Zusammenziehen, ja bitte!
Einige Gründe, warum der Autor sehr gerne mit seiner Freundin zusammenziehen will. Wenn man sich liebt, gibt es fast nur Pros - aber das scheinen nicht alle so zu sehen. Schade. An einem Montag, denn uns Studenten ist es egal, ob wir dienstags Morgens mit Fahne im Seminar sitzen (wenn wir überhaupt da sind), besuchte mich mein bester Freund aus Bonn. Wir tranken eine Menge Bier und spielten alte Konsolen-Klassiker. Und nebenbei redeten wir. Da er momentan (und mal wieder, wie immer) Single ist und ich glücklich in einer Beziehung, die jetzt schon 16 Monate andauert, redeten wir über Frauen. Und wir redeten auch über Frauen, weil wir natürlich, genau, Männer sind. Um das zu verstehen, muss ich dem geneigten Leser hier kurz etwas erklären, was für meinen besten Freund schon normal ist, weil er es jeden Tag von mir hört: Meine Freundin und ich schlafen nun seit 14 Monaten jeden Abend zusammen in einem Bett; am Wochenende in meiner Wohnung, in der Woche in ihrer (weil das näher an der Fakultät ist). Das sind nun also ca. 420 Tage permanentes sehen, fühlen, riechen, hören; in ihrem Bett auf 120cm, in meinem auf 140cm verteilt. Zudem verbringen wir den Tag, soweit es geht, komplett zusammen. Also während ich das hier tippe, sitzt meine Freundin neben mir am anderen Schreibtisch und arbeitet für die Uni. Lange Schreibe also ganz kurz: Wir sehen uns sehr, sehr, sehr oft. Und natürlich redeten wir schon über das Thema gemeinsame Wohnung. Wir beide wollen es. Sie lieber früher als ich. Warum, das folgt nun hier. 1. Wohnungssuche Natürlich, München ist das absolute Totschlag-Argument, quasi der Holzhammer in der Wohnungsdiskussion. Aber: Köln, immerhin auch eine der vier Millionen-Städte, ist auch sehr beliebt, was die Wohnungssuche angeht. Trotzdem haben wir schon genügend Wohnungen gefunden, die uns gefallen. und das geht auch vom Preisrahmen. Meine Freundin hat, Elternbedingt, natürlich mehr Geld. Wir suchen zusammen. Wir zahlen zusammen. Keiner zieht sich aus der Affäre. Komisch. 2. Wohnungseinrichtung Der Kleiderschrank. Das Streitthema, wenn man so will, bei uns. Ich will meinen behalten; der ist groß, da passt was rein und: er ist von IKEA. Man kann also einfach noch einen Korpus dranbasteln und es sieht wie gewollt aus, wie aus einem Guss. Geredet, geklärt. Sie will ein 140cm breites Bett, ich will mindestens 180cm. Es wird auf einen Kompromiss hinauslaufen - denkt meine Freundin. Aber im Endeffekt: Ich habe schon in einem 90cm meine Freundin ertragen. Also herrje, wenn es sein muss, dann wirklich 140cm. Ich liebe meine Freundin doch. Dann haben wir uns noch in unseren Wohnungen umgeschaut und festgestellt: Mensch, wir passen anscheinend perfekt zueinander, wir könnten alles gebrauchen und es würde keinen Stilbruch und Augenkrebs ergeben. Na, wenn das nicht klasse ist. 3. Sauberkeit Ich stinke, ich rasiere mich nie, ich wasche auch meine Wäsche nicht selbst. Spülen? Wer bin ich denn? Klo putzen? Ich pinkel doch sowieso in die Badewanne - oder ins Waschbecken, wenn ich gut drauf bin. Staubsaugen? Die armen Staubmilben, die wollen doch auch leben. So, habe ich jetzt alle Klisches erfüllt? Freut mich. Nur leider trifft das (natürlich!) nicht zu. Ich brauche länger im Bad als meine Freundin; ich besitze mehr Deos (je nachdem, wie ich mich fühle); ich kann spülen und Wäsche waschen, schließlich wäre es zu kompliziert und teuer, meine Wäsche immer per Post zu meiner Mutter zu schicken; ich kann gut kochen; ich putze das Klo und sauge auch den Staub vom Teppich weg. Schade, dass ich nun wirklich nicht der Ur-Neandertaler bin. gut, ich muss zugeben, dass meine Freundin mehr im Haushalt macht. Das liegt aber anscheinend an den weiblichen Genen: Schon meine Mutter hat einfach immer 3 Minuten früher aufgeräumt, als ich es geplant habe. Männer können dem Dreck anscheinend wirklich ein paar Minuten länger zuschauen. doch zwischen einen Tag nicht spülen und der absoluten Müllhalde liegt ein himmelweiter Unterschied - zumindest bei mir. Also meine Freundin meckert nie. Vielleicht höre ich sie aber auch einfach nicht, wenn sie in der Küche ist... 4. Streit SCHREI! - SCHREI! - Diskussion. "Ja, ist ok, hast recht. Kuscheln?" So sieht ein Streit bei uns aus; und sowas hatten wir in den 16 Monaten maximal an die vier bis fünf mal. Klar, manchmal ist es sicher gut, wenn man seinen Freiraum hat, das kann und will ich nicht bestreiten. Aber es reicht mir wirklich dicke, wenn meine Freundin dann 3 Meter entfernt mit einer Mauer dazwischen irgendwo an einem Tisch sitzt; ich muss halt immer das Gefühl haben, dass ich jetzt jederzeit zu ihr kann. Und zwar ganz schnell. 5. Gesprächsstoff Also wir haben beide unser Leben. Studium, Nebenjob, Freunde, Alltag. wir sind noch nicht im Stadium des gegenseitigen Anschweigens. Noch sind wir ja auch nicht in Rente. Ich rede aber auch generell sehr gerne, vielleicht habe ich deswegen keine Angst davor. Oder auch, weil wir in den 16 Monaten immer genug zu reden hatten. 6. Trennung Man soll ja niemals nie sagen, aber: NIE! Ich habe das dann so meinem besten Freund gesagt. "Ja, das passt halt einfach. Wann soll's losgehen?" "Nun, ich brauch' jetzt erst mal einen neuen Nebenjob, finanziell sieht es sonst nicht so gut aus. Und momentan ist es einfach viel zu stressig. Eventuell gegen Ende des Jahres; Weihnachten lassen wir ausfallen und ziehen als Geschenk zusammen." "Klingt gut. Los, nächste Runde." Es waren noch ein paar Bier. Am nächsten Morgen bin ich nicht in die Uni gegangen.- Ma petite fleur 12.11.2011
- Sonne & Meer 17.09.2011
- 46 Monate 16.09.2010
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Und nun fehlt das Quentchen Glück, das alles funktionieren läßt.
Viel Erfolg, anhaltenden.
Ansonsten guter Text *








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22.01.2007 - 14:39 Uhr
du_huhn