27.12.2006 - 19:00 Uhr

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Die Körperteile 2006

Text: tobias-moorstedt

Bilder, Gefühle und Ideen sind flüchtig. Oft kann man das, was ein Jahr an Gutem und Schlechten so brachte, am Ende nur an seinem Körper ablesen: an ein paar Narben, den verlorenen oder erworbenen Pfunden, den zerkauten Fingernägeln oder dem schütteren Haar. jetzt.de hat 2006 geröntgt, und zehn Körperteile gefunden, die das Jahr zu dem gemacht haben, was es war: gewalttätig, obszön, schön, banal, glamourös und manchmal sogar ein bisschen sexy. Sie haben uns gerührt, angetörnt, abgestoßen oder kalt gelassen. Egal. Am Ende gilt immer: „Nur nicht mit der Eisblume im Herzen zurückbleiben.“ (Paul Nizon)

The Firecrotch Ein Promi kann sich nicht verstecken. Und auch sein Körper ist öffentliches Gut, er wird beurteilt, bewertet und beizeiten beleidigt. Niemand musste das 2006 mehr erfahren als die US-Schauspielerin Lindsay Lohan. Weil der besoffene Boyfriend von Paris Hilton seiner Angebeteten einen Gefallen tun wollte, und das Konkurrenz-Starlet vor Fotografen als „Schlampe“ und „Firecrotch“ (etwa: Feuer-Schritt) beleidigte, wurde Lohan 2006 nicht wegen ihrer Hauptrolle in dem Oscar-verdächtigen Film „Bobby“ bekannt, sondern wegen ihrer roten Haare – die sie auf dem Kopf und womöglich auch an anderen Körperstellen trägt. Rote Schamhaare gelten in den USA als unattraktiv – und schleppen negative Assoziationen wie brennen, kratzen oder lodern mit sich herum. Im Internet wurde "Firecrotch" schnell zum Kultwort. Lindsay Lohan äußerste sich nicht dazu. Weniger Zurückhaltung in Intim-Fragen zeigte später bekanntlich Britney Spears.
Der Abzugsfinger Irak, Sri Lanka, Darfur, Gaza-Stadt, Beirut, Brazzaville, Afghanistan, Kaschmir, Somalia, Ceuta, Kolumbien, Haiti ...
Die Bond-Brust Als berühmteste Szene des James-Bond-Mythos gilt das Aus-Dem-Wasser-Steigen der schaumgeborenen Ursula Andres. Es ist ein besonders gelungenes Zitat, dass in "Casino Royale" nicht wieder ein Bond-Girl in die Fluten geschickt wird, sondern Bond selbst. Dank Daniel Craig ist 007 kein geölt-gelangweilter Geck mehr, sondern ein Berg aus Muskeln, der tut, was Muskeln eben so tun: zucken, ziehen, schmerzen und brennen. Bodybuilding ohne Anleitung. Auch wenn Craig mit den schwellenden Nacken- und Brustpacks aussieht, wie ein Ork-Soldat aus "Herr der Ringe", wird das Folgen für das Schönheitsideal haben. Wie sagt Eva Green in dem Film zu Craig: "Auch wenn nur dein Lächeln und dein kleiner Finger übrig blieben, dann wärst du noch mehr Mann als alle anderen die rumlaufen." Fotos: dpa (4), ddp (2), ap (2), reuters, epa, jamesbond.com
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Tobias Moorstedt