Überlebenskampf in Kabul: Ein aus Deutschland abgeschobener Afghane erlebt seine alte Heimat als kalte Fremde
Während Deutschland um die in Afghanistan getöteten Soldaten trauert und die Bundeswehr vor Ort verstärkten Sicherheitsmaßnahmen unterworfen ist, gibt es dort auch Menschen aus Deutschland, die das Leben in Afghanistan so unmittelbar erleben wie kaum jemand: Flüchtlinge, die von Deutschland aus weiterhin in das Land am Hindukusch abgeschoben werden. Es sind vor allem junge Afghanen ohne Familie: Behörden und Gerichte argumentieren, sie würden dort beim Wiederaufbau gebraucht. Einer von ihnen ist der 22-jährige Samir Zazay. Mit 14 ist er nach Nürnberg gekommen, hat hier Schule und Ausbildung absolviert und sagt heute: „Deutschland ist mein Heimatland.“ Er wurde vergangenen Dezember nach Afghanistan abgeschoben. Für jetzt.de beschreibt er seine Rückkehr nach Kabul – und wie es ist, als in Deutschland aufgewachsener Afghane die alte Heimat als Fremde zu erleben.



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und was soll die loesung sein fuer fluechtlinge, nicht nur in dtland, sondern ueberall? wo gibt es fluechtlingsvisa? ich weiss, dass letzteres z.b. in den usa moeglich ist, aber ich bin mir nicht sicher, ob europa dergleichen auch im angebot hat und v.a. unter welchen voraussetzungen dies in die tat umgesetzt werden kann.
ich haette es ausserdem passend gefunden, zusaetzliche angaben zu machen, wie man beispielsweise helfen kann oder wie die allgemeine politische lage zu den themen aussieht, wenigstens in deutschland.
Super "Argument": "Schnauze, weil woanders oder wannanders oder beides ist's noch schlechter."
Zuviel Logik gefrühstückt?
Sicher ist es kein stabiles Land und die Armut ist gross aber Leichen auf einem Muellhaufen ist einfach unglaubwuerdig. Ich sehe als Deutscher auch mindestens so un-afghanisch aus wie Samir aber nach Geld bin ich nie gefagt worden, weder in Kabul noch in den abgelegendsten Doerfern. Seit dem Fall der Taliban wird in Kabul auch niemand zum Beten gezwungen, jedenfalls nich in Kabul. Der Unterschied zwischen Peschawar und Kabul ist etwa so gross wie zwischen Schaffhausen und Muenchen; die mentalitaet der Bevoelkerung und die wirtschaftliche Lage ist in beiden Staedten sehr aehnlich. (Bitte jetzt nicht meckern wer sich als Muenchner oder Schaffhausener auf die Fuesse getreten fuehlt aber in beiden Faellen aendert sich einfach nicht so viel wenn man die Grenze ueberschreitet).
Sicher ist Samir's Veraergerung gross und so eine Abschiebung, besonders ohne psychologische Betreuung, schwer zu verkraften und ich habe das Gefuehl er nimmt an uns allen ein bisschen Rache mit seiner Story dafuer dass er abgeschoben wurde. Wenn ich koennte wuerde ich gern mal fragen was er denn gemacht hat um sich in Kabul einzuleben. Immerhin gibt es dort deutsche Truppen. Hat er sich an die mal gewendet um vielleicht dort in der Verwaltung zu arbeiten? Hat Samir vielleicht mal das Goethe-Institut in Kabul (und das gibt es tatsaechlich im Fall es hier keiner glaubt) kontaktiert um dort vielleicht als Deutschlehrer zu arbeiten? Hat er sich bei einer der vielen Hilfsorganisationen, viele davon sind deutsch, oder einer der deutschen Stiftungen gemeldet und gefragt ob da arbeiten kann? Ausserdem duerfte er bei weitem nicht der einzige Abgeschobene sein und vielleicht haette ein anderer der frueher schon abgeschoben wurde helfen koennen.
Ich denke grundsaetzlich geht es eher darum dass Samir einfach psychologisch nicht mit der neuen Situation zurecht kommt und dann 'auf trotz umstellt'. Hier ist aber die Frage ob die abschiebende Behoerde nicht in die Pflicht genommen werden muss und die Konsequenzen einer Abschiebung, insbesondere auf die mentale Gesundheit, einschaetzen muss. Je nach Einschaetzung muesse dann entweder von der abschiebung abgesehen werden oder es muessten Wiedereingliederungshilfen angeboten werde, z.B. in Zusammenarbeit mit der genannten IOM, die genau auf diesem Gebiet taetig ist.
Die Schilderungen von Samir sind durchaus glaubwürdig, sonst hätten wir sie auch nicht hier reingestellt. Sie passen zu anderen Berichten von dort. In Kabul ist die Sicherheit definitiv ein großes Problem, wie man ja schon an den zahlreichen Anschlägen sieht. Ich habe vergangenes Jahr für eine Hilfsorganisation gearbeitet, die einen Mitarbeiter in Kabul hat. Der sitzt jeden Morgen erst einmal ein bis zwei Stunden vor dem Funkgerät und spricht mit allen möglichen UN-, Polizei- und Militäreinrichtungen, ob und wohin er überhaupt fahren kann - und manchmal geht er gar nicht aus dem Haus. Und die Lage hat sich in den letzten beiden Jahren verschärft.
Für Samir ist es ohne Familie einfach nahezu unmöglich, sich in Kabul "einzuleben". Als er zuletzt dort war, war er 13 - und hat schon damals in schwierigen Verhältnissen bei einem Verwandten gewohnt. Mich wundert es nicht, dass er nach der ganzen Jugendzeit in Deutschland dort nicht mehr zurechtkommt.
Was die Arbeitsmöglichkeiten angeht, erzählen mir viele, die mit Flüchtlingen arbeiten, dass Rückkehrer in Afghanistan nur ganz schwer einen Job finden, weil die Leute sehr reserviert sind ihnen gegenüber. Und - sorry - beim Goethe-Institut oder bei einer deutschen Hilfsorganisation wird Samir bestimmt keinen Erfolg haben. Die haben auch alle ihre Anforderungen, und Samir hat gerade mal den Quali und eine Ausbildung zum Teilezurichter (das ist so eine Vorstufe zum Schlosser) und kennt sich nicht aus in der Stadt. Und sein deutsch ist auch nicht fehlerfrei, für den Text oben habe ich die Fehler natürlich ausgebessert.
Die ganzen Details aus den Schilderungen kann ich natürlich nicht nachprüfen. Ich kann nur sagen, dass es die größeren Ereignisse, die er beschreibt (zum Beispiel Anschläge in Peschawar) wirklich gegeben hat, dass er in Deutschland gegenüber seinen Betreuern etc. immer ehrlich war und von allen als sehr zurückhaltender Typ beschrieben wird, überhaupt nicht als Aufschneider - und das ist auch mein Eindruck von den E-Mails, die ich mit ihm gewechselt habe.
In Peschawar geht es ihm übrigens auch nicht gut, er hat auch dort viele Probleme, die er in Kabul auch schon hatte. Es ist dort tatsächlich nicht so viel anders - beide Städte gehören ja zum Hauptsiedlungsgebiet der Paschtunen.
@jane: Der Grund für die Abschiebung ist einfach: Als Afghane braucht Samir irgendeinen Aufenthaltstitel, um bleiben zu können. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, weil er nicht politisch verfolgt wird. Er hat aber dann immer wieder eine "Duldung" bekommen, weil zunächst Krieg in Afghanistan herrschte und Deutschland deshalb die Abschiebungen ausgesetzt hatte. Vor ein paar Monaten hat man aber damit wieder angefangen.
Für Fälle wie Samir gibt es eigentlich eine Härtefallregelung, mit der Flüchtlinge ein Bleiberecht bekommen können. Damit sie dafür aber berücksichtigt werden können, müssen Alleinstehende aber mindestens acht Jahre in Deutschland gewesen sein - Samir war aber erst siebeneinhalb Jahre da - er hat also da einfach Pech gehabt.
Es ist schwierig in dem konkreten Fall zu helfen. Es gibt einen Unterstützerkreis in Nürnberg, der eine Rückkehr von Samir erreichen möchte, aber bisher noch keinen Erfolg hatte. Man kann sich aber schon für jugendliche Flüchtlinge engagieren, die in Deutschland zum Beispiel gar nicht alle Rechte haben, die in der UN-Kinderrechtskonvention stehen. Informationen dazu gibt´s zum Beispiel bei www.b-umf.de oder bei Organisationen wie amnesty, Pro Asyl oder terre des hommes.
31.05.2007 - 09:54 Uhr
besser_isses
übrigens, mein cousin (arzt, medizinstudium in dtld) war auch mal in kabul (ärzte ohne grenzen) - er hatte zwar einen etwas besseren eindruck als samir, lag aber auch an seinem umfeld denk ich. aber auf jeden fall ist kabul eine brutstätte der korruption und gewalt - das ist fakt!
31.05.2007 - 09:55 Uhr
besser_isses
Er tut mir auf jedenfall leid, hoffe für ihn, dass es ihm besser geht!
ich war für kurzem in kabul was Samir hier erzält hat ich habe selbe nie gesehen das ist unmöglisch es gibt über 1000 ausländer aus aller welt in Afghanistan ich glaube ihm einfach nicht ich gehe bald wieder nach Afghanistan und für immer ich habe selbe deutsche pass
er hat hier geschrieben nur wegen visum und sagt für andre leute Tier das finde ich schade für ein Afghan








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23.05.2007 - 22:48 Uhr
zephyr07