVNO“ und „Tthhee Ppaarrttyy“, in dem der nächste Hype der Stunde gefeatured wird: die junge, in Paris lebende amerikanische Rapperin Uffie, die ebenfalls bei Ed Banger veröffentlicht. Dennoch sind die Stücke keine elektronischen, hauptsächlich aus wummernden Bässen und Beats bestehenden Klangteppiche, sondern richtige, kunstvoll montierte Songs mit zahlreichen Ebenen und Schnipseln, in denen kitschige Synthesizer auftauchen, die von heftigstem Strobostakkato, vermeintlich verzerrten und völlig übersteuerten Gitarren und Hooligan-House unterbrochen werden, um dann wieder von sanften, mit sehr viel Hall versetzten Piano-Melodien abgelöst zu werden. Totale Euphorie und Entspanntheit treffen hier aufeinander, stumpfsinniges Proll-Gehabe (die Alkohol- und Frauenexzesse von Justice machen schon die Runde) und ein Feiern, als gäbe es kein Morgen. Zum Faustrecken und übelsten Rumposen ist das. Axl Rose trifft Techno plus Glam. Aber was soll’s, wenn’s halt so Spaß macht. Und wer weiß schon immer genau, ob es wirklich ein Morgen gibt. Für wen: Für Leute, die gerne posen und sich irre cool und geil finden, und für alle anderen natürlich auch.
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