würdelos = ich.

„Jetzt hat sie schon wieder diese Klamotten an.“ Sagst Du. In der dritten Person über mich. Du ziehst Deine Hand unter meinem T-Shirt hervor und drehst Dich weg. Dein großer schwerer Körper rollt sich auf die andere Seite, während Du verächtlich ausatmest. Ich richte mich halb auf, streife T-Shirt, Rock und Unterwäsche ab und – ich kann auch nichts dafür – die Tränen laufen mir übers Gesicht. Ich lasse mich zurückfallen auf die Matratze. Du drehst Deinen Kopf halb herum „Und sie weint auch schon wieder“. Ich atme ein, halte zehn Sekunden die Luft an und sage tonlos. „Ich weine nicht. Ich weine nicht mehr und Klamotten hab ich auch keine mehr an.“ Du lächelst mich an, wischst mir die Tränen von der Wange und sagst tapfer: „Lass uns nicht streiten. Ich liebe Dich. Ich habe mich so gefreut auf heute Abend. Auf Deinen Körper. Deine Hände, Deinen Mund. Küss mich. Umarm mich. Ich lieb Dich doch. Und ich begehr Dich halt wie keine andere Frau. Bitte.“ Ich fühle nur diese Leere. Mein Kopf ist leer, so unglaublich leer. Mein Herz auch. „Sag was!“ Doch ich kann nicht. Mir fällt nichts ein. Nichts, was an diesem Abend noch nicht gesagt worden wäre und was nicht wieder falsch oder verletzend wäre. Ich kann Dir nicht mal mehr in die Augen sehen, so schäme ich mich.
Ich schwöre mir wie so oft: Zähne zusammenbeißen und nicht Nein sagen. Aber hallo?! Das habe ich doch schon zu lang gemacht?! Soll ich jetzt wieder machen und zulassen, wovor ich Angst habe und was ich nicht kann?
Ich fühle mich schuldig, ich bin eine Enttäuschung für Dich. Nein zu sagen ist erniedrigend, ich weiß. Also lieber mich selbst erniedrigen und alles zulassen? Das würdest Du auch nicht wollen, behauptest Du. Na dann? Wie soll es weitergehen?!
Mir fällt drauf keine Antwort ein.
Dir auch nicht. Du schweigst. Nach langer Zeit „Mir geht’s so schlecht.“
„Das liegt an mir, Du brauchst eine andere - normale - Frau!“
„Willst Du wirklich alles hinschmeißen? Ich will nur Dich, aber ich will Dich ficken, ich will Dich ganz. Verdammt, bitte säg mich nicht ab. Ich brauche Dich für mein Leben, ich lieb Dich doch. Ach Mann, ich schaff’s einfach nicht…“
Deine Verzweiflung macht mich noch verzweifelter. Ich habe unendlich Angst, wie es weitergehen soll. Ich kann nichts mehr denken.
Ich bin als Beziehung unzumutbar, das ist mir klar. Ich bin ein Problem, ich bin ein Scherbenhaufen. Du hattest schon ein paar kleine Scherben wieder zusammengefügt in den letzten drei Monaten. Doch heute stehe ich wieder vor ein tausend bröseligen Keramikteilen, die ich am liebsten mit dem Fuß zu Sand und Staub zertreten würde.
Du streichelst meine Brust, ich merke es kaum. „Küss mich und hör endlich auf, zu streiten!“ Ich küsse Dich mechanisch und fühle mich unendlich schlecht.
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Dann kann er warten. Wirf deine Würde nicht weg und tu nur das, was du wirklich willst.








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26.05.2007 - 13:27 Uhr
benni23