25.02.2007 - 19:45 Uhr

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Meine Entscheidung: Wie sich Userin Jane entschloss, in die USA zu ziehen

Text: peter-wagner

jetzt.de widmet sich dem Thema Entscheidung. Im Text Generation Option beleuchten wir, ob uns die Vielzahl der Möglichkeiten, sei es privat, in der Ausbildung oder im Job zu Schaffen macht. Und künftig werden User, Redakteure und viele Andere unter dem Label "Entscheiden" von Situationen berichten, in denen sie sich entschieden haben. Den Anfang macht jetzt.de-Userin jane. Hier erzählt sie, wie sie sich der Liebe wegen entschloss, in die USA zu ziehen

Ich bin eine entscheidungsfreudige Jane. Nach jeder erfolgreich abgeschlossenen Lebensstation setzte ich mir ein neues Ziel in den Kopf, ließ mich in seine Richtung treiben und kam immer an. 2004 überlegte ich mir, ein Praktikum in Amerika zu machen. Ich verschickte wahllos Bewerbungen und wurde kurze Zeit später bei einer kleinen Firma an der Küste Georgias eingestellt. Ich packte einen Koffer, einen Rucksack und eine Tasche. Ich fragte mich kein einziges Mal, was ich da eigentlich machte. Ich flog einfach und wurde belohnt mit heißem Wetter und weißen Sandstrände. Mit boiled peanuts und collard greens. Und mit einer neuen Liebe. Sechs Monate später kam ich nach Deutschland mit der Idee, der Liebe wegen Kisten zu packen und in die USA zu verschicken – mich gleich mit dazu. Um nicht ganz irre zu wirken, erklärte ich Eltern und Freunden das große „Eventuell“ in dieser Geschichte und ließ das kleine „Definitiv“ unter den Tisch fallen. Und dann verlobten wir uns einfach, die neue Liebe und ich. Am Strand breitete er eine Decke aus, reichte mir ein Glas Champagner, kniete nieder und hielt mir zitternd einen Diamantring entgegen, den ich freudestrahlend nahm. Es folgten wochenlange Vorbereitungen. Ich saß Stunden bei der amerikanischen Botschaft, um ein Visum zu erhalten, verkaufte meine Möbel, packte ein und wieder aus, schleppte Kartons, buchte Flugtickets, bewarb mich bei amerikanischen Universitäten und übersetzte unzählige Dokumente. Dazwischen baute ich einen Ferienjob ein, verbrachte ein Wellnesswochenende mit meiner Mutter, ging mit meinem Vater zum kältesten Fußballspiel aller Zeiten ins Stadion und telefonierte stundenlang mit dem Verlobten. Im Nachhinein denke ich mir gerne, dass die Entscheidung für Verlobung und Auswanderung durchdacht war, aber das wäre fast schon eine Lüge. Denn ich war gespannt und entspannt, erschrocken und glücklich, fühlte mich durcheinander und trotzdem völlig bei Trost. Freunde in Deutschland entmutigten mich, indem sie meine Entscheidung nicht nachvollziehen konnten. Die positiven Bemerkungen ließen sich an genau zwei Fingern abzählen. Trotzdem ging ich. So taten er und ich einen Schritt nach dem anderen, manchmal auch rückwärts; nach Hause wollte ich, wenn es schwer und fremd wurde. Dann schmiss ich den Ring durch die Gegend, packte meinen Koffer, stampfte aus dem Haus und dann gleich wieder zurück. Getroffene Entscheidungen sind nun mal getroffen und bei großes Entschlüssen hilft nur großes Vertrauen in die Richtigkeit der eigenen Taten. Die Liebe ist immer da. Ich gewinne jeden Tag mehr von diesem neuen Leben und verliere gleichzeitig meine alten Wurzeln. Ich bin gespalten und es macht Spaß. Ich kenne nun von zwei Seiten all meine Erlebnisse und Erfahrungen, einer deutschen und einer amerikanischen. Mein Leben hat sich verdoppelt und bisher bin ich nicht bereit, das wieder aufzugeben. Das habe ich mir so gedacht und es war gar nicht so schwer.


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meandme
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Mag ich Mag ich nicht

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25.02.2007 - 22:12 Uhr
meandme

so sollte man öfters denken.
Nur wer handelt, kann entscheiden, ob es sich gelohnt hat.

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Mag ich Mag ich nicht

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25.02.2007 - 22:12 Uhr
meandme

so sollte man öfters denken.
Nur wer handelt, kann entscheiden, ob es sich gelohnt hat.

Schnorschel
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Mag ich Mag ich nicht

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26.02.2007 - 00:44 Uhr
Schnorschel

Auch ich habe so entschieden. Allerdings mit mehr Sack und Pack. Ehefrau, zwei Kinder und ein 40-Fuß-Container voll mit Hausrat. Bonn - Florida hieß vor fünf Jahren die Umzugsroute, die Auswanderung wegen amerikanischer Frau fast nur eine Formalität. Kulturschock kam umgehend in Form von winziger fensterloser Arbeitsparzelle, Cubicle genannt. Mittlerweile etabliert und aus dem Gröbsten heraus. Tja, auch Mittdreißiger machen manchmal Entscheidungen, die rational schwer zu begründen sind. Georg (schorschiz@yahoo.com)

farilari
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26.02.2007 - 09:04 Uhr
farilari

kann ich sehr gut nachvollziehen, die entscheidung. ich pendle im moment, mehr oder weniger, zwischen den usa und europa (also, pendeln im jahresrhythmus, sozusagen...) und die usa hat so viele vorteile.

aber auch bei mir fiel die entscheidung eigentlich so aus dem bauch raus, irgendwie.

phili
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26.02.2007 - 09:17 Uhr
phili

Hm
wenn Jane den Text schreibt, wieso wird dann Peter Wagner als Autor genannt und überall aufgeführt?

Nicht fair!
sagt ein jane-abonnent

air_kaviar
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Mag ich Mag ich nicht

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26.02.2007 - 09:53 Uhr
air_kaviar

die fettdrucke sind gausam. wirkt billig.

psilo909
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Mag ich Mag ich nicht

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26.02.2007 - 10:55 Uhr
psilo909

ein freund wäre fast wegen der liebe nach tokyo und hätte seine whg. aufgegeben die er grade abbezahlt.. zum glück war er nicht so doof

diedrossel
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Mag ich Mag ich nicht

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26.02.2007 - 12:19 Uhr
diedrossel

klingt wie jane mit angezogener handbremse. ;o)

ein_oxymoron
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26.02.2007 - 12:24 Uhr
ein_oxymoron

sehr schön.
ich kann da ja nicht so richtig mitreden, weil es bei mir eigentlich keine bewusste entscheidung war, auszuwandern, sondern eher so ein "versehen".

der_ingenieur
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Mag ich Mag ich nicht

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26.02.2007 - 12:58 Uhr
der_ingenieur

Freut mich, dass Du Dich nicht entmutigen lassen hast!
Ohne Risiko veraendert sich nichts, und Stagnation ist langweilig. Vor allem - was ist eigentlich das Risiko, auszuwandern? Wenn's nicht klappt/ geklappt haette, dann kommste halt wieder zurueck, und hast eine Menge gelernt.

Ich bin auch aus D ausgewandert. Vielleicht komme ich auch bald in die USA, mal sehen.

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peter-wagner

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.


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