Eiszapfen und rote Fingerspitzen
Die beiden liegen auf dem großen Bett, dass ihr manchmal viel zu groß vorkommt. Und trotzdem ist sie schon oft auf den kalten Holzboden gefallen. Sie liegen dort und draußen schneit es. Er hatte Schneeflocken im Haar, winzige schillernde Schneeflocken, wie frische Kokosraspeln, und er roch nach – 2 Grad Celsius und roten Fingerspitzen, als sie ihm die Tür öffnete. Dann sprach er vom Winter und dem Rehkitz, was er auf dem Waldweg beim Laufen am Morgen gesehen hatte und sie lächelte ihm mit einem Auge zu. Langsam schloss sie die schwere Holztür und wartete, bis er den dunkelgrünen Mantel dort hingehongen hatte, wo er immer hang. Einen Kuss auf die Stirn. Einen Kuss auf das rechte Auge. Einen Kuss auf die Schläfen. Er gab ihr drei Küsse auf die Stirn. Und sie gingen in ihr Zimmer, er zuerst, die angelehnte Holztür nur leicht zur Seite drückend, sie nach ihm. Der Schnee schwebte gegen das Dachfenster. Schnee trommelt wie leiser Regen kurz vor Sonnenaufgang, flüsterte er ihr ins Ohr. Sie standen lange vor dem Fenster und schauten zu, wie der Mond zu leuchten begann und die Krähen sich auf dem Strommast versammelten. Sie schauten zu, wie der Schnee den Tannen ihr Grün wegnahm und wie die Nachbarin leise aus dem Hof fuhr. Ihre Hand seine umklammernd. Sie findet es blöd, Vorhänge an Fenstern zu haben. Der Weg zu dem großen, viel zu großen Bett. Und das kurze Loslassen seiner Hand. Sie denkt sich Liedzeilen aus, immer wieder, wenn sie in der U-Bahn sitzt, die diesen Moment beschreiben. Und er zieht ihr den Kapuzenpullover aus, es ist, als würde er ihn ihr Streifen für Streifen ausziehen und die Streifen wären bunt, und sie nimmt den Wecker und stellt ihn unters Bett. Sie denkt daran, wie sie sich früher immer eine Höhle gebaut hat. Stühle und Decken und viele Kissen. Und wie sie alleine war, obwohl die Schwester mit ihrer Freundin daneben. Die Decke ist noch etwas kühl und es riecht nach warm werdender Haut und seine Lippen schmecken nach Eiszapfen. Wieder nimmt er ihre Hand und sie liegen dort nebeneinander und an der Decke kleben ein paar Sterne. Und der Mond scheint kurz durch das Fenster und man hört, wie das Auto zurückkommt, der Schnee knirscht mit den Reifen. Sie fragen sich jedes Mal, wo das Auto war. Wo die Frau hingefahren ist. Und dann erzählen sie sich Geschichten, bis ihre Stimme ein bisschen wie seine klingt und alle zweiten Straßenlaternen ausgehen. [Sie fällt nie aus dem Bett, wenn er neben ihr liegt.]- gefühlte ansichtssache 30.10.2011
- Auf Anfrage... 29.09.2011
- gasherd 21.07.2011
- Mondphasen 21.01.2011
- Du bist Ostblock 20.01.2011
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jede zweite laterne aus?
ist es so
mädchen.
du weißt, wie sehr ich dich darum beneide. wie sehr.
süß geschrieben








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28.01.2007 - 19:33 Uhr
DerHerrAlbert
so idyllisch!
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