03.12.2006 - 19:00 Uhr

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New Blogs On The Kids

Text: tobias-moorstedt

Neun Thesen zur Blogosphäre: jetzt.de durchleuchtet die Zukunft des Zukunftmediums

#3 Blogs sind ein soziales Instrument Nicht jeder Blogger hält sich für Ulrich Wickert. Laut der „American Life and Internet Study“ des amerikanischen Meinungsforscher von PEW, bloggen 59 Prozent der Menschen, „um ihr Leben zu dokumentieren“ und 37 Prozent, um mit ihren Freunden Kontakt zu halten. Nur elf Prozent der Blogger geht es um Dinge wie Politik oder Gegenöffentlichkeit. Um einen Blog zu verstehen, muss man nicht nur die Sprache sprechen, sondern auch der gleichen Lebenswelt angehören oder zumindest die gleichen Bands mögen. Laut der PEW-Studie lesen zwei Drittel der Blog-Nutzer nur Texte, die von Freunden und Bekannten geschrieben wurde. Viele Blogger wollen auch gar nicht von der ganzen Welt gelesen werden, sondern sehen in Weblogs nur eine Möglichkeit um mit der Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. „Privacy Management“ wird deshalb bei Angeboten wie „Livejournal“ immer wichtiger. Man kann einem Beitrag so unterschiedliche Sichtbarkeitsebenen zu verleihen. Dass James Bond dir gefallen hat, kann dann jeder Blog-Besucher lesen, dass du aber gerade mit deiner Freundin Schluss gemacht hast, sehen nur deine besten Freunde.
#4 Blogs werden vor allem von Journalisten gelesen Was heute auf BoingBoing gepostet wird, findet man zwei Tage später auf den Vermischten-Seiten der deutschen Presse. Der Themen-Kanal ist begradigt, gut ausgebaut und sieht ungefähr so aus: Blog -> Internet-Leitmedium -> Tageszeitung -> Tagesthemen. Weil Journalisten gerne die Blogs der Early Adopters absurfen und dort irgendwo auch den Puls der Zeit bumpern hören, haben die Blogs beträchtlichen Einfluss als Agenda-Setter. Mitunter kommt es dabei zu absurden Beziehungsketten, die sich am Ende in nichts auflösen. Ein Beispiel: Am Nachmittag des 20. November schreibt ein Mitglied der Mapping-Community thewall.de in sein Weblog, der Emsdettener Amokläufer Sebastian B. habe schon vor einigen Jahren eine programmierte Map seiner Schule im Internet veröffentlicht. Die Bildzeitung zeigt promot am nächsten Tag Screenshots mit der Unterschrift „Ein detailgetreues Modell“. Nachmittags stellten die Blogs und später Spiegel-Online richtig: Die Karte zeigt in Wahrheit eine ganz andere Geschwister-Scholl-Schule und wurde überdies auch nicht von B. erstellt. Aber die Information war nun mal in der Welt und wird es dank Google Cache auch für immer sein. Einen weiteren Tag später greift Stern-TV die Theorie von der Geschwister-Scholl-Karte wieder auf.
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Tobias Moorstedt