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Schrammelgitarren und Piano: The Indelicates über Pete Doherty und ihre Tour

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Der Rolling Stone hat eure Musik als Neo-Brecht/Weill beschrieben. Ist das nicht ein fantastisches Kompliment? Julia: Auf alle Fälle. Ich komme eigentlich aus der Cabaret-Richtung, spiele Klavier und tanze. Unsere Musik basiert sehr viel auf unseren Songtexten und zusammen mit dem Piano ist die Brecht/Weill-Sache natürlich ein sehr schmeichelnder Vergleich. Mit dem Song „Waiting For Pete Doherty To Die“ habt ihr für viel Aufregung gesorgt. Haben euch danach Babyshambles-Fans mit Hassbriefen bombardiert? Julia: Uns haben eine Zeit lang wirklich viele Briefe und Emails erreicht, die uns wegen dieses Songs angriffen. Hauptsächlich waren das aber Leute, die nur den Titel gelesen hatten, der natürlich absichtlich so offensiv gewählt ist. Simon: Scheinbar wurde unser Song auch in vielen Babyshambles-Internetforen diskutiert und wir hatten tatsächlich ein paar Leute, die extra deswegen zu unseren Konzerten kamen, um, wie sie sagten, herauszufinden, ob wir wirklich hassenswert sind. Die merken dann ja auch sehr schnell, dass wir nicht Pete selbst angreifen, sondern eigentlich diese heuchlerische Maschinerie, die dahinter steckt. Der Song ist keine alleinige Medienkritik, denn die Medien würden nicht so viel liefern, wenn nicht ein so großes Interesse bestünde. Schon mit dem Tod anderer Musiker wie Kurt Cobain wurde viel Geld verdient. Das Spannende an Petes Geschichte ist, dass jeder Schritt des Verfalls verfolgt wird. Man ist quasi einer der kreisenden Geier, die auf das Ende warten.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Ab dieser Woche tourt ihr mit diesem und natürlich euren anderen Songs durch Europa und kommt auch nach München. Seid ihr vorher schon einmal hier gewesen? Julia: Ich bin halb Österreicherin und einige Verwandte von mir wohnen auch in der Nähe von München. Dann kannst du ja deutsch. Julia: Naja, ich habe deutsch hauptsächlich dadurch gelernt, dass ich meiner Mutter beim Telefonieren zuhörte. Deswegen spreche ich deutsch mit einem seltsamen Wiener Akzent. Außerdem schaue ich bei meinen Besuchen gerne deutsches Fernsehen. Also hauptsächlich schalte ich zwischen deutschem und österreichischen Fernsehen hin und her. Die Sendungen laufen irgendwie immer gleichzeitig und mein Cousin und ich amüsieren uns dann über die unterschiedlichen Synchronstimmen. Sammelt ihr Souvenirs auf eurer Tour? Julia: Mir ist aufgetragen worden, ich soll unbedingt Schinken aus Bayern mitbringen. Scheinbar gibt es bei euch besonders guten Schinken. Wie seid ihr unterwegs, wenn ihr auf Tour geht? Julia: Wir fahren mit einem Van. Ich denke, das wird ganz bequem. Allerdings haben wir den noch nicht bezahlt. Habt ihr bestimmte Rituale vor euren Auftritten oder danach? Julia: Rituale kann man das nicht nennen. Ich wasche mir die Hände, damit sie warm sind für das Piano, aber das ist kein Ritual. Wir trinken vorher zusammen Whisky und auch gerne danach. Aber das ist ein Ritual, das wir auch ohne Auftritt hinbekommen. Bleibt ihr nach euren Auftritten lieber Backstage oder mischt ihr euch unter das Publikum? Julia: Manchmal ist es ganz nett Backstage zu bleiben, aber eigentlich gehen wir fast immer irgendwann ins Publikum. Man möchte schließlich auch ein bisschen Feedback bekommen, wie der Auftritt war und wie die Stimmung danach ist. Verfolgt dich deine Pipettes-Vergangenheit, jetzt wo du mit den Indelicates auf Tour bist? Julia: Ich werde oft danach gefragt, aber da gibt es nicht viel zu sagen. Mit den Indelicates machen wir ganz andere Musik, deswegen spielt das keine Rolle mehr. Unsere CD erscheint Mitte Februar in Deutschland und das steht im Moment natürlich im Mittelpunkt. Termine: 12. Februar: Hamburg, Grüner Jäger 13. Februar: Offenbach, Hafen 2 14. Februar: Freiburg, Swamp 15. Februar: Berlin, Magnet 16. Februar: Würzburg, Café Cairo 17. Februar: München, Prager Frühling Foto: indelicates.com

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