gedankenglut
Text: KleinOrangenmaedchen
Ich könnte schreiben und schreiben, bis die Bilder platzen und es regnet.
Aber wenn meine Gefühle in meinen Fingerspitzen sind, dann passen sie nicht in Buchstaben.
Du willst nicht, dass ich dir vorlese, was ich über dich schreibe, aber es ist mein Leben, weißt du. Manchmal muss ich es festhalten, ganz fest, verbinden mit Mull und ein Pflaster draufkleben, damit es nicht weiterblutet.
Und mein Herz, wieso schreibe ich von meinem Herzen, wenn du doch überall bist?
Es fühlt sich so an, als könnte ich die Wolken anschreien, wenn sie reden, damit sie kommen und alles grau machen. Wie graue Asche, die noch ein bisschen glüht. Schreien würde ich, könnte ich, bis ich mich nicht mehr höre und es vielleicht nur noch mein Herz ist, was die Luft zum Atmen braucht.
Aber wieso sollte ich schreien, wenn doch schon mein Flüstern dich erreicht?
Manchmal würde ich gern blutiger schreiben und so, dass es kurz wehtut und dann langsam warm wird.
Die Angst beißt mich manchmal und du musst schnell kommen und Sterne auf meine Wunden malen. Und du sagst, dass keine Narben bleiben. Das würdest du sagen, wenn unsere Sprache eine Bildergeschichte wäre und ich dich nicht mehr beim Namen nennen würde. Vielleicht wärst du das Meer. Oder der Wald. Das Moos. Du wärst zuhause.
[gedankenglut. in laternen.]
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08.05.2007 - 16:08 Uhr
nerte