08.03.2007 - 20:47 Uhr

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Tag 20 [19.08.05]

Text: elias_b

Im Gebüsch gut aufgewacht und dazu noch recht früh losgekommen, bin ich. Es waren Bombeergestrüppe über denen ich schlief und mir gestern die Beine zerkratzte. Überall Nebel am frühen Morgen und das Laufen ging prima. Schon bei Hagenbach spreche ich mit einem Ehepaar über den Weg im Allgemeinen und den speziellen, nach Frankreich rüber. Ich würde es gar nicht merken , sagten sie. Eine morgentliche Radtour machen sie, nur ein bischen durch ihre Heimat. Von den Weinstraßen erzählen sie. Der Tag ist mal wieder noch nicht alt und ich lerne über den letzten Zipfel Deutschlands etwas Neues. Es wird wärmer. Eine gute Möglichkeit die Klamotten zu waschen und mich gleich mit. Der Rhein fliesst ja gleich hier. Also wirklich mal ganz frisch fühlend frühstücken, denke ich so. Und ich hätte es wirklich wissen können, mit Wasser überspülte Stufen sind rutschig. Ich rutsche aus und zack mitsamt Hose lande ich im Rhein. Ich weiss nicht, soll ich mich 'bedient' fühlen oder als Trottel? Die Sonne trocknet die nun auch gewaschene Hose, während ich im Gras sitze und frühstücke. Um Lauterbourg herum zieht sich der Weg. Ich kann die Stadt umlaufen, dafür gehts quer durch den danebenliegenden Chemiehafen. Ich verstehe nun auch, weshalb Frankreich nach dem Krieg das Elsaß haben wollte. Einfache Sache- Schifffahrt, Industrieanbindung. Ein Radfahrer empfiehlt mir später den Campingplatz von Seltz. Schön, hört sich einfach gut an. Also Seltz! Hinter Munchhausen sieht es am Himmel schon gar nicht mehr gut aus. Vielleicht 1-2 km vor dem ankommen kommt Wind auf und dann Gewitter, heftiger Regen..ungemütlich. Ich schaue mir den Zeltplatz an, eigentlich gemütlich. An einem See gelegen und wunderbare grasige Flächen, die Bäume allerdings viel zu weit auseinander und somit untauglich für mich. Ich entscheide mich für das Weiterlaufen. Will bis nach Seltz rein, für den Stempel ins Heftchen, evtl. weiter und sehen was sich ergibt. Vom Rhein bis in den Ort sind es noch 2 km. Regen. Am Ende des Campingplatzes eine Art dazugehörige Kneipe, wie man sie so kennt, für die Camper. Ich gucke an den Himmel, gucke Richtung Stadt und entscheide mich für ne Pause und Kaffee und ein Warten auf weniger Regen von oben. Irgendwie ist es in der Gaststätte kleiner als es aussieht. Ein paar kleine Tische, 2 Barhocker und ein paar Leute, Theke und somit ausgefüllter Raum erwartet mich beim Eintreten. Ich bestelle Kaffee. Ich werde herzlich begrüsst. Riesenrucksack, sonst nass, die Leute fragen, was ich draussen zu suchen hätte. Der korpulente (Wolfgang?) lädt mich, nachdem klar ist dass ich das erste Mal im Elsaß bin, auf einen hausgemachten 'Elsässischen Flammkuchen' ein. Wow! Nebenbei erzähle ich meine Geschichte, es ist erstaunlich, an allen Tischen gucken sie in meine Richtung und hören zu. Mir schmeckts und wenn ich kaue, wirde rege erzählt- neue Fragen überlegt. Kirsten die Bedienung ist aus Leipzig und wohnt schon länger im französichen Grenzgebiet. Sie schmeisst hier den Laden und die 'Jungs' liegen ihr zu Füssen. Der dickere Herr spendiert komplett alles, Kaffee, Cola, Flammkuchen (extra Portion). Den zweiten Kaffee stellt mir Uwe einfach hin, es ist mal wieder Wahnsinn. Gerade war ich noch mit den Gedanken draussen im Regen. Gefühlte 5 Augenblicke später sehe ich mich in einer Runde glücklicher Menschen wieder. Uwe ist es, der beginnt aus seinem Leben zu erzählen und dass er am nächsten Tag Besuch bekommt. Bis dahin könnte ich ja in dem Zelt schlafen. Ich entscheide mich trotz des Angebotes, nach 2 Stunden zum Weiterlaufen. In dieser Zeit habe ich meine Geschichte erzählt und in Auszügen, das halbe Leben der Anderen gehört. Ich hole mein Buch heraus und bitte um ein Satz für meinen Weg, einen Gedanken, irgendwas. Kirsten stempelt mir den Pilgerpass mit dem Kneipenstempel. Völlig verrückt das Ganze.
(19.8. Bon voyage, Thomas. Ich bewundere Deinen Enthusiasmus und wünsche Dir, dass Du Dein Ziel geographisch und menschlich erreichst -Uwe)
(19.8. Lewi- Das sind die Starken im Lande, die Ihre eigenen Tränen verbergen und Andere glücklich machen!)
(19.08.05 für Thomas- Ich wünsche Dir auf Deinen Weg, Glück, Gesundheit, Freude immer nette Menschen un Dich, das Du in schwierigen Situationen immer die richtige Entscheidung findest und Deinem Ziel motiviert entgegen gehst und dort auf eine Superleistung zurückblicken kannst. Die 3 aus Seltz/ Elsass Uwe,Lewi und Richard werden in Gedanken mit Dir sein. Richard) Die Füsse sind wieder fit und ich laufe bis kurz vor Beinheim. Eine Picknickecke scheint mir recht angenehm. Im Nieselregen Hängematte hinhängen. Vive la France- was für ein Start. Die Leute haben in Memento geschrieben. Ich schicke Ihnen eine Karte! ________________________________________ Uwe- Aussteiger, Dauercamper seit 4 Monaten, akad. Abschluss Physik Lewi- Weltenbummler, nun mit Haus in Seltz, kommt aus Finsterwalde Richard- denke so knapp über die 60, wohnt auch in Seltz Der Dicke (Wolfgang?)- halbes Jahr Dauercamper/ halbes Jahr Spanien (Haus dort), selten in seiner Wohnung in Deutschland wie er sagt. Die lange Reise in Etappen


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his_lady
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Mag ich Mag ich nicht

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09.03.2007 - 13:23 Uhr
his_lady

"19.8. Lewi- Das sind die Starken im Lande, die Ihre eigenen Tränen verbergen und Andere glücklich machen!"

Wie wahr.....

Ach, ich mag deine Erzählungen! Sie sind hundertmal besser als dieser Hape-Kerkeling-Schinken, den alle so loben und den ich so unecht finde.

adnarel
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Mag ich Mag ich nicht

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09.03.2007 - 17:53 Uhr
adnarel

uiuiui.
der herr geht weiter.

sehr schön

***

die_meinungsforscherin
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Mag ich Mag ich nicht

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09.03.2007 - 18:01 Uhr
die_meinungsforscherin

endlich!

femme_d_argent
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Mag ich Mag ich nicht

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12.03.2007 - 10:30 Uhr
femme_d_argent

es geht weiter, fein!

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elias_b

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