15.03.2007 - 04:49 Uhr

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Die 4-(2)-Jahres-Falle

Text: Digital_Data

Nach meiner Beobachtung scheitern viele Beziehungen nach 4 Jahren, aber warum ist das so ? Was sagen Betroffene ? Was ist mit der Liebe ? Man hört von Paaren die sich trennen immer wieder die selben Dinge: "Wir hatten uns nichts mehr zu sagen." Oder "Wir hatten plötzlich keine Gemeinsamkeiten mehr" Oder "Wir haben uns in verschiedene Richtungen entwickelt". "Wir haben uns in verschiedene Richtungen entwickelt". Kann das sein ? Wenn ich auf 40 Jahre Leben zurück blicke, dann sehe ich zwar schon Entwicklungen, aber eher geringfügiger Art. Der Feundeskreis ändert sich etwas, ein Hobby kommt dazu ein anderes schläft ein, aber ich als Person habe mich nicht wirklich stark verändert. Und schon gar nicht mehrmals in meinem Leben, immer dann wenn Beziehungen gescheitert sind. Was passiert also wirklich ? Am Anfang ist alles toll. Aber warum ? Hauptgrund ist, dass am Anfang viel ich nenne es Standard-Kommunikation abläuft. Ich grenze das mal in 5 große Gebiete ein: 1. Die Leben erzählen. Man hat viel erlebt, bis man sich trifft und das kann man dem anderen erzählen. Zum Beispiel die Leibesvisitation am Flughafen im Polizeirevier, eine Geschichte die ich immer wieder gerne erzähle, für sie ist es neu. 2. Die täglichen Dinge. Wieviel Zucker nehme ich in meinen Tee, warum mag ich Erdbeereis so gerne etc. 3. Das Hobby des anderen. Ich spiele Squash. Ich treffe eine Frau, die nicht squash spielt. Am Anfang interessiert sie das, es ist neu, es ist interessant, weil es mit mir verbunden ist, ein Teil von mir ist. Ohne mich würde sie sich nie für squash interesieren. "Was Du spielst Squash, interessant !" 4. Geschichten über die Arbeit. Mein Kollege hat schon wieder so ne blöde Sache gemacht und ich darf es wieder ausbaden. 5. Das gemeinsame Leben. Man macht viele Dinge zum erstenmal gemeinsam. Der erste Urlaub, zum erstenmal ins Kino, ins Schwimmbad, die gemeinsame Wohnung, das gemeinsame Leben organisieren. Viele Themen die man abstimmen muss, viel Kommunikation. Viele Leute denken, die Beziehung braucht Liebe um zu bestehen. Ich denke, die Liebe braucht eine gut funktionierende Beziehung um am Leben zu bleiben. Eine schlechte Beziehung tötet die Liebe in Rekordzeit. Und das Wichtigste ist das Reden. Man kann ein halbes Jahr ohne Sex auskommen, in einer Fernbeziehung leben, aber ein halbes Jahr ohne reden und es ist vorbei. Nach 18 Monaten bis 2 Jahren ist folgendes passiert: 1. Die interessanten Aspekte des vorherigen Lebens sind erzählt. Die Geschichten wiederholen sich, es fängt an langweilig zu werden. Der Partner hört diese Geschichten viel öfter als Freunde. Man hört nicht mehr richtig zu. 2. Sie weiß wieviel Zucker ich in meinen Tee nehme und alles andere. Welche Zahnpasta, welche Schokolade etc. Dieser Ast stirbt irgendwann völlig ab. 3. Irgendwann weiß sie mehr über Squash als sie jemals über Squash wissen wollte. Ich gehe hin, sie nimmt es zur Kenntnis. Heute war es wieder besonders toll, wie schon viele Male zu vor, oder der Gegner war wieder mal unfair, wie schon so viele Male zu vor, die Kommunikation ist nicht mehr so interessant und schläft ein. 4. Auch die Geschichten über die Arbeit sind eigentlich irgendwie immer die selben. Nichts neues. Würde ich jetzt eine andere Frau treffen sie würde mir zuhören und ich würde zu meiner Partnerin sagen, sie hat vel mehr Verständnis für meine Probleme als Du. Nun, meine Partnerin hatte 18 Monate vorher genauso viel Verständnis und die neue wird in 18 Monaten genauso wenig Verständnis haben, wie meine jetztige. 5. Der wohl wichtigste Punkt. Die neuen Dinge sind getan, man organisiert sich mehr und mehr wortlos in Ritualen. Man weiß im Schwimmbad, das man sich nach der Umkleide trifft, ja man hat schon einen festen Platz, der irgendwann mal gemeinsam ausgesucht wurde, vielleicht ist der eine schon im Wasser wenn der andere etwas länger braucht. Der Grund für die Probleme nach 18 Monaten bis 2 Jahren sind hauptsächlich, dass der Beziehung die neuen Impulse von außen fehlen. Aber auch alle anderen Standard-Kommunikationen fahren gegen null. Man hat sich nichts mehr zu sagen. Mehr noch es sind keine Gemeinsamkeiten mehr vorhanden. Ich erinnere mich an Gespräche mit früheren Partnerinnen wo wir beide zu dem Ergebnis kamen "wir haben ne ganze Menge Gemeinsamkeiten". Wenn ich heute darüber nachdenke, muss ich lachen. Weil wir uns fast Dinge aus den Fingern gesogen haben. Man will nicht scheitern, also redet man sich ein, man hat eine Menge gemeinsam. Sie mag Musik und ich mag Musik, dass es vollkommen unterschiedliche Musik ist, wird ausgeblendet. Was passiert also nach 2 Jahren: "Wir haben uns nichts mehr zu sagen" Die Standard-Kommunikation läuft gegen null. "Wir hatten plötzlich keine Gemeinsamkeiten mehr". Es waren wohl nie welche da, man hat sich halt was vor gemacht und hat nun den unverfälschten Blick. "Wir haben uns in verschiedene Richtungen entwickelt" Dein Squash und Deine Musik interessieren mich heute nicht mehr. Sie haben mich auch früher schon nicht interessiert, es hat mich nur früher interessiert, weil es ein Teil von Dir war. Nun braucht man aber noch ein bis zwei Jahre um wirklich zu realisieren, das die Beziehung eigentlich am Ende ist. Und wir sind bei 4 Jahren. Und 2 vollkommen verlorene Jahre am Ende, denn das Scheitern ist zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr zum aufhalten. Auch nicht mit einem gemeinsamen Kind, aber das ist ne andere Geschichte. Nun die schwierige Frage, wie umgeht man das Problem ? Ich denke ohne wirkliche Gemeinsamkeiten ist es ganz, ganz schwer. Man muss sich am Anfang klar werden, ob da mehr ist als nur Standard-Kommunikation und aufgesetztes Interesse am anderen. Wenn ich eine Frau treffe und ihr etwas aus meinem Leben erzähle und sie hört zu, dann ist das ein schlechtes Zeichen, es interessiert sie, aber es ist nicht wirklich ein Teil von ihr. Keine Gemeinsamkeit. Wenn sie aber aktiv mit mir darüber redet, dann könnte es eine gemeinsame Kiste werden. Die ersten 2 Jahre läuft es von alleine gut, da muss man aber den Grundstein legen für später. Die meisten versäumen das, auch ich bisher. Warum soll ich was tun, wenn es läuft. Nur dieses Laufen ist begrenzt, das muss man sich deutlichst klar machen. Man muss sich Gemeinsamkeiten aufbauen und man muss sinnvolle Gemeinsamkeiten suchen. Ihr Squash beizubringen ist sicher keine, unser Level wird immer unterschiedlich sein und wahrscheinlich will sie das auch gar nicht. Es geht mehr um Gemeinsamkeiten die sich ergänzen. Also wenn beide gerne fotografieren, dann gibt es die Gefahr des Konkurrenzkampfes. Wenn aber einer Fotograf und der andere das Modell wird, dann ergänzt man sich, erzeugt zusammen etwas neues Gemeinsames (auch wie eine Art Kind), etwas das einem auch die Zeit nicht mehr wegnehmen kann. Man will neue Ideen gemeinsam verwirklichen, dass erzeugt ne Menge Kommunikation. Dazu keine Rituale, kein das haben wir schon immer so gemacht, kein Samstagabend-Sex. Und an die Männer: Frauen hassen nichts mehr, als Vorhersagbarkeit. Wenn sie genau wissen was passiert. Ob das Sex, das gemeinsame Leben oder Geschenke sind. Das Geschenk, bei dem Du sicher weißt, sie mag es, ist eine schlechte Idee. Es ist keine wirkliche Überraschung. Suche was aus, wo Du denkst, sie könnte es mögen. Da ist Risiko dabei, für Dich und für Sie, aber auch Überraschung, die Würze des Lebens. Viele Männer erkennen zu schnell ihre Lieblingsblume, ihr Lieblingsparfum und dann bekommt sie das, zu jeder möglichen Gelegenheit. Das ist zwar super einfach, aber keine Überraschung. Manche Frauen würden dem Mann wohl gerne mal die wirkliche Bedeutung des Wortes Überraschung erklären, das solltet ihr wirklich tun ;-). Was ist heute anders. Vor hundert Jahren war die Welt von Familienunternehmen geprägt. Man arbeitete zusammen in der Metzgerei, auf dem Bauernhof etc. Kommunikation am Arbeitsplatz, gemeinsam Probleme lösen, gemeinsam Mittag machen etc. Heute lebt jeder seinen Job, man kann die Probleme des anderen zwar verstehen und zuhören, es sind aber keine gemeinsamen Probleme. Dazu kommt, dass man den ganzen Tag getrennt ist, kein gemeinsames Mittagessen etc. Das heutige industrielle Leben ist Gift für Beziehungen. 8 Stunden Arbeit, eine halbe Stunde Mittagessen, je 1 Stuinde zur Arbeit und zurück, evtl. etwas unterschiedliche Zeiten. Sie geht Montags zum Aerobic, ich Dienstag zum squash, Mittwoch ist das etc. Wo bleibt da die Zeit für die Beziehung. Am Wochenende ? Ich denke viele Paare führen eine Wochenend-Beziehung ohne es zu merken. Eine Beziehung ist nicht, zwei Leben nebeneinander her zu leben. Beide müssen etwas aufgeben, damit nun Zeit ist für die Beziehung da ist. Vielleicht muss sie das Aerobic aufgeben und er das Squashen oder man muss es anders organisieren, im selben Fitness-Zentrum. Dazu kommen einsame Hobbies. Gemeinsam einen Film anschauen ist besser als lesen. Denn lesen ist eine sehr einsame Beschäftigung, der andere kann nicht teilhaben. Wie bei Computer, striken etc. Es gibt Tätigkeiten, die man gut alleine machen kann, aber wenn der Partner da ist, dann sollte man das meiden. Die gemeinsame Wohnung. Bei ihm oder bei ihr. Eigentlich gibt es nur eine Antwort, eine neue gemeinsame Wohnung. Wenn aber bei einem, weil es nicht anders geht, dann MUSS die Wohnung umgestaltet werden um beiden zu genügen. Und nicht nach dem Motto, ich gestalte das Wohnzimmer, Du die Küche, ich suche die Vorhänge aus, Du die Lampen. Das sind keine gemeinsamen Entscheidungen. Jeder erzeugt für sich etwas eigenes. Man muss aber gemeinsame Dinge erzeugen, das hält zusammen. Das wichtigste Wort in einer Beziehung ist GEMEINSAM. Man muss alle Dinge des täglichen Lebens auf Gemeinsamkeiten abklopfen. Und wenn man dann das gemeinsam gestaltete Wohnzimmer anschaut und sagen kann, "Das haben WIR gut gemacht !", das ist es was Beziehungen brauchen. Also liebe Frauen, nicht das Haus umgestalten, wenn er in der Arbeit ist, denn das ist keine gemeinsame Entscheidung. Diese Dinge müssen einem aber klar werden um dagegen zu steuern, man braucht Gemeinsamkeiten, gemeinsame Ziele, ein gemeinsames Leben. Das klingt banal, ist es aber nicht, denn viele Paare fangen zu spät damit an, wir haben ja noch soviel Zeit. IHR HABT 18 MONATE !! Also fangt an, JETZT !! P.S. Kennt ihr die Story. Nach einer stürmischen Anfangsphase der großen und prikelnden Liebe wird es ruhiger und die Liebe wird ruhiger und tiefer und verändert sich. Unsinn !! Die schlecht laufende Beziehung macht das. Macht es richtig und Ihr könnt diese erste Zeit halten, für lange lange Zeit. Dies ist nicht vollständig, werde das vielleicht noch ergänzen.


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Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

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30.07.2007 - 00:55 Uhr
Digital_Data

@meerblau31

Okay, wenn es keine Häme war, dann ist ja alles wieder gut. Nur Superschlauer klang mir etwas verdächtig ;-).

subkutis
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Mag ich Mag ich nicht

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10.12.2007 - 04:23 Uhr
subkutis

die bindungsstärke zwichen partnern wird durch die höhe der oxytocin ausschüttung , je mehr desto länger, gesteuert. das baut dann ab in 2-4 jahren und ce est la vie . man oder frau sucht nen neuen der für endokrine ausschüttung sorgt. gibt es aber noch nicht als spray . hmm leider

Pferdeschwanz
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Mag ich Mag ich nicht

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09.01.2008 - 12:50 Uhr
Pferdeschwanz

beeindruckend wie du das so richtig auf den punkt gebracht hast!
hab ich auch alles schon durch, diese ganze chose!
ich hoffe dass ich zur nächsten 4'jahresgrenze mal was anderes erlebe! aber wir haben es ja grösstenteils selbst in der hand, nich' wahr!?

gruss

cougarten
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Mag ich Mag ich nicht

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21.04.2009 - 03:50 Uhr
cougarten

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