[Einszweidrei]
Der Zahnarzt hat meinen Weisheitszahn gezogen und da waren Schmerzen, wie sie in der Packungsbeilage beschrieben werden und von denen sie dir alle berichten, die das Leiden kennen. Das Leiden kennen. Und ich verbrachte ein paar Tage, [eswarenStundenverstehstdu], im Liegen und hielt Schmerzen aus, die ein Gesicht hatten. Und ich dachte mir Sätze aus, vielleicht waren sie auch schon da, vielleicht hinter den Ohren oder in der neuen Wunde oder unter meinem Kissen. Ich dachte an andere Schmerzen. Traust du dich, über sie zu reden? Vielleicht steht es mir nicht zu, mir nicht, wo ich doch alles habe, was ich will, über Leiden zu reden. Und es ist auch schöner, jetzt an dich zu denken und wie du da warst, wie du einfach da warst, obwohl ich kaum etwas gesagt habe und kaum lächeln konnte und kaum lächeln wollte und als ich versucht habe zu schreien, obwohl mein Mund sich kaum öffnen ließ. Ich wollte nicht, dass du mir so nah kommst, weißt du. Weil ich mir doch selbst gerade so fremd war. Manchmal würde man gerne das Adressbuch nehmen und nach der eigenen Nummer suchen und sich anrufen. Ein bisschen mit einem selbst reden. Vielleicht mit geschlossenen Augen. Aber manchmal bin ich auch so sehr in mir versunken, dass ich Schatten sehe, die wie Schmerzen aussehe und die ich doch mit Füßen treten will. Die ich nicht so gut beschreiben kann, nein, ich kann nicht alles aussprechen und ich kann es auch nicht hierhin schreiben, weil es manchmal Gedanken gibt, die nicht in Sätze passen und Gefühle, die kein Herzpochen mehr sind. Manchmal gibt es auch einfach Leere. Satt. Aber ich hätte gerne mal jemanden, der meine Worte versteht, die ich nicht ausspreche. Der sie mit mir zusammen in den Arm nimmt. Der nicht fragt, sondern auf Antworten wartet. Der auf meinen Anruf wartet. Warten. Und ich weiß, dass du da bist. Dass du alles bist - . Dass du mit mir leben willst und ich manchmal in dich eintauchen will. Einfach zu zweit eins sein. Verschmolzen. Und doch Hand in Hand. Aber da fehlt manchmal jemand. Vielleicht sind es auch die [einszweidrei] Schritte, die ich noch gehen muss, bis ich bei mir bin und mir auf den blöden Kopf spucken kann. Aber so denke ich über Schmerzen nach und ich fürchte, ich bin zu sensibel für diese Welt. Ich fürchte. Es gibt noch so viel Leiden, was mich zu verschütten versuchen wird. Begraben. Und es wäre so einfach, mitzuziehen und den Mut aufzugeben. Mut, was ist das? Weißt du das, sag, wisst ihr das? Wer weiß, wer weiß. Wer weiß. Gehören Mut und Angst nicht zusammen? Figuren in einem Roman, der Leben heißt und den ich gerne schreiben würde. Liest du ihn mir dann vor, tust du das? Deine Stimme ist da. [Nah]- Wild ist die See. // Out of balance. 24.05.2012
- 2 Wochen Osterferien - 15.04.2012
- Version 1.6 14.04.2012
- Wenn ich doch nur könnte. 18.03.2012
- Na danke. 18.03.2012
nordgruß








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01.07.2007 - 20:04 Uhr
kakaoseele
Manchmal gibt es auch einfach Leere.
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