Ellbogen durchdrücken und auf die Zehenspitzen
Früher sind wir manchmal zum Flughafen gefahren, Mama und ich. An den Sonntagen, die nicht sonnig genug waren für den See, und nicht wolkig genug für das Brettspiel. Wir haben uns in Bus und Bahn zu den Leuten mit den großen Taschen gesetzt, sind ihnen leise gefolgt und dann aber eins weiter abgebogen. Nicht zu den Gates und Terminals, nicht in den Duty Free Shop oder den Zeitungsladen, sondern auf´s Dach, auf die Aussichtsplattform. Dort standen wir dann, legten uns die Hände an die Stirn, weil dann meistens doch ein bisschen die Sonne schien – aber eben nicht genug für den See – und schickten Wünsche mit den Flugzeugen weg. Wir klebten leise, kleine Worte auf diese dicken Bäuche und schauten ihnen hinterher, bis sie nur noch kleine schwarze Punkte waren oder zwischen den Wolken verschwunden. Wir beobachteten die langen Umarmungen bei den Ankünften und die Tränen bei den Abflügen, wir zeichneten die Fahrwege der Gepäcktransporter mit dem Finger nach und erfanden neue Linien, wir winkten den Fluglotsen und hielten uns nie die Ohren zu, wenn ein Flugzeug direkt über uns hinweg sauste, weil das laute Rauschen und Krachen uns die Möglichkeit der Ferne ein bisschen näher brachte. Ich streckte jedes Mal meine Hand aus und sie sagte nie, ich solle das lassen.- Was ich wirklich vermisse vor 22 Std.
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ich kenn das auch als kind am flughafen...auch wenn ich nur einmal da war.
(Zu schön)
Bahnhöfe sind auch ein bisschen so. Da kommt man noch näher an die Züge ran. Kann sie anfassen.
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22.05.2007 - 01:28 Uhr
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