Endlich im Kino: „Enron – The smartest guys in the room”
Diesen Film solltest du dir ansehen, denn er verkörpert ein rares Genre: den Typus des investigativen Wirtschaftsthrillers
„Enron – The smartest guys in the room” dreht sich um den folgenschwersten Firmenbankrott in der Geschichte der US-Wirtschaft. Es geht um die Pleite von Enron, einem texanischen Energiehändler. Als Enron 2001 Insolvenz anmeldete, war es eines der sieben größten Unternehmen in den USA. Ein Schock, denn niemand hatte vorausgesehen, dass die Firma wie ein Kartenhaus zusammen fallen würde. Gebaut auf Schulden, falschen Versprechen und frisierten Bilanzen. „Enron – The Smartest Guys in the Room“ ist weniger Dokumentation als ein packender Wirtschaftskrimi. Der Oscar-nominierte Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Bethany McLean und Peter Elkind. Neben den beiden Journalisten kommen im Film Börsianer, Politiker, Rechts- und Staatsanwälte zu Wort. An der Chronologie der Ereignisse entlang zerpflückt der Film den Fall Enron. Zum Beispiel die beschaulichen Firmenanfänge in der texanischen Einöde, wo Enron 1985 ins Energiebiz einstieg. Die engen Verbindungen zum Bush-Clan, der dem Unternehmen stets gewogen war. Und die Energiekrise in Kalifornien 2000, als Enron dem Film nach mit Absicht Kraftwerke lahmgelegt haben soll, um danach die Strompreise explodieren zu lassen. Enron ist somit ein Paradebeispiel für eine gescheiterte Deregulierung von Energiemärkten und für eine naive Wirtschaftspolitik, die sich an den Markt und seine Handlanger verkauft hat – ein warnendes Beispiel auch für Liberalisierungs-Fanatiker in den Gremien der EU und sonst wo.
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24.01.2007 - 19:05 Uhr
WallStreet
wenn du als investmentbanker eine transaktion strukturierst, z.b. ein terminkontrakt, welche einmal im kreis geht und wenn man den kreis schliesst ist es kein ölverkauf mehr in der zukunft sondern einfach ein kredit -- also ich glaube das fällt dir auf; auch wenn die firmenstrukturen und parteien der transaktion gut verschachtelt sind.
generell waren doch alle dran interessiert, dass die scheisse nicht den bach abgeht, deshalb haben sie sie immer höher gestapelt und so ein pferd mit gebrochnem genick noch ein ganze weile im rennen gehalten. ist doch wie mit drogen, klein fangen die leute an, und dann müssen sie immer mehr nehmen. enron musste ja hauptsächlich schulden verstecken, um um das downgrade zu vermeiden, soweit ich das verstehe.
@kulturgut: in diesem sinne habe ich es eigentlich auch gemeint; denke generell , dass die us normen zu regelgebunden sind, finde den IAS ansatz besser. denn kleine regeln die löcher stopfen kann man umschiffen, prinzipien eher weniger. und sarbanes oxley verstopft ja noch viel mehr als die fehler im system.
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24.01.2007 - 19:04 Uhr
WallStreet
@tom: du hast recht, wenn du sagst, dass die investmentbanker es versaut haben. denn mehr als ein gerücht ist es nicht. es ist absoluter unsinn. die bosse von enron haben ständig nix anderes versucht als sich und ihre angehörigen zu bereichern. und dazu haben sie alles in kauf genommen. die investmentbanker schaffen ja so einiges aber sie schaffen es mit sicherheit nicht einen riesen bär wie enron zu erlegen... never..