Umfrage: Ihre Lebensstituation bitte?
Text: tuuli
Halbschlaf.Telefonklingel.
"Wir machen eine Umfrage zur Lebenssituation 14-49 jähriger Frauen in Deutschland."
Kopf:
Was? Wer? (Akustisches Problem.)
Radio ausmachen? (Physisches Problem.)
Kenn ich den Akzent? Vielleicht Grieche? Will der mich entführen?
nichtablegbarer Klischeegedanke. (Gesellschaftliches oder doch nur individuelles psychisches Problem?)
"Wir machen eine Umfrage zur Lebenssituation 14-49 jähriger Frauen in Deutschland."
Herz:
Autsch. Nicht danach fragen, bitte. Abwimmeln.
"Ja hm, hab jetzt leider keine Zeit. Sorry. (Lüge)
Außerdem ist mir die Frage unangehm. (Wahrheit)"
"Die Fragen brauchen ihnen nicht unangenehm sein, das ist eine anonyme Umfrage."
Kopf: Ja, das kann jeder sagen.
Herz: Autsch, autsch, autsch, nicht fragen, nicht fragen.
Kopf: Wahrscheinlich sind das echt ganz banale Fragen.
Herz: Autsch.
"? ... Naja, nicht heute. (Lüge)"
"Wann denn dann. Vielleicht morgen, wann?"
"Hm. Ja, morgen können sie anrufen. Vielleicht ist ja dann irgend jemand anderes da (Wahrheit)"
"Oder ist jetzt jemand anderes da?"
"Nein. Weis ich nicht. Man, entweder sie rufen morgen an oder sie lassen es besser." Im Ton vergriffen. (altersbedingtes Problem.)
"Auf wiederhören." Scheiß freundlich. (Problem? Ansichtssache.)
"Wir machen eine Umfrage zur Lebenssituation 14-49 jähriger Frauen in Deutschland."
Kopf:
Lebenssituation 14-49jähriger Frauen? Warum Frauen? Gleichberechtigung bitte. Oder war das jetzt doch das organisierten Verbrechen. 'Hallo, wie gehts ihnen so? Diät haben sie nicht nötig? Wir hätten aber trotzdem einen tollen Abnehmer für sie!'
Neue Texte zum Label 'telefon':
Textoptionen
0
13.02.2007 - 01:37 Uhr
uebersicht