Das Klamottenpaar der Woche: Johanna und Markus
Text: christian-helten
Irgendwas muss man ja anziehen: Ein Mädchen und ein Junge verraten uns jede Woche, was sie anhaben und was das gekostet hat. Außerdem sprechen sie über die Fehlgriffe oder darüber, was ihnen Kleider bedeuten. Sie sind unser Klamottenpaar der Woche, aber in echt nicht notwendigerweise zusammen. Heute: Ein Experten-Klamottenpaar.
Johanna, 25, studiert Modedesign in Berlin
Hose und Tasche: Selbstgemacht. Armreif: Aus eigener Sammlung.
Shirt von Hugo Boss: Geschenk von Mama. Kleid mit Gürtel: Selbstgemacht.
Jacke von H&M, 25 Euro. Uhr von Casio: Geschenk.
Schuhe: Von Puma aus London, 20 Euro.
Johanna, wie wichtig ist dir Mode?
Ich studiere Modedesign. So gesehen ist Mode mein Beruf, genießt bei mir also schon einen hohen Stellenwert.
Schaust du dir Trends irgendwo ab, oder gehst du nur nach der eigenen Nase?
So richtige Trend-Diktate wie: „Diesen Winter alle die Hosen in die Stiefel stecken“ und „Keine Strumpfhosen, nur Leggins“ sind mir ein bisschen unheimlich. Trotzdem bin ich bestimmt nicht völlig unbeeinflusst von meinen alltäglichen Beobachtungen.
Du fertigst für dein Studium und für dich selbst Kleidung an. Was war dein aufwendigstes selbst gemachtes Stück?
Die Sachen, die ich für mich selber mache, müssen schnell gehen und daher einfach sein. Aber für die Uni habe ich mal einen Mantel aus ungefähr 80 Schnittteilen gemacht. Und ein echtes Hochzeitskleid.
Scheust du dich, viel Geld für Mode auszugeben, oder ist dir das egal, wenn dir etwas wirklich gefällt?
Ich gehe nicht oft einkaufen, aber wenn ich mich in ein Teil verliebe, bin ich schon bereit, einen hohen Preis zu zahlen. Aber irgendwie gerechtfertigt muss er schon sein, zum Beispiel durch gute Qualität und Verarbeitung oder besonderes Material. Diese Teile trag ich dann oft und gerne.
Wie viel Paar Schuhe hast du?
So um die 20.
Was war dein größter Fehlkauf?
Fünf Paar Schuhe, die ich in Vietnam habe machen lassen. Auf meine Größe und nach meinen Farbwünschen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie untragbar, weil unbequem waren. Und hässlich. Die Ausstellungsstücke waren Größe 41, ich brauchte aber 38. Leider wurden sie nur kürzer gemacht, ohne die Proportionen für Größe 38 ordentlich zu verändern. Das Ergebnis waren Schuhe, die so elegant aussahen wie Boote.
Wie wichtig ist dir Mode bei anderen? Zum Beispiel bei Freunden oder Leuten, die du neu kennen lernst?
Ich beobachte gerne, wie Leute sich kleiden, wie jeder so sein Statement abgibt, ob er nun will oder nicht. Das heißt aber nicht, dass ich Wert darauf lege, ob jemand in meinen Augen gut angezogen ist oder nicht. Ich freue mich einfach, wenn Leute sich gerne schön machen.
Dein Lieblingsstück?
Im Moment die Strickjacke, die meine Oma mir zu Weihnachten gemacht hat. Und eine engelsgleiche, weiße Bernhard Willhelm Bluse, die fast bis zum Knie geht, aus einem ganzen Kreis und Ärmeln besteht und immer überall herumweht.
Gehst du auch mal in schlabbriger Jogginghose und Schlaf-T-Shirt zum Bäcker?
Nur in Berlin.