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Technik

| 03.12.2006 19:00  

New Blogs On The Kids

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Neun Thesen zur Blogosphäre: jetzt.de durchleuchtet die Zukunft des Zukunftmediums




#1 Blogs sind keine Massenmedien
David Sifry, der Chef der Meta-Suchmaschine Technorati, war selbst erstaunt, als er im August die aktuellen Zahlen aus seiner Datenbank veröffentlichte. 50 Millionen Blogs gibt es auf der Welt. 100 Mal mehr als noch im Jahr 2003. Und die Blogosphäre verdoppelt sich laut Technorati alle 200 Tage. Kein Wunder, dass die Weblogs zu „neuen Meinungsmachern“ (Erik Möller) oder „Massenmedien neuer Art“ (Kevin Kelly) ernannt werden. Den Bloggern selbst ist das Trommelfeuer aus Ritterschlägen nicht unangenehm, wettern viele doch selbst gegen das dunkle Imperium der so genannten Mainstream-Medien. Aber: Blogs sind keine Massenmedien. In Deutschland gibt es 37,5 Millionen Internet-Nutzer. Die geschätzte Zahl der deutschen Blogs schwankt zwischen 60 000 und 300 000.

Ein paar Zahlen: Nur 55 Prozent der Deutschen haben laut dem Digital-Life-Report von TNS Infratest schon etwas von dem Begriff Weblog gehört. Selbst bei der 14-19-jährigen Internet-Generation sind es nur 68 Prozent. Die ARD-Online-Studie 2006 fand heraus, dass nur sieben Prozent der deutschen Internet-Nutzer schon einen Weblog besucht haben. Übrigens: Laut dem Weblog-Experten Jan Schmidt werden nur ein Drittel der verzeichneten Weblogs gelegentlich, also einmal im Monat, aktualisiert. Oder anders: 60 Prozent der Blogs sind tot! Sicher: Die Blogosphäre ist wichtig und mag mittlerweile selbst in Deutschland eine kritische Masse erreicht haben, die ihr von Zeit zu Zeit eine öffentliche Relevanz verleiht. Noch ist Bloggen aber eine Subkultur wie Skateboarden. Die Blogosphäre ähnelt eher einem durch Trackback und RSS hochgradig vernetztem Dorf, das gerade durch die Vernetzung und der Zitat-Gegenzitat-Logik eine Illusion der eigenen Relevanz produziert.





#2 Star-Blogger wollen das Internet eigentlich hinter sich lassen
Zum Beispiel Mario Lavandeira aka Perez Hilton, der bekannteste Celebrity-Blogger Amerikas. Auf seinem Blog PerezHilton.com berichtet der 28-Jährige täglich mit spitzer Zunge von den neuesten Entgleisungen junger Hollywood-Stars und erreicht damit momentan angeblich mehr als 2,5 Millionen User pro Tag. Aus dem erfolglosen und hochverschuldeten Schauspieler, ist ein erfolgreicher Unternehmer geworden, der nach eigenen Angaben monatlich eine sechsstellige Summe verdient. Aber sein Blog ist ihm zurzeit egal. Er schreibt an einem Buch und eine Reality-Show über sein Leben. Zum Beispiel Katharina Borchert. Die ist als eine von ganz wenigen Frauen mit ihrem Blog „Lyssas Lounge“ zu einem Star in Deutschlands Blogger-Szene aufgestiegen. Auf dem Blog ist seit ein paar Monaten nicht mehr viel los. Kein Wunder. Die Frau ist Chefredakteurin von WAZ Online und entwickelt eine neue Web-Plattform. Zum Beispiel all die Myspace-Musiker, die über den Umweg Internet versuchen, an einen Plattenvertrag heranzukommen.
So sehr diese Menschen vom Internet profitiert haben und in dieser neuen Welt berühmt geworden sind, so sehr wollen sie aus dem unsicheren und unrentablen Ghetto raus kommen. Schon paradox: Selbst für die Avantgarde des Web 2.0 ist die Stabilität der Mainstream-Medien attraktiver als das ach so zukunftsfähige Internet. Leider haben die Ex-Internet-Stars die Herrschaft ihrer neuen Arbeitgeber zuvor mit ihren Blogs ins Wanken gebracht.

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