26.01.2007 - 19:00 Uhr

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Kunstaktion „Girlfriend Experience“: Du sollst diese Menschen steuern

Text: stefan-biro

Über eine Call-In Show in Amsterdam, die Freitagabend um 20 Uhr startet

Martin Butler, 37, ist britischer Performance-Künstler. Sein Themenkosmos: die Grauzone zwischen realem und virtuellem Sex. „Reine Körperlichkeit ist nicht mehr“, sagt Martin. Nicht im echten Leben, und auch nicht beim virtuellen Liebesspiel. Das will er nun beweisen: In Amsterdam hat er ein Zimmer gemietet, in das er vier holländische Mädels und Jungs verpflanzt hat, die ab heute, 20 Uhr, auf deinen Skype-Anruf warten. Dazu loggst du dich hier ein. Die vier attraktiven Oranjes sind zu 100 Prozent real, doch am PC-Bildschirm erscheinen sie als virtuelle Körper, als Avatare. Du suchst dir einen der vier Avatare aus und hast dann zehn Minuten, mit ihm oder ihr zu chatten. Kommunikation ganz nach Wunsch: Flirten, Philosophieren oder auch Provozieren, alles ist erlaubt, bis dich der Avatar aus der Leitung schmeißt.
Available, busy, available, off line: die vier Avatare. Was will Martin mit dieser Chatroom-Aktion erreichen? Er sagt, es geht ihm darum, auf den paradoxen Charakter von sozialer Interaktion im Netz hinweisen: „Wir nutzen das Internet, weil uns die Anonymität der Online-Kommunikation Sicherheit gibt, Sicherheit, die wir vielleicht sonst nicht hätten. Andererseits ist das Internet auch immer eine Projektionsfläche für unsere intimsten Wünsche. Meine Aktion soll zeigen, wie Anonymität und Intimität im Netz verschmelzen.“
Martin, hier kunstvoll als Stillleben drapiert. (Foto: Freuden/Verhagen) Die Aktion läuft unter dem Titel „The Girlfriend Experience“, ein Schlagwort, das Martins Theorie exakt wiedergibt. „Girlfriend Experience“ gilt in den USA als populäre Huren-Dienstleistung. Der Hintergrund: Männer wollen Vertraulichkeit und Kumpanei beim Liebesspiel, zumindest die Illusion davon. Martin, der beziehungstechnisch verarztet ist, weiß wovon er spricht. Aber auch notorische Singles und polygame Nicht-Singles wenden sich oft an Prostituierte, mit denen sie ein Bier zischen, Fußball-Tippscheine ausfüllen und danach rumknutschen können, verrät uns Martin, der schrille Performer. Bis zum 9. März ist Zeit, mit den Avataren Kontakt aufzunehmen; jeweils von Mittwoch bis Freitag, von 20 bis 23 Uhr.


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3 Kommentare

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hosiewood
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Mag ich Mag ich nicht

0

26.01.2007 - 20:54 Uhr
hosiewood

ich verstehe den sinn dahinter nicht wirklich. für mich macht es nichts deutlich, es sei denn die jungs und mädels verhalten sich innerhalb dieser zehn minuten chat-zeit wie freund/freundin. wie es scheint ist davon aber nicht die rede. erklärt mir jemand was dahinter stecken soll?ahhh

Haschkeks
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Mag ich Mag ich nicht

0

27.01.2007 - 16:22 Uhr
Haschkeks

So so.

Oh, die zwei Damen stehen ja auf Zehenspitzen!

mildbutwild
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Mag ich Mag ich nicht

0

29.01.2007 - 18:07 Uhr
mildbutwild

Ich glaube der Unterschied zu einem normalen Chat ist, dass man die Personen wie einen Avatar steuern kann...also durch die Wohnung laufen lassen kann, sich hinsetzen, aufstehen usw. Der Effekt ist, dass man reale Menschen so steuert, wie man sonst seinen WoW-Charakter (oder 2ndlife-Charakter) steuert. In diesem Fall sind das also nicht virtuelle Figuren, die reale Personen darstellen, sondern reale Personen, die virtuelle Figuren darstellen...mit dem interessanten Kniff, dass für den Nutzer kein Unterschied zu erkennen ist: Da die Interaktion für ihn virtuell stattfindet ist sie ähnlich gelagert, wie die steuerung eines virtuellen Avatars.

Finde ich schon ein recht spannendes Projekt...


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