01.04.2007 - 19:00 Uhr

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Jugend musiziert vs. DSDS: Tristan, der Superstar

Text: jan-stremmel

Miriam spielt beim Musikwettbewerb "Jugend musiziert", Tristan war unter den Besten bei "DSDS". Am Montag druckt jetzt.de zwei Portraits in der Süddeutschen Zeitung und befasst sich mit der Frage, was man dafür tut, um erfolgreich zu sein.

Am Ende des zehnsekündigen Countdowns donnert der Applaus der Zuschauer: Der Pinsel steht immer noch senkrecht auf Tristans Nase. 14,7 Millionen Menschen sehen im November 2000 „Wetten, dass...?“, als Tristan Iser seine Wette gewinnt und den Plan verkündet. „Nächstes Mal“, sagt er und strahlt in die Kamera, „nächstes Mal bin ich als Sänger hier!“
Tristan, der Jüngere: Hier steht der Superstar-Anwärter vor den Abzeichen seiner bisherigen Erfolge. Fotos: Dominik Asbach Genau so hatte er es sich ausgemalt. Drei Jahre lang, während er für seine Wette übte. Er kam mit dem Versprechen in die Sendung, hundert verschiedene Gegenstände je zehn Sekunden auf der Nase balancieren zu können. Es war hartes Training, doch der Lohn war es wert. Neben Thomas Gottschalk wollte er die Deutschen auf etwas Großes vorbereiten. Auf Tristan Giovanni Iser, Sänger aus Drensteinfurt bei Münster. Als Gottschalk ihn vor der Sendung fragt, auf was er sich denn an diesem Tag am meisten freue, antwortet er: „Auf Sasha. Ich muss Kontakte knüpfen, für meine Karriere.“ Kontakte knüpfen liegt in der Familie. In Tristans Elternhaus sind die Wände der Diele gekachelt mit Bilderrahmen. Kante an Kante zwängen sie sich zusammen – die Eltern treten seit 20 Jahren mit Varieté-Shows auf, auch vor Prominenten. Auf den Bildern steht Tristans Mutter neben Claudia Schiffer, Tristans Vater hält Wolfgang Joop im Arm. Und auch Tristan ist zu sehen, mit Eros Ramazotti, mit Sasha, mit Dieter Bohlen. Drei Mal hat sich Tristan bei DSDS beworben, Deutschland sucht den Superstar. Er sitzt jetzt auf dem schwarzen Ledersofa im Wohnzimmer, bunt bedruckte Jeans, weißer Pulli, seine Haut ist braungebrannt. Beim ersten Mal, 2003, scheitert Tristan in der Vorauswahl. „Das hat mich hart getroffen“, sagt er. Aber der Rückschlag spornt ihn an. Nach dem Ausscheiden nimmt er Gesangsunterricht, er singt zwei Stunden täglich, er macht Atemübungen, es wirkt – sein Stimmvolumen vergrößert sich. Plötzlich spricht Tristan lauter, und wie immer, wenn er einen Satz betonen will, setzt er das Prädikat zweimal: „Sänger ist so ein geiler und besonderer Beruf, ist das“, sagt er, „da braucht es auch besondere Anstrengungen!“ Wie Tristan mit einer besonderen Aktion die Aufmerksamkeit von Superstar-Juror Dieter Bohlen vor dessen Haus auf sich zog, liest du auf der nächsten Seite.
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