„Digitales Freiwild“: Warum sich Lehrer im Internet verfolgt fühlen
Verletzende Videos und Beleidigungen im Internet: In Großbritannien planen Regierung und Lehrer gerade eine Kampagne gegen das Mobbing von Lehrern im Internet. Nun klagen auch deutsche Lehrer über diffamierende Videos im Internet. "Lehrer sind kein digitales Freiweild!" sagt der Vorsitzende des Philologenverbandes. Er fordert Rückendeckung von der Politik und kritisiert unter anderem Internetseiten wie spickmich.de
In in den USA oder in Kanada ist das Phänomen „Cyberbullying“, die Diffamierung einzelner Personen im Internet schon länger als Problem bekannt. Bisher wähnte man vor allem Schüler betroffen, die von ihren mies-meinenden Kollegen in YouTube-Videos ins Visier genommen und etwa in peinlichen Situationen gezeigt wurden. Seit kurzem melden sich aber immer mehr Lehrer zu Wort und berichten über Verunglimpfungen. Chris Keates etwa von der größten britischen Lehrergewerkschaft berichtet von „unsagbarem Leid“, dem manche Kollegen ausgesetzt seien. Sein Verband hatte für wenige Tage eine Internetseite geöffnet, auf der Lehrer ihre Cyberbullying-Erfahrungen berichten sollten. Fast 100 Lehrer meldeten sich zu Wort. Keates berichtete von einem Lehrer, dem die Hose heruntergezogen worden sei – Schüler filmten die Szene und stellten sie online. Die britischen Lehrer forderten schließlich Rückendeckung von Seiten Politik.

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Nein, im ernst, dort wo eindeutig Rechte verletzt werden (Hose runterziehen, Mordaufforderungen, usw.) sollte halt mal ein ernstes Elterngespräch angesetzt werden im Extramfall die Justiz.
Den Rest hat es schon immer gegeben, das Getuschel auf dem Pausenhof, Zettelchen mit fiesen Bemerkungen, Toillettensprüche über die blödesten Pädagogen... der einzige Unterschied zu damals ist der, dass jetzt der Lehrer und auch seine Kollegen jederzeit Zugriff darauf nehmen können.
Also liebe Schüler, die Einrichtung eines passwortgeschützten Forums ist leicht bewerkstelligt und spart uU jede Menge Ärger!
Bewertungsportale sind dagegen zu begrüßen. Da die deutschen Kultusminister offensichtlich hinter dem Mond leben und Schüler nach wie vor als feedbackfreies Trichtervieh betrachten ist eine Belebung in diesem Bereich durchaus angebracht.
Mfg
AKu
Bewertungsportale sind dagegen zu begrüßen. Da die deutschen Kultusminister offensichtlich hinter dem Mond leben und Schüler nach wie vor als feedbackfreies Trichtervieh betrachten ist eine Belebung in diesem Bereich durchaus angebracht.
Kann ich als angehender Lehrer nur unterschreiben. Nichts ist für uns wichtiger als Feedback. Das Referendariat ist im Allgemeinen ein schlechter Witz, von den Praktika mal ganz zu schweigen - Ausnahmen bestätigen die Regel -, vernünftige Betreuung durch erfahrene Lehrkräfte ist durch die angespannte Personalsituation in den meisten Fächern zeitlich oft einfach nicht drin. Und wenn man dann mal Feedback erhält, beschränkt es sich notwendigerweise auf die Perspektive des Kollegen. Das Urteil der Schüler bleibt da aussen vor.
Dass sich viele Kollegen gegen die Benotung durch Schüler wehren liegt meiner Einschätzung nach oft daran, dass die Lehrer Angst davor haben, das "Monopol" auf die Bewertung von Leistungen zu verlieren. Lehrer sprechen Schülern gerne pauschal die Fähigkeit ab, didaktische Leistungen einschätzen zu können. Dass sich jeder in seiner eigenen Schulzeit selber über unfähige oder langweilige Lehrer aufgeregt hat, wird da gerne vergessen.
gut dass ich nich wie geplant lehrer geworden bin. ich wär jeden tag heulend heimgekommen ;)
Die Reaktionen hier unter den Kommentaren sind schon interessant: Nehmen wir mal an, es gäbe eine Seite "Busfahrertest.de" und über den Linienbusfahrer Hans Hugendubel würden da Kommentare gemacht wie "der fährt ständig besoffen" oder "der stinkt". Kein Mensch würde den Kopf schütteln, wenn Hans Hugendubel dagegen mit einer Unterlassungsklage vorginge.
Nur Lehrer dürfen das nicht. Wenn sich Lehrer gegen Beleidigungen wehren, dann "schmollen" sie oder "wollen das Internet verbieten.
Ist schon seltsam, nicht wahr, was Lehrer so alles nicht dürfen?
Die redaktionellen Eingriffe bei Diffamierungen, die der gute Bernd Dicks da so schön als löbliche Vorgehensweise von Spickmich herausstreicht, sind schließlich überhaupt erst auf juristischen Druck durch den Philologenverband durchgesetzt worden, also nichts, womit mit Spickmich jetzt angeben sollte.
@jensp Können wir es vielleicht mal ein bisschen tiefer hängen? Die Notengebung durch einzelne Lehrer wirkt wirklich nicht so schrecklich lebensentscheidend. Sie ist in ein recht rigides Vorschriftenwerk eingezwängt, es gibt Zulassungskonferenzen und bei Abschlussprüfungen Zweit- oder sogar Drittgutachten. Widersprüche sind möglich.
Die subjektiven Entscheidungsmöglichkeiten, die ein noch so beliebiger Personalchef über Lebenschancen hat, sind ungleich größer.
Aber zu Unholden stilisiert werden natürlich die Lehrer. Seltsam, nicht wahr...?
nun, der busfahrer entscheidet aber nicht über die berufliche zukunft seiner fahrgäste, darum ist das beispiel falsch. ausserdem ist es durchaus gerechtfertigt, den busfahrer, sofern es keine anderen wege gibt, öffentlich dazu zu kritiseren, wenn er betrunken bus fährt, damit bedroht er die gesundheit seiner fahrgäste.
"@jensp Können wir es vielleicht mal ein bisschen tiefer hängen? Die Notengebung durch einzelne Lehrer wirkt wirklich nicht so schrecklich lebensentscheidend. Sie ist in ein recht rigides Vorschriftenwerk eingezwängt, es gibt Zulassungskonferenzen und bei Abschlussprüfungen Zweit- oder sogar Drittgutachten. Widersprüche sind möglich."
toll, wie du die theorie rezitierst, ich hab in der praxis aber ganz andere sachen erlebt, lehrer die schüler verletzt haben sind einfach nur an andere schulen versetzt worden, wo sie dasselbe wieder taten, lehrer die ihre schüler absichtlich schlecht benotet haben, damit diese eine bestimmten abschluss nicht geschafft haben, lehrer die schüler psychisch blossgestellt haben, so dass schüler in behandlung mussten usw. gegen all diese dinge sind SV und eltern vorgegangen und es ist nichts passiert.
das sind genauso einzelfälle wie die gehypte "internet-lehrer-mobbing"-diskussion, aber der schüler ist seinem lehrer hilflos ausgeliefert und deshalb bricht sich dieser frust in inakzeptabler weise bahn. das heisst aber nicht, dass es nicht einer bewertung von unten nach oben bedürfte und die autoritätsgläubigkeit in dem bereich endlich durchbrochen gehört.
15.06.2007 - 09:59 Uhr
jensp
ein personalchef trifft keine entscheidungen bezüglich deiner karriere. die treffen vorgesetzte oder das management, der personalchef hat damit nichts am hut, der gibt dir auch keine noten, das macht auch der vorgesetzte. auch wieder ein beispiel, das mit dem thema nichts zu tun hat.








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12.06.2007 - 20:38 Uhr
berlinoid