Kuschelnoten-Alarm: In unsren Zeugnissen stehen nur Einser
"Wenn es schon an einer Hochschule in einem Studiengang praktisch keine Notendifferenzierung gibt, tut man den Absolventen damit keinen Gefallen."
Wer hat das gesagt? Professor Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrats. Der Wissenschaftsrat berät Bundesregierung und Länderregierungen in Sachen Hochschulen, Wissenschaft und Forschung. Warum hat er das gesagt? Eigentlich reicht das Notenspektrum an den Hochschulen von „mit Auszeichung bestanden“ bis „ausreichend“. Recht zweckmäßig, weil so zwischen Leistungen differenziert werden kann. Am Montag legte der Wissenschaftsrat den „zweiten Arbeitsbericht zur Analyse der Prüfungsnoten vor“ und folgert, dass sich seit dem ersten Bericht nichts getan hat: An den Hochschulen werden die Notenskalen nicht ausgeschöpft.
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So dass bei uns dann eben doch nicht jeder mit ner 1 rausgeht, der bei Prof x Prüfung gemacht hat, während Prof y wirklich nur Traumnoten verteilt.
Deshalb ist "gut vorbereitet" halt auch relativ.
Dann allerdings kann man sich einen Job erst Recht abschminken, denn der Arbeitgeber fragt ja nicht, warum da nur eine 2,5 steht, sondern sieht nur, dass alle anderen besser sind.








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14.05.2007 - 19:21 Uhr
eisengrau
Vielleicht ist Herr Strohschneider einfach überrascht von der Tatsache, dass in Zeiten überlaufener Studiengänge, schlechter Ausrüstung und Personalmangels trotzdem noch so etwas wie Lehre und Betreuung der Hochschulabsolventen stattfindet.
Wenn ein Prüfling gut vorbereitet ist und alle Fragen richtig beantwortet, warum sollte er dann nicht die Bestnote bekommen?
Man muss auch nicht "wahnsinnig gut" sein um mit 1,7 bewertet zu werden, sondern einfach nur gut. Vielleicht etwas besser als "gerade noch gut".
Der Generalverdacht des Herrn Strohschneider transportiert unterschwellig die Unterstellung, Studenten, besonders der Geisteswissenschaften, würden sich nur unzureichend auf ihre Prüfungen und ihren Beruf vorbereiten und kämen dann dank einer laschen Haltung der Prüfer gegenüber der Prüfungsordnung irgendwie trotzdem durch.
Eine ausgesprochen arrogante Haltung, aber für einen Germanistik- Professor nicht ungewöhnlich, möchte ich, genauso vorurteilsfrei, zurückschicken.
Sollen die Noten nun der Selektion dienen oder das Fachwissen attestieren?