17.01.2007 - 19:00 Uhr

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Attac und die EU-Verfassung

Text: simon-poelchau

Angela Merkel hat sich am Mittwoch bei ihrer Antrittsrede zu EU-Ratspräsidentschaft vor dem Europäischen Parlament für eine EU-Verfassung stark gemacht. Sie will sich dafür einsetzen, "dass am Ende der deutschen Ratspräsidentschaft ein Fahrplan für den weiteren Prozess des Verfassungsvertrages verabschiedet werden kann." Bis zu den Europawahlen im Frühjahr 2009 müsse der Prozess "zu einem guten Ende geführt werden". Merkel machte dabei klar, dass es ohne eine Verfassung keine neue Erweiterungsrunde geben werde.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac kritisiert Merkels Vorhaben und plant Alternativen für eine neue EU-Verfassung auszuarbeiten. jetzt.de sprach mit Tobias Pflüger, Abgeordneter im Europäischen Parlament und Mitglied von Attac.

Angela Merkel will einen Fahrplan zur Verabschiedung des europäischen Verfassungsvertrags erarbeiten. Glauben Sie, dass Frau Merkel schafft, was sie sich vorgenommen hat?
Ich hoffe nicht. Merkel und Steinmeier haben in letzter Zeit sehr hoch gepokert, als sie angekündigt haben, dass sie die EU aus der Verfassungskrise heraus führen werden. Die deutsche Ratspräsidentschaft wird sehr konzentriert daran arbeiten, dass der EU-Verfassungsvertrag mit den zentralen Inhalten der bisherigen Fassung zu Stande kommt. Und das obwohl genau dieser Verfassungsvertrag in Frankreich und den Niederlanden abgelehnt wurde. Dieser Vertrag ist tot. Da stößt Merkel sogar bei einigen ihrer politischen Freunde auf Widerstand. Es reicht nicht aus, dass in Deutschland die Debatte nur im Bundestag geführt wird. In jedem europäischen Land sollten die Bürger die Möglichkeit haben direkt über eine mögliche EU-Verfassung abzustimmen.

Das heißt also, dass Sie eigentlich für eine europäische Verfassung sind?
Gegen eine EU-Verfassung als solche bin ich nicht. Ich kritisiere die politische Ausrichtung des Vertrages, der neoliberal und militaristisch ist. Zum Beispiel schreiben Artikel 177 und 178 ganz offen fest, dass die EU eine "offene Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb" sein soll.



Was finden Sie daran falsch?
Zunächst finde ich es falsch, dass überhaupt eine wirtschaftspolitische Ausrichtung festgeschrieben ist. In eine Verfassung gehört das einfach nicht. Das Grundgesetz kennt auch keine Festlegung auf eine bestimmte Wirtschaftsordnung. Problematisch ist auch, dass immer wieder Ziele wie Preisstabilität und internationale Wettbewerbsfähigkeit auftauchen. Das sind alles Kriterien, die ganz konkrete wirtschaftspolitische Festlegungen treffen. Eine neoliberale Wirtschaftspolitik lehne ich ab, weil dadurch große Konzerne immer weniger Steuer zahlen und die Steuerlast immer mehr bei den normalen Bürgerinnen und Bürgern bleibt. Was damit einhergeht, ist ein Trend der Privatisierung öffentlichen Eigentums. Ein aktuelles Beispiel ist die Privatisierung der Deutschen Bahn, gegen die Attac eine große Kampagne macht. Die Folgen einer Privatisierung der Bahn in Großbritannien durch Margaret Thatcher sollten da ein warnendes Beispiel sein.

Aber das Argument für Privatisierung ist, dass privatisierte Unternehmen effizienter als staatliche sind, und auch die Versorgung der Bevölkerung dann besser funktioniert.
Was nicht richtig ist, weil sich empirisch nicht belegen lässt, dass Unternehmen nach einer Privatisierung effektiver sind. Das Hauptproblem bei der Privatisierung ist, dass hinterher nur noch marktwirtschaftliche Kriterien eine Rolle spielen. Den Investoren geht es vor allem darum, dass das Unternehmen genug Gewinn macht. Öffentliche Unternehmen hingegen haben eine soziale Verpflichtung, dass sie eine gewisse Grundversorgung mit bestimmten Gütern möglichst für alle zugänglich machen. Und diesen sozialen Pflichten darf sich der Staat nicht entziehen, indem er seine Unternehmen privatisiert.

Sie kritisieren in der bisherigen Version auch außenpolitische Punkte.
Die Mitgliedsstaaten sollen verpflichtet werden, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern, heißt es im vorgelegten EU-Verfassungsvertrag. Außerdem gibt es eine Reihe von Regelungen, die den Aufbau von EU-Militärstrukturen bis hin zu einer europäischen Armee zum Ziel haben. Geplant sind zum Beispiel die sogenannten EU-Battle-Groups. Offiziell sollen 13 dieser 1500 Mann starken Interventionstruppen entstehen - inoffiziell sind aber 19 geplant. Das ist eine eindeutige Militarisierung der europäischen Union. Ich bin dafür, dass die EU ein ziviler Akteur ist.

Ist es nicht vielleicht wichtig, militärisch ein Gegengewicht zu den USA aufzubauen?
Die EU macht durch ihre Militarisierung einiges der Militärpolitik der USA nach. Das geht so weit, dass in der EU das Präventivkriegskonzept diskutiert wird oder gesagt wird, dass das Völkerrecht gar keine Grundlage mehr für militärpolitische Entscheidungen sei. Und diese Entwicklung lehne ich ab. Schließlich ist es für die Menschen in den Ländern, die angegriffen werden, egal, ob sie nun von europäischen oder US-amerikanischen Flugzeugen bombardiert werden. Militärpolitisch halte ich mich an das Grundgesetz und das Völkerrecht. Das ursprüngliche Grundgesetz sah vor, dass Deutschland gar keine Armee hat. Die wurde erst in den 1950er Jahren durch die Wiederbewaffnung eingeführt. Im Grundgesetz heißt es, dass Streitkräfte nur zur Verteidigung dienen dürfen.

Es gibt immer wieder Kritik aus dem rechten und extrem rechten politischen Lager gegenüber der europäischen Verfassung. Wie grenzen Sie sich von diesen ab?
Rechte Politiker lehnen die europäische Verfassung aus einem ganz anderen Grund als die Linken ab. Rechte vertreten ja immer eine nationalistische Politik. Weil sie in der europäischen Einigung eine Gefahr für die Nationalstaaten sehen, lehnen sie sie grundsätzlich ab. Ich bin dagegen sehr für eine europäische Einigung, ich bin nur nicht mit der konkreten unsozialen und militaristischen Ausgestaltung der EU einverstanden.

Hat Attac denn Vorschläge, wie eine europäische Verfassung aussehen sollte?
Wir arbeiten gerade an Papieren, die Eckpunkte eines alternativen EU-Vertrages enthalten sollen. Ein zentraler Punkt wird dabei sein, dass es keine Festlegung auf eine wirtschaftspolitische Ausrichtung gibt. Eine Verfassung sollte nur einen groben Rahmen festlegen, allerdings sollten existenzielle Menschenrechte wie das Recht auf Arbeit, das Recht auf Streik, auch grenzüberschreitend, oder ein Ende von Privatisierungen fixiert werden. Im Bereich der Außen- und Militärpolitik ist es ähnlich. Formulierungen, die eine Aufrüstungsverpflichtung darstellen und der EU globale Militärinterventionen ermöglichen, sollen nicht im Vertrag stehen. Stattdessen wollen wir, dass festgeschrieben wird, dass das Völkerrecht anerkannt wird und Angriffskriege geächtet werden. Auch ein Stopp der Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen und ein EU-weites Bleiberecht sind für uns zentral. Um die Chance auf ein friedliche, soziale und demokratischere EU zu bekommen, müssen wir diesen EU-Verfassungsvertrag kippen.

Foto: arbeiterfotografie.de


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Wumbaba
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Mag ich Mag ich nicht

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17.01.2007 - 22:26 Uhr
Wumbaba

Die neue EU-Verfassung ist keineswegs ein militaristisches, neoliberales Monster. Das die EU dem Grundsatz einer offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb verpflichtet ist, ist bereits jetzt im EG Vertrag niedergeschrieben. Dazu gibt es in Zeiten der Globalisierung leider auch gar keine Alternative. Wer weltpolitisch mitreden will und positiven Einfluss ausüben will, der muss zudem auch bereit sein Verantwortung zu übernehmen und dazu gehört auch militärische Verantwortung. Gerade der Ausbau der Funktionsfähigkeit der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik wird ja von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht! Die Position von Attac ist vor allem deshalb unrealistisch, weil das EU-Vertragswerk ein Kompromiss zwischen 27 Staaten darstellen muss.
Sicher ist es erforderlich die Vorteile des Verfassungsvertrages zu betonen und diese der Bevölkerung auch mitzuteilen. Der Verfassungsvertrag macht nämlich tatsächlich einiges einfacher, demokratischer und transarenter als zuvor. Auch bleibt die EU dadurch funktionsfähig, was nach der Erweiterung der EU auch dringend notwendig ist. Neue Kompetenzübertragungen sind in dem Werk weit weniger vorhanden als oft angenommen.
Natürlich ist die Ablehnung der Franzosen und der Niederländer ernstzunehmen. Jedoch ist die Ursache der Ablehnung nicht (nur) in dem Verfassungsvertrag zu sehen. Vielmehr haben die Franzosen sich durch die Abstimmung gegen Chirac wählen wollen und der holländische Unmut beruht darauf, dass Holland pro Kopf am meisten in den EU-Haushalt einzahlt.

Der Verfassungsvertrag ist keineswegs tot und es wäre ein großer Erfolg, wenn er in der Zeit der deutschen Ratspräsidentschaft (zumindest teilweise) wiederbelebt werden könnte.

milagro
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18.01.2007 - 08:51 Uhr
milagro

punkt für wumbaba

kulturgut
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18.01.2007 - 09:01 Uhr
kulturgut

dumm, dümmer, am dümmsten. eigenartigerweise bin ich ebenfalls gegen die eu-verfassung, von meinen zweifeln an der politischen union insgesamt mal abgesehen, aber genau aus den gegenteiligen gründen: weil ich in ihr viel zuviele festlegungen sozialstaatlicher art entdecke und - wie im GG - zunächst die gewährung von grundrechten, gleich darauf aber deren wirksame einschränkung.

so ist also auch eine eu-verfassung immer sehr von der aktuellen auslegung abhängig. das ginge auch anders: die constitution der usa enthält wesentlich weniger spielräume für auslegung.

milagro
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18.01.2007 - 09:18 Uhr
milagro

die verfassung der usa enthält mitnichten weniger spielräume. gerade im verfassungsrecht der usa hängt die interpretation immer sehr vom supreme court ab. das ist eines der markenzeichen dieser sehr kurz gehaltenen verfassung, dass sie sehr flexibel ist und gerade auch im laufe der zeit durch interpretation und nicht durch verfassungsänderungen (diese sind relativ kompliziert) angepasst wurde.

kulturgut
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18.01.2007 - 10:28 Uhr
kulturgut

so ein unsinn. natürlich gibt es immer auslegungsspielräume, weil sprache unscharf ist. und natürlich hat man auch viel an ihr herumgedoktert. aber im vergleich zu dem unsinn im gg und zur eu-verfassung ist die us-constitution ganz weit vorne.

und eben die knappheit ist es, die auslegungsspielräume einschränkt. eine verfassung, die mehr als eine handvoll grundrechte einräumt, verstrickt sich zwangsläufig dermaßen in widersprüche, dass man damit schlichtweg alles anstellen kann.

DagnyTaggart
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18.01.2007 - 10:40 Uhr
DagnyTaggart

Norberg hat in seinem Buch "das Kapitalistische Manifest" eindrucksvoll gezeigt, dass geistige und wirtschaftliche Freiheit zu Wohlstand führen und nicht, wie Attac erzählt, der Staat.

milagro
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Mag ich Mag ich nicht

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18.01.2007 - 10:47 Uhr
milagro

@ kulturgut: wie soll knappheit auslegungsspielräume einschränken? und wie erklärst du dir, dass die verfassung selbst nie sich wandelnden bedürfnissen und neuen entwicklungen angepasst wurde sondern dies durch auslegung erreicht wurde? vielleicht zeigt sie weniger widersprüche, das würde ich verstehen aber weniger interpretationsspielräume? ganz sicher nicht.

xekof
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18.01.2007 - 10:50 Uhr
xekof

Die 27er-EU scheint auch ohne Verfassung einigermaßen zu funktionieren. Nur nicht so, wie sich Regierungen, die auf europäische Weltgeltung aus sind, das vorstellen. Fakt ist, daß die Verfassung eher das angelsächsisch-neoliberale repräsentiert gepaart mit pragmatisch-hemdsärmeligem Militarismus nach dem Motto wer die Welt positiv verändern will, muß auch mal den Raketenknopf drücken, oder es zumindest androhen. Obskure Logik!
Was die Globalisierung braucht, ist angesichts von krassester Armut in den abgehängten Regionen (globales Prekariat), von Kindersterblichkeiten im Sekundentakt eine soziale PErspektive, und diese zuallererst. Daher hat Attac recht, und an einer Globalisierung von Menschenrechten und sozialen Standards durch eine gewaltfreie, demokratische Weltinnenpolitik führt kein Weg vorbei. Von den ökologischen Problemen lieber ganz zu schweigen.

milagro
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18.01.2007 - 11:07 Uhr
milagro

also dieses wort militarismus find ich echt total fehl am platze. so ein quark.

hin
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18.01.2007 - 14:01 Uhr
hin

xekof,

deine Argumentation entbehrt jegliche Stringenz, bzw. geht auf die Probleme nicht genügend ein, ähnlich wie Tobias Pflüger, also Attac. Gut geführtes Interview, nebenbei bemerkt!

Wumbaba
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18.01.2007 - 14:06 Uhr
Wumbaba

Natürlich funktioniert die EU weiter, aber eben nicht so gut. Außerdem wird immer moniert, dass die Abstimmungsregeln so kompliziert sind. Gerade dies wird ja mit der Verfassung verbessert: Stichwort "doppelte Mehrheit". Es sind auch nicht wirklich dauerhaft 27 Kommissare notwendig. Auch hier sieht der EU-Verfassungsvertrag Änderungen vor. Es ist schon schade, dass der Verfassungsvertrag immer mit ein paar Schlagworten abgeurteilt wird, ohne dass er überhaupt mal angesehen wurde. Da muss ich Milagro zustimmen.

Das der Verfassungsvertrag im Gegensatz zu US-Constitution und der Bill of rights außergewöhnlich umfangreich ist, liegt vor allem daran, dass die EU kein Staat ist und auch keiner werden soll. Alle Befugnisse und Kompetenzen müssen daher in dem Vertrag festgelegt werden, denn ist dies nicht der Fall, gibt es auch keine Kompetenz. Deshalb ist der dritte Teil des Vertrages auch so lang (und beinhaltet große Teile des jetzigen EG-Vertrags). Der erste und der zweite Teil kommen aber einer Verfassung tasächlich nahe und vor allem sind dort viele der bisher nur vom EuGH geprägten Grundsätze und Prinzipien, die ja schon jetzt als geltendes Recht zu bewerten sind, verankert. Dies ist gut, da es die EU verständlicher für jemand macht, der sich nicht mit der Rechtsprechung beschäftigen will.

Es geht gar nicht darum, dass die EU als Militärmacht ihre Werte in der Welt mittels militärischer Macht durchsetzen soll. Ihre Fähigkeiten als glaubwürdiger Akteur und sog. "soft power" für eine Achtung der Menschenrechte einzutreten, sind natürlich enorm wichtig und werden auch weiterhin gebraucht. Es kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, was die EU durch ihre Erweiterung für die Befriedung des europäischen Kontinents getan hat. Aber gerade, wer Probleme mit der amerikanischen Aussenpolitik und der amerikanischen außenpolitischen Strategie hat, sollte sich für ein starkes Europa aussprechen, welches außenpolitisch auch mit einer Stimme auftritt. Ein Europäischer Außenminister wäre hier hilfreich, damit die Amerikaner auch wissen, wen sie anrufen müssen, wenn sie mit Europa sprechen wollen!!
Leider ist es auch nicht immer so, dass man mit guten Worten alles regeln kann. Wir haben doch gesehen, dass wir Europäer Anfang der 90-er Jahre selbst auf unserem eigenen Kontinent nicht in der Lage waren mit einer Stimme zu agieren und zu handeln und letztlich auf die USA angewiesen waren. Von Afrika möchte ich erst gar nicht sprechen. Warum soll denn jedes europäische Land über eigene Streitkräfte verfügen, wo von unseren Nachbarn wahrlich keine Gefahr droht. Ist es da nicht sinnvoll eine europäische Eingreifftruppe zu entwickeln die schnell einsetzbar ist und insbesondere in Krisenregionen einsetzbar ist und Unruhen verhindern kann, Wahlen absichern kann etc.. Wer Verantwortung für die Weltsicherheit übernehmen will, kann sich in Krisenzeiten nicht einfach wegducken.

Was die Frage von "wahrer" Entwicklungshilfe für ärmere Länder angeht, so ist zweifelsohne klar, dass diese nicht militärisch zu erreichen ist. Hier sind vielmehr sowohl die Amerikaner als auch die Europäer in den Welthandelsrunden der WTO in der Pflicht, eigene Subventionen in der Landwirtschaft (Baumwolle, Getreide etc.) abzubauen, um den armen Ländern auf dem Weltmarkt in den Bereichen eine Chance zu geben, wo sie einen komparativen Vorteil haben.

Ich denke eine Diskussion über die Verfassung ist sinnvoll und immer noch wichtig. Aber nur weil einer zu militaristisch, zu liberal, zu sozial, oder zu integrationsfreundlich schreit, sollten dem nicht alle folgen, sondern sich eigene Gedanken machen.

somekind
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Mag ich Mag ich nicht

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18.01.2007 - 18:13 Uhr
somekind

das ende von privatisierungen ein existenzielles menschenrecht? hm. ich dachte, diese verfassung sollte gerade KEINE festlegung auf ein wirtschaftliches system beinhalten? seltsame logik, das.

AndrejHunko
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Mag ich Mag ich nicht

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19.01.2007 - 00:59 Uhr
AndrejHunko

Die zentralen Probleme des Verfassungsvertrages spricht Tobias Pflüger richtig an: Das Aufrüstungsgebot und die Festlegung auf die neoliberale Marktwirtschaft. Ich finde es ungeheuerlich so etwas per Verfassung zu verankern. Siehe dazu auch http://www.aachener-friedenspreis.de/sta...

Die kriegsächtenden Beschränkungen des Grundgesetzes und die prinzipiell offene Wirtschaftsform würden wohl bei Inkrafttreten entfallen.

Man kann sagen: Dieser Verfassungsvertrag steht nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundornung.

hin
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Mag ich Mag ich nicht

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19.01.2007 - 09:02 Uhr
hin

Es geht nicht um Aufrüstung, es geht um Zusammenlegung der Streitkräfte, die mehr Effizienz bedeutet, langfristig werden dann möglicherweise sogar weniger Truppen benötigt. Die Bezeichnung "Aufrüstungsgebot" ist also polemisch-propagandistischer Schwachsinn!


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