21.12.2006 - 19:00 Uhr

0 5 Über Twitter weiterempfehlen

Der 5 Millionen Dollar Finger

Text: tobias-moorstedt

Es ist gar nicht so lange her, da war der Fingerabdruck-Scanner eine hübsche Requisite aus Science-Fiction-Filmen. Dr. No machte mit dem Daumen die Atombombe scharf, James Bond startet mit einem Fingerschnippen den Wagen. Rasante Fortschritte in Computer- und Biometrie-Branche haben aus der geheimnisvollen Glasplatte mit dem fragend-flackernden Infrarot-Licht einen alltäglichen Gegenstand gemacht – der die Lifestyle-Industrie genauso wie die Diktatoren der Welt interessiert. Der Zeigefinger ist zu mehr im Stande, als die Nase zu reinigen oder in der Schule aufzuzeigen. Er wird zum Schlüssel, zur Scheckkarte oder auch zur tödlichen Waffe. jetzt.de war mit dem Großen Bruder auf Shopping-Tour, und zeigt, was dein Finger bald alles kann:

dich einloggen Nichts ist dem Menschen heiliger als sein Desktop und Adressbuch. Kein Wunder, dass vor allem PCs, PDAs und Mobiltelefone zunehmend mit Biometrie-Applikationen ausgestattet werden. Keine Passwörter mehr, nur ein sanftes Fingerwischen über einen schmalen Sensor, und dur bist drin.
(2) einen Film ausleihen Die elektronische Videothek Cinebank war Ende der 90er Jahre eines der ersten Unternehmen, bei dem der Zeigefinger mächtig wurde. Der Fingerabdruck setzte in dem Selbstbedienungsladen den elektronischen Assistenten in Gang, der einem den gewünscetn Film aus dem Lager holte. Die Filmbanken sind unpersönlich, kalt und mit Blockbustern verseucht. Aber viele Leute haben sich damals nur wegen dem Infrarot-Strahl angemeldet, der sanft auf der Haut kitzelte. Aber bald bekommen wir da sicher eine Hornhaut.
(3) den Aktenkoffer öffnen Für alle Menschen, die ihre Daten noch nicht wie Johnny Mnemonic im Festplatten-Gehirn mit sich rumtragen, aber trotzdem auf Nummer sicher gehen wollen. Besonders für Handelsvertreter von Polonium und Pornoheften zu empfehlen.
Weiter Seite 1 2 3


Neue Magazin-Texte:

Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!

Textoptionen
Mehr Texte von
tobias-moorstedt
Mehr Texte zum Label
Redaktionsblog
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Fehler gefunden?
Report an Error
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
Kommentar

speichern
Mehr lesen:

Jetzt-Mitglied

tobias-moorstedt offline

tobias-moorstedt

ist jetzt-User und hat diesen Beitrag verfasst.

Tobias Moorstedt