ich kann keinen kuchen machen
Ich meine ich wollte, aber ich konnte nicht. Der Teig war schon in die Springform gekippt, aber ich konnte sie nicht in den Ofen stellen. Es war physikalisch unmöglich. Mir wären die Arme abgefallen oder die Schwerkraft hätte sich um 1000 Punkte erhöht weil die Erde vom Mond aus der Umlaufbahn gekegelt worden wäre. Insofern habe ich die Erde gerettet, ich wollte auf die Straße gehen und die Leute rufen hören; Yeah, he saved the world. Aber ich musste noch e mails checken. Ich rief Jule an und sagte ihr, dass sie keinen Kuchen bekommen würde, sondern nur Teig in einer Springform und sie sagte: Macht nichts ich mache Mojitos. Das war meine Abendplanung. Mojitos und Jule. Irgendwann meine Arme in die Luft werfen und zu Hot Chip tanzen. Bis dahin musste ich nur noch meinen Türgriff finden, zuerst musste ich aber noch einen Tee kochen. Ich wusste, dass ich etwas Wichtiges vergessen hatte und sah meine Unterlagen nach Terminen durch. Ich fand einen Zettel: Wir werden uns wieder sehen wenn mir Hörner gewachsen sind. Es war nicht meine Handschrift und mir wollte nicht einfallen wer es geschrieben haben könnte, ich dachte mir, wenn ihm Hörner gewachsen sind wird er sich schon melden. Denn wenn ich einen solchen Zettel finde gehe ich immer davon aus, dass es ein Mann gewesen sein muss, Frauen schreiben so was nicht. Frauen können auch keine Hörner wachsen, außer Kühen. Aber Frauen werden nicht gerne mit einer Kuh verglichen. Als nächstes setzte ich mich daran eine Geschichte zu ende zu schreiben. Es sollte ein Märchen sein und wurde es nicht. Es wurde eher absurd und alles was ich dann schrieb klang traurig und ich wollte meine Finger anschreien hört auf traurig zu sein und Sachen zu schreiben wie: Ich ging über die Wiesen, den Asphalt, stolperte am Bordstein und suchte nach einem Gedanken den ich immer wieder denken konnte. Aber mir fielen nur Sachen für Leute ein, die ich noch nicht kannte. Neue Gründe an jemanden zu denken, Helden, kommende Ex Freunde mit denen ich es noch einmal versuchen sollte. Mir wollte aber nicht etwas einfallen was ich nicht mehr verlieren wollte. Alles schien verlierenswert. Eine Lektion für drei Monate. Ich hörte auf und Trank meinen Tee. Der Teig war eine Spielwiese für Kapuzineraffen geworden und ich verließ die Küche und nahm mir vor nicht mehr hineinzugehen, heute zumindest nicht. Ich ging ins Badezimmer und stellte die Dusche an, dabei sah ich den Türgriff, auf dem Spülkasten und rief noch einmal Jule an und sagte ihr, dass ich früher kommen würde und sie fand es OK. Als ich meine Wohnung verließ rief jemand meinen Namen, aber ich ging nicht noch einmal zurück.- Strandgedanken 20.08.2008
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wunderschöner text! ich les ihn gleich nochmal :)
Abo und*
02.06.2007 - 09:53 Uhr
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30.05.2007 - 01:27 Uhr
aentru
toll!