29.01.2007 - 19:00 Uhr

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Dominique und die wahre Geschichte der Blutdiamanten

Text: stefan-biro

Was Leonardo di Caprio nicht weiß: Die Münchnerin Dominique war in Sierra Leone und erzählt die wahre Geschichte der Blutdiamanten und des Bürgerkrieges.

Ein Eintrag im Notizblock von Dominique Panke, vergangene Woche: „Donnerstag, 19.30 Uhr, Kino-Premiere von Blutdiamanten!“ Seit nun fünf Tagen läuft in den Kinos „Blood Diamond“, ein Film mit Leonardo di Caprio über den Bürgerkrieg in Sierra Leone. In den 90ern bekriegten sich in der westafrikanischen Republik Regierungstrupps und Rebellen, bis zu 200.000 Menschen kamen ums Leben. Dominique, 26, studiert Politikwissenschaft. Sie wollte nicht Leonardo di Caprio sehen. Ihr geht es um Sierra Leone. Im Juni vergangenen Jahres war sie dort und führte für ihre Magisterarbeit zum Thema „Wahrheit und Versöhnung in Sierra Leone“ 53 Interviews mit Tätern und Opfern des Krieges. Zurück kam die schöne Afrikaforscherin mit 28 vollen Kassetten und 1220 Minuten Klartext. Vier Jahre nach Kriegsende wollte Dominique wissen: Wie gehen die Sierra Leonies mit den erlebten Grausamkeiten um? jetzt.muenchen: Dominique, was hast du die Leute gefragt? Dominique: Ich hatte mir als Leitfaden für meine Interviews 20 Fragen überlegt. Anfangs habe ich mich ziemlich stark an diesem Fragenkatalog orientiert, doch später bin ich immer mehr davon abgewichen. Auf keinen Fall wollte ich riskieren, mit harten Fragen nach dem Leben im Krieg möglicherweise alte Wunden wieder aufzureißen. Mich interessiert ja nur, wie die Menschen heute damit klar kommen.
Dominique beim Auswerten ihrer Sierra Leone-Tapes Wer waren deine Ansprechpartner in Sierra Leone? Mein erster Kontakt war das „Forum of Conscience“ (FOC), eine Menschenrechtsorganisation in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone. Den Kontakt zum FOC hatte ich bereits von München aus hergestellt - über das Internet. Die haben mich bei der Organisation meiner Interviews enorm unterstützt. Schon am Flughafen wurde ich von zwei FOClern empfangen. Was passierte dann? Ich bin mit einem Chauffeur in die Dörfer gefahren, die mir das FOC empfohlen hatte. Planen konnte ich sonst kaum etwas, das meiste lief sehr spontan. Die Leute wurden teilweise vom Bürgermeister von den Feldern geholt, nachdem der mein Vorhaben bewilligt hatte.
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