Abschied
in einer tram (nr.2) in einer stadt, in einem einst fernen und nun sich mitten im herzen befindenden land. vor genau 4 jahren fuhr ich in einem auto. ich war 19 jahre alt, trug ein haessliches kleid und befand mich auf dem weg in eine andere stadt, eine stadt die ich noch heute mag, aber das gefuehl ist anders. 4 jahre. damals dachte ich, die zeit wuerde nie vergehen. sie wuerde fuer immer stillstehen wie die sonne hinter dem dom und 'up the bracket' auf repeat. natuerlich tat sie es nicht. alles geht weiter, immer weiter. nowhere fast. und jetzt weiss ich es endlich. ich weiss, dass alles seinen sinn hatte, irgendwie. denn wenn ich damals nicht dort gewesen waere, waere ich vermutlich heute nicht hier. aber ich bin es. nach all den jahren akzeptiere ich die dinge so wie sie sind. ich akzeptiere den tod als die einzige moeglichkeit fuer ein neues leben. sie ist gestorben und ich gehe auf ihre beerdigung. ich bette sie zur ewigen ruhe, an einem friedlichen ort meiner erinnerung. wir haben oft zusammen geweint, sie und ich. wenn sie mich verlassen wollte oder ich sie, weil wir miteinander nicht leben konnten und alleine uns die identitaet zu fehlen schien. weil ich sie zurueckholen wollte, meine gegenwart damit verbrachte sie mit mir in die zukunft zu ziehen, in einem blauen boot. die vergangenheit. ich sitze in der tram nr.2 undes ist ein besonderer moment. ich lasse los. die kuehlen schlanken finger streifen ein letztes mal ueber meine seele, eine sanfte beruehrung. ein stiller abschied. die melancholie betrachtet uns aus einem versteckten winkel. aber sie laechelt. der geist der vergangenheit weht im fruehlingswind davon, eine blasse gestalt. eine verschwommene silhouette, von der ich dennoch alles weiss. als ich heute nachmittag a.'s wohnung verliess und er mich vorher umarmte und kuesste, befanden sich im hausflur genau 2 personen. er und ich. ich fuehlte mich wie ein weisses blatt papier, unschuldig und erwartungsvoll. und seine praesenz zeichnete die ersten linien darauf, zart aber unuebersehbar.
- * 03.05.2011
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Eine Oster(nachts)-Empfehlung vom 07.04.2007








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08.04.2007 - 00:26 Uhr
die_libelle