Tod

07.02.2007 - 16:36 Uhr

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Tage wie dieser...

Text: shirin80

Ich wollte immer einen Text über dich schreiben, über das, was du mir bedeutet hast und wer du warst. Eine Hommage an einen der wichtigsten Menschen in meinem Leben sozusagen. Nun bist du seit vier Jahren tot und geschrieben ist noch immer nichts. Aber manchmal fehlen einem die Worte, auch über Jahre. Es ist nicht so, dass du jung oder unerwartet gestorben bist. Aber manchmal, wenn die lang erwartete Endgültigkeit eintritt, stürzt man dennoch in ein Loch, das keinen Boden zu haben scheint. Das Leben geht weiter, sagt man so leicht fertig. Tut es auch. Man macht, was man immer getan hat. Es ist eben nur anders. Anders, weil man, egal ob etwas gut oder katastrophal gelaufen ist, nicht mehr in dein Wohnzimmer stürmen kann, die Vitrine nicht mehr nach tollen Leckereien durchstöbern und dir alles erzählen kann. Du kannst dich nicht mehr mit mir freuen, nicht mehr, so vollkommen urteilslos, meine Krisen mit mir durchstehen. Wenn etwas schief lief, hast du nie viel gesagt und ich glaube, das habe ich am meisten an dir geschätzt: dieses wissende Schweigen und deine Art mit Hilfe deines Wohnzimmers einen Schutzbunker vor dieser manchmal so schrecklichen Welt zu gewähren. Ich vermisse dich täglich. Und an manchen Tagen noch mehr. An Tagen, wie heute, wo mir schon seit dem Aufwachen die Tränen nur so runter laufen. Wo nichts stimmt, nichts klappt und ich nicht weiß, wie ich es stimmig und klappend machen soll. Wo ich nichts mehr bräuchte, als an deinem Wohnzimmertisch zu sitzen, bei Kaffee und Keksen, eine Kerze anzuzünden und über Gott und die Welt, alte und neue Geschichten zu reden. Oder im Herbst – weißt du noch, wie wir die fallenden Blätter beobachtet haben? Als du schon längst nicht mehr raus konntest. Und die Vögel, die sich auf sämtlichen Leitungen trafen, bevor sie ihre große Reise in den Süden antraten. Den Herbst hast du geliebt. Die ersten Dominosteine des Jahres- die gab’s immer bei dir. Und noch heute, wenn ich in den ersten Dominostein des Jahres beiße, denke ich an dich und wünsche mich zurück in dein wohlig warmes Wohnzimmer, wenn es draußen stürmte. „Hasse denn auch was schönes vor heut Abend?“ wolltest du oft wissen. Spaß haben, das ist wichtig, das wusste niemand besser als du. Ja, habe ich. Und das Wochenende war toll, zwei Konzerte, stell dir vor, war ganz klasse. Und auch an solchen Tagen stehe ich an deinem Grab, zünde eine Kerze an und wünschte, es wäre immer noch die auf deinem Wohnzimmertisch…..


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3 Kommentare

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tangea
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Mag ich Mag ich nicht

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06.02.2007 - 14:18 Uhr
tangea

sehr schöner text. und erinnert mich auch ein bisschen an meine eigene situation. *

paleika
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Mag ich Mag ich nicht

0

10.08.2008 - 22:30 Uhr
paleika

die leckereienvitrine, oh ja. immer wieder tränen.
nur am grab, da war ich noch nie...

Sternseherin
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Mag ich Mag ich nicht

0

13.04.2009 - 19:38 Uhr
Sternseherin

da schwirren einem nun tausende gedanken durch den kopf, und denoch bringt man es nicht fertig sie auf's papier zu bringen.. weil die passenden woerter einfach immer fehlen.


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