04.12.2006 - 19:00 Uhr

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Der runde Tisch: vier Filmstudenten aus vier Nationen

Text: lisa-goldmann

Wie ist das mit der Zensur in China? Welche Einflüsse hat eine russische Filmstudentin? Und was wünscht sich ein amerikanischer Filmstudent? jetzt.de hat vier Studenten aus vier Ländern an einen Tisch gesetzt

Nikias Chryssos, geboren 1978, ist seit 2001 an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Sein Film „Hochhaus“ lief auf dem Hochschulfilmfest in München. Könnt ihr sagen, warum ihr Filme machen wollt? Nikias: Da gibt es natürlich die Legende, dass wir Filmhochschüler alle schon als Kinder ständig mit Super-8-Kamera rumgelaufen sind und alles gefilmt haben. Ich hab auch tatsächlich mit acht Jahren einen kleinen Film mit meiner Schwester gedreht, aber der Entschluss kam dann erst viel später, das hat sich langsam so entwickelt. Was mich inzwischen am meisten fasziniert, ist, bestimmte Situationen zu inszenieren und Stimmungen zu kreieren, um sie mit einem Publikum zu teilen. Maria: Bei mir hat es schon als Kindheitstraum angefangen. Als ich ganz klein war, wollte ich Schauspielerin werden. Ich wusste aber nicht, wer Filme mit mir drehen würde also dachte ich, das muss ich dann schon selber machen. Ab da hab ich mich mehr für Regie interessiert. Ich war überhaupt sehr interessiert an Kunst, Literatur, Malerei und Filmemachen kam mir wie die perfekte Kombination von alldem vor. Also hab ich mich mit 17 an Filmhochschule beworben. Frank: Ich war als Kind oft im Kino und hab mir alle möglichen Hongkong-Filme angeschaut, alles Martial-Arts-Filme. Und ich wollte unbedingt auch Kung-Fu lernen, meine Mutter aber hat es verboten, weil sie meinte, ich sei zu klein und schwach. Also bin ich noch öfter ins Kino und hab die Moves dann zu Hause nachgemacht. Irgendwann hab ich mir dann auch mal andere Filme angesehen, Dramen, Liebesfilme, Komödien, und hab festgestellt, dass mich Filmemachen eigentlich mehr interessiert hat als Kampfkunst. Inzwischen glaube ich, dass man mit Filmen die Menschen erreichen und auch verändern kann. Oder ihnen zumindest Denkanstöße geben. Das ist meine Motivation fürs Filmemachen, deswegen sind meine Filme auch immer sehr nah an der Wirklichkeit. Keine Kung-Fu-Filme, auch wenn die in Hongkong sicher leichter zu verwirklichen sind. Auffällig viele Filme von Filmstudenten haben Kinder und Jugendliche als Protagonisten. Bei euren Filmen ist das auch so. Woran liegt das? Frank: Wie gesagt, ich versuche, die Wirklichkeit widerzuspiegeln, da muss man auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. In meinem Film „Wasted“ geht es um Mobbing an der Schule, das habe ich selbst erlebt, zumindest habe ich es sehr oft beobachtet. Nikias: Ich glaube, dass man sich anfangs, wenn man noch unsicher ist, an die Geschichten hält, die man kennt. Das Gefühl, Kind zu sein, kennen wir alle. Und es ist zwar schwierig, mit jungen, unerfahrenen Schauspielern zu arbeiten. Aber es kann auch beängstigend sein, am Anfang gleich mit alten Vollblutdarstellern zu drehen, weil man sich dann leicht sehr dilettantisch und unprofessionell vorkommt.
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