Und jetzt erstrecht.
Teilamnesie durchaus erwünscht. Diese Sommerwochen - die kein Sommer sein wollen, aber durchaus Wochen und zwar mit jeder ihrer einzeln gezählten quälenden Sekunden - drehen sich ums Erinnern. Um ein Ausgraben von alten Momenten, Gesichtern, Stimmen, Wörtern, Gedanken, Hoffnungen, Emotionen, Plänen, Ängsten. Um Sonnenaufgänge vor der elterlichen Haustür. Um Dimix-Dosenbier-Flecken auf Abi-Shirts. Um zerbröckelte Masterpläne. Um Lebenswichtigkeiten, die zu Lächerlichkeiten wurden. Um Telefonnummern auf Tempotaschentüchern. Um kleine Geschenke und große Lügen. Um Paniknächte in leeren Wohnungen. Um Novembermorgende und Endlichdamitabschließen. Ums zu zweit Aufwachen hinter roten Vorhängen. Um erste Male und letzte Male. Ums Jetztschonvermissen. Ums Kennenlernen und Nichtmehrkennen. Um Umzüge und Abschiede und Neuanfänge. Um Einbrüche und Aufstiege. Um jede Menge beschissene gelbstichige Sentimentalität. Ein Fünftel des Lebens bereits in der neuen Stadt und in den eigenen Wohnungen verbracht. Ein Fünftel der Zeit weggeschmissen, aufbewahrt, zurückgedreht, vorgespult und eingefroren. Ratlosigkeit, die mich umgibt. In meinem Spiegel und in anderen Gesichtern. Umbruchzeiten überall. Zähne zusammenbeißen und weiter machen. Weil ein Trotzdem immer noch authentischer ist, als alles andere. Trotzdem. Trotzdem. Trotzdem. Und jetzt erstrecht. Einsicht üben. Konsequenzen ertragen, weil der Ausgangspunkt zu wertvoll ist, um alles einfach zu ignorieren. Die nächsten Wochen: Rückwärts denken und vorwärts handeln. Teilamnesie trotzdem erwünscht.- Und ich vergesse mich 06.04.2012
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03.07.2007 - 17:59 Uhr
mrsbratmaxe
gute "ums" formuliert!!! kennt man sehr