10.05.2007 - 19:00 Uhr

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Eintrag aus dem Klassenbuch. Heute: Geschunkel im Russisch-Kurs

Text: eva-schulz

Die einen besuchen sie neun, die anderen zwölf Jahre: Die Schule prägt uns ein Leben lang. Eva Schulz steckt noch mitten drin im Leben zwischen Lehrerzimmer und Spickerschreiben. Heute geht es ums Sprachenlernen. Oder vielmehr ums Schunkeln und um das Zubereiten französischer Spezialitäten. Im Label Schulkolumne finden sich noch mehr Texte über die Schule.

Am vergangenen Montag habe ich von den Nachrichten nur die Hälfte verstanden. Es war der Tag nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich, und der Anchorman schmiss geradezu um sich mit französischen Floskeln. „Rien ne va plus“, nichts geht mehr, das verstehe ich gerade noch, aber ansonsten fiel es mir dieses Mal schwer, der Sendung zu folgen. Denn als damals das Fach Französisch zur Wahl stand, habe ich kurzerhand meinen Bauch entscheiden lassen – und für den war die Sprache relativ schnell gegessen. Bereut habe ich diese Entscheidung (noch) selten. Vor allem angesichts des furchtbar strengen Lehrers, den meine Freunde bekamen. Neben französischer Grammatik lehrte er sie jede Menge Geschichte, von der Revolution bis zum zweiten Weltkrieg, und das ist ja oft nicht viel spannender als Satzbau. Dafür durften aber jene Mitschüler, die sich mit accent aigu und accent grave herumschlugen, auch an einem Austausch teilnehmen. Was für ein Abenteuer, all die schnieken Franzosen, die während der zwei Wochen bei uns lediglich die Worte „große Scheiße“ lernten. Inzwischen geht es lockerer zu im Französischkurs, jetzt werden dort Crêpes gebacken, und insgeheim freut man sich wahrscheinlich über den Neid, der deshalb von unserer nicht-französischen Seite dort hinüberschwappt.
Ganz anders der Russischkurs. Über den wird sich eigentlich nur noch lustig gemacht. Carolin sagt: „Was wir da machen, ist Volkslieder singen und dazu schunkeln!“ Diese Lieder heißen zum Beispiel „Du bist selber ne Natascha“ und tönen regelmäßig bis zu meinem Klassenraum hinüber, in dem ich dann gerade Latein habe. Aber dazu später. Der Russischkurs jedenfalls scheint eher ein Kurs in russischer Kulturgeschichte zu sein, ich möchte gar nicht wissen, wie genau „unsere Russen“ inzwischen die Architektur Moskaus und alle wichtigen Museen und geschichtlichen Eckpunkte kennen. Aber auch für sie gibt es hin und wieder Sternstunden. So fuhr der gesamte Kurs vor ein paar Monaten mit dem Lehrer und dessen Kindern ins Fußballstadion, wo der FC Schalke gegen Zenit St. Petersburg spielte. Merkwürdig eigentlich, dass es ausgerechnet vom Englischunterricht am wenigsten zu erzählen gibt. Damit verbinde ich lediglich alte Erinnerungen an trundle, die Schildkröte aus Band Eins des Lehrbuches, und jahrelange Übungen, bis das th endlich mühelos flutschte. Und natürlich den selbstgestrickten Pullover meines aufs Rentenalter zugehenden Lehrers Mr. Sparrow, auf den in fetten Lettern der Ausruf „CALL ME“ gestickt war. Vielleicht liegt das daran, dass Englisch einfach zu einem der gewöhnlichsten Fächer geworden ist, so selbstverständlich und routiniert wird es unterrichtet. Gar nicht mehr so selbstverständlich ist hingegen der Unterricht in Latein. Immer wieder kommt der Vorwurf auf, es nütze nichts, eine tote Sprache zu lernen – außer, man wollte später mal im Vatikan arbeiten. Ich merke aber, dass mein Latinum durchaus einen Sinn hat. Aus dem Spanischen und Portugiesischen kann ich immer wieder vieles ableiten, und auch Fremdwörter gehen mir dank des grünen Grundwortschatzes in 83 Lektionen leichter von der Zunge. Aber es stimmt, dass Lateinunterricht schrecklich langweilig sein kann. Denn tatsächlich wird die ganze Stunde über nur trocken übersetzt, noch dazu meist Texte aus vorchristlicher Zeit. Unser Lateinlehrer, der seit der siebten Klasse unterrichtet, versuchte diese Stunden mit gesungenen Deklinationstabellen und Lateinerwitzen aufzulockern. An seinen Lieblingsscherz erinnere ich mich sogar noch: „Caesar ora una classis Romana, das heißt: Cäsar küsste eine flotte Römerin.“ Das macht Spaß, nicht gerade, weil dieser Witz so originell ist, aber, weil es etwas für Fachleute ist. So etwas würde ich mir auch für die nächste Nachrichtensendung wünschen. Wie wärs denn mal mit einer Ausgabe voller lateinischer Floskeln? „Alea iacta est“ statt „rien ne va plus“! Dann könnte ich mitreden und –lachen, hach, das wäre schön. Aber da muss ich wohl warten, bis die nächste Papstwahl ante portas steht. Illustration: katharina-bitzl


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indietheater
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Mag ich Mag ich nicht

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10.05.2007 - 19:14 Uhr
indietheater

Yes statt Oui und Si statt Oui und Nein statt Non und was man so alles sagt, wenn man sich nicht sicher ist in einer Sprache, in einem Sprachkurs der neu ist, in Französisch pfelgte ich perfekt "Je ne sais pas" zu sagen.

staircase
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Mag ich Mag ich nicht

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10.05.2007 - 22:52 Uhr
staircase

latein ist einfach kaaaaaaacke.....noch sechs mal,dann nie wieder ^^

cail
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Mag ich Mag ich nicht

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11.05.2007 - 11:03 Uhr
cail

latein ist super. aber ich hatte latein, französisch und englisch. russisch ne zeitlang auch. wann und wo kann man sich da bitte entscheiden, welche sprache man nu verfolgt?

sowas.

HelenaVonTroja
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11.05.2007 - 13:46 Uhr
HelenaVonTroja

Latein is een heel leuke taal :-)

ich hab es das große latinum!! juchuuuuu

Milupa
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Mag ich Mag ich nicht

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11.05.2007 - 14:30 Uhr
Milupa

@ cail: kann man immer, man muss nur unmengen physik, chemie und andere krankheiten aushalten...

paranoide_wollsocke
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Mag ich Mag ich nicht

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11.05.2007 - 17:18 Uhr
paranoide_wollsocke

Ich fand Trundle immer ganz toll. =)
Und Latein selbst bringt vielleicht nicht so viel, aber man kriegt ziemlich viel für die Allgemeinbildung mit, finde ich. (Geschichte, Fremdwörter usw., zumindest wenn man 'n guten Lehrer hat.)

Bettmenschin
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Mag ich Mag ich nicht

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12.05.2007 - 00:27 Uhr
Bettmenschin

Französich ist eine der schönsten Sprachen der Welt, mit dem richtigen Lehrer kann sogar die Grammatik Spaß machen und ich bin sehr sehr froh drüber, dass ich den richtigen Lehrer habe und wenn das so weitergeht werd ich dann auch bald mein AbiBac machen, was nämlich an unsrer Schule geht.

kikuju
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Mag ich Mag ich nicht

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12.05.2007 - 13:30 Uhr
kikuju

ich hatte auch englisch, latein und franz.
latein ist ein großer brocken allgemeinbildung, das merke ich jeden tag wieder.

und hattet ihr nicht "english g"?
"this is hatfield. its a town in england. its near london."

und im latein buch "ridere licet"???

ShesSoHigh
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Mag ich Mag ich nicht

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13.05.2007 - 13:26 Uhr
ShesSoHigh

meine Lateinlehrerin an der Uni sagte ja immer, es müsse "ad portas" heißen.

Irgendwie merke ich hier immer, dass ich zu alt bin für die Kolumne. Erschreckend.

Französisch und Russisch wie du den Unterricht beschreibst, sind doch auch Allgemeinbildung.

paulinchen
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Mag ich Mag ich nicht

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13.05.2007 - 21:54 Uhr
paulinchen

der text ist zu lang und (latein) langweilig.
französisch ist toll, portugiesisch meine neue liebe und spanisch meine erste.

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eva-schulz

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.

Eva Schulz