31.05.2007 - 19:00 Uhr

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In den Schuhen von: Trent Reznor, dem zornigen Clown des Indie-Mainstreams

Text: durs-wacker

In den Schuhen von: Trent Reznor
Trent Reznor Bild: ap Was sind das für Schuhe: Springerstiefelchen, was denn sonst. Genauer gesagt grüne Springerstiefelchen, vielleicht der Marke Doc Martens, so ganz genau ist das auf den alten Promo-Fotos der Band „Nine Inch Nails“ nicht zu erkennen – und auf den neuen schon gar nicht: Da ist Trent Reznor selten ganz zu sehen, meist schreit er in sein Mikro, wie es sich für einen Sänger zorniger Lieder gehört. An einigen Stellen im Netz sieht man aber noch die alten Ganzkörperfotos, auf denen Reznor seinen klobigen Stiefelchen in Grün anhat, die ein bisschen so aussehen wie Clownschuhe – aber ist Trent Reznor nicht vielleicht gerade das, der zornige Clown? Wo kommen diese Schuhe her? Wäre Reznor aus Deutschland, kämen sie wahrscheinlich aus einem Laden, der auch Buttons mit Totenköpfen drauf, alte Army-Rucksäcke in Schwarz sowie Nietengürtel feilbietet und gerade in Gefahr steht, von der örtlichen Fraktion der Freien Wähler geschlossen zu werden, weil die Angst umgeht, seine Kunden trügen Repetier-Gewehre unter ihren langen schwarzen Gestapo-Mänteln und äßen nächtens Kleinkinderherzen auf dem örtlichen Friedhof, was gemeinhin als Anzeichen eines unmittelbar bevorstehenden Massakers gedeutet wird, nach dessen Geschehen der Präsident des Schützenvereins dann in die RTL2-Kameras sagen müsste, diese verirrte Seele, die schon immer etwas seltsam gewesen sei, dürfe nicht zu einer Pauschalverurteilung von Waffenträgern ungedeutet werden. Aber Trent Reznor ist ja nicht aus Deutschland. Trent Reznor ist aus Pennsylvania. Dort, im alten Kernland der USA, wuchs Trent Reznor bei seinen Großeltern auf und hat, wie es sich für einen ordentlich wilden Musikrebellen gehört, mit fünf Jahren erstmal Konzertpiano und später Saxophon und Tuba gelernt, bevor er nach Jahren in Jazzcombos und Blaskapellen schließlich die Nine Inch Nails gründete, das Deutschland unter den Industrial-Bands. Seitdem ist Trent Reznor hauptberuflich Ikone. Wo gehen diese Schuhe hin? Immer voran. Reznor, der seine Karriere als Posterboy des Independent mit Liedern für den Soundtrack von „Natural Born Killers“ begann, ist dem Mainstream inzwischen soweit voraus, dass man befürchten muss, dass er auf der Rennstrecke des Pop bald wieder hinter ihm auftaucht – und fast scheint es so, als spiele Reznor damit, der alte Indie-Ironiker: Seit Mitte April seine neue Platte „Year Zero“ erschienen ist, springt der zornige Clown des Musikgeschäfts zwischen Underground und Mainstream hin und her, dass es eine Freude ist. Einerseits ritt Reznor auf seiner Homepage eine Attacke gegen die Musikindustrie, deren Antwort auf die schwierige Lage in Zeiten von zurückgehenden Plattenverkäufen anscheinend sei, die „Käufer noch mehr über den Tisch zu ziehen“. Reznor hatte sich über den horrenden Preis von Nine Inch Nails-Platten in Australien gewundert und bei seinem Label nachgefragt. Die Auskunft: „Das ist deswegen so, weil wir wissen, dass du eine wahre Fanschar hast, die zahlen, was auch immer es kosten mag, wenn du was raus bringst – echte Fans, weißt du. Den Popkram, den müssen wir billiger abgeben, damit ihn die Leute kaufen.“ Reznor soll darüber so sauer gewesen sein, dass es auf seinen Konzerten nun keine Gästenlisten-Plätze für Vertreter seiner Plattenfirma mehr gibt. Anderseits startete aber eine Kampagne, das Nine Inch Nails-Lied „Capital G“ zum offiziellen Song der Präsidentschafts-Kandidatur Hillary Clintons zu küren. Hillary Clinton hatte im Netz zur Wahl des Songs ihrer Wahlkampagne aufgerufen und dabei wohl eher an Lieder wie „The Best“ von Tina Turner oder „Beautiful Day“ von U2 gedacht, die inzwischen auf der Top Ten auf Clintons Homepage stehen, nicht aber an düstere Musik wie die der Nine Inch Nails. Fans der Band riefen daraufhin dazu auf, Trent Reznor zum Sänger Hillarys zu wählen. Seitdem ist auf der Homepage Clintons die Möglichkeit, eigene Vorschläge abzugeben, verschwunden – jetzt kann man nur noch zwischen zehn vorgegebenen Songs wählen.


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jane
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Mag ich Mag ich nicht

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31.05.2007 - 21:29 Uhr
jane

dass mit der clinton hab ich gar nicht mitgekriegt, das ist ja der knaller! "eraser" waehrend hillary auf die buehne fetzt! hahahaha!

miss_moneypenny
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01.06.2007 - 07:53 Uhr
miss_moneypenny

das mit clinton höre ich heute auch zum ersten mal.
wie geil!

kharmapolizei
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01.06.2007 - 09:00 Uhr
kharmapolizei

hahaha, sehr gut. capital g im präsidentschaftswahlkampf... großartig :D aber wieso 'andererseits'? versteh ich nicht.

arvid
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01.06.2007 - 10:10 Uhr
arvid

ja der liebe trent. in der tat ein wütender zeitgenosse, dafür aber eben auch authentisch.

bei seinem konzert in frankfurt unterbracht er hurt, weil die leute schrieen und feuerzeuge herausholten, mit den worten,

i will never figure out why you guys screaming on this song, you can scream on any other song but not on this song...

wie dem auch sei, er spielte danach nur noch ein lied und ging von der bühne.

ich stelle mir in diesem moment vor, wie es wohl wäre, wenn er mit hillary eine kampagne macht und sie etwas dummes veranstaltet...

i wanna fuck you like an animal

weltherrrschaft
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01.06.2007 - 10:16 Uhr
weltherrrschaft

arvid: Er spielte noch zwei Songs. Und nein, nicht "die Leute schrien", sondern nur ein einziger, der hoffentlich die Folgen zu spüren bekam ... und warum hast Du die verschiedenen "fucking" aus Deinem Zitat gekürzt?

match2u
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01.06.2007 - 11:43 Uhr
match2u

im übrigen spielte er auf allen konzerten ungefähr die gleiche anzahl von liedern, weshalb ich den grund des "achso plötzlichen abbruchs des konzerts" nicht darin begründen würde. er hat nirgends zugaben gespielt in D. woanders hat er ein lied mehr gespielt, nicht die welt, wie ich finde.
das "andererseits" verstehe ich auch nicht. die kampagne wurde von der ninhotline gestartet. er hat damit schätzungsweise nichts zu tun.

rocky_raccoon
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01.06.2007 - 13:09 Uhr
rocky_raccoon

was soll das?

arvid
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Mag ich Mag ich nicht

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01.06.2007 - 13:27 Uhr
arvid

@weltherrschaft: also ich muss sagen, dass mehrere gepfiffen und geschrien haben. ich hab mir zu diesem zeitpunkt ein bier geholt und bin zurückgestürmt als hurt begann und kam genau richtig zum abspann.

wobei diese feuerzeuge doch sehr irritierend waren. diese doofen frankfurter aber auch.

warum ich die fucking rausgestrichen habe:) weil ich schreibfaul bin haha

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01.06.2007 - 13:28 Uhr
arvid

ach da fällt mir ein, ich hab danach in einem forum gelesen, dass tatsächlich manche glaubten, dass der abbruch von hurt zum programm gehörte

octopussy
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Mag ich Mag ich nicht

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01.06.2007 - 13:34 Uhr
octopussy

grins* ich hatte grüne 8-Loch DocMartens 1991 rum....

und das foto is fesch von ihm.

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durs-wacker unbekannt

durs-wacker

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