Kunst Kauf Rausch: Die Suche nach dem perfekten Bild - Teil1: Die Wand
Keine Lust mehr auf Ikea-Drucke und Fotokollagen? Echte Kunst muss her! Aber wie erwerbe ich Kunst, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen? Wo kann ich Kunst kaufen? Welchen Stil, welche Epoche wählen? Und kann ich mit EC-Karte zahlen? Jetzt.de startet eine Reihe über die endlosen Weiten des Artspace
Kunst ist was für alte Säcke mit zu viel Geld. Und zu großen Wohnungen. Zumindest dachte ich das immer. Es ist nicht so, dass ich noch nie auf einer Vernissage oder in einem Museum gewesen bin – im Gegenteil: Solche Ereignisse bereichern meinen Alltag und sorgten schon oft für manchen krönenden Abschluss eines zuvor gar nicht viel versprechenden Tages. Aber Kunst echt kaufen? So richtig, für Geld? Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Vor kurzem bin ich umgezogen. Mit Frau. Das bedeutet nicht nur die Erwachsenwerdung des Lebensentwurfs, sondern auch die stilistische Neuanordnung des Wohnraums. Im Klartext: Fotokollagen mit bekifften, Fratzen schneidenden Freunden in Wechselrahmen müssen raus. Ebenso die selbst gemachten, nachdenklichen Fotografien à la Brand-eins: „Frau im weißen Raum am Fenster von hinten im Sechs-mal-sechs-Format“. Überhaupt, diese ganzen Kleinigkeiten - Edgar-Karten in Minirahmen, „kultige“ Kinderfotos aus den Siebzigern, dazu die Warhol-Supermarkt-Edition samt Suppendosen und James Dean – ich kann das alles nicht mehr sehen. Deckenhöhe dreivierzig - da muss flächendeckend erneuert werden. Der Einzug ist vollbracht. Möbel stehen an ihrem vorläufigen Reiseziel. Die Wohnung hallt nicht mehr so arg, doch die Wände sind nackt. Und ich sitze vor DER Wand, also jener, die als makellos alpinaweiße Fläche im Wohnzimmer aufragt und von ablenkenden Möbelstücken verschont geblieben ist.


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und wem was zu meinem facharbeitsthema (der öffentliche raum als experimentierfeld - irritierende eingriffe und veränderungen) einfällt, bitte melden, ich bin grad in nem kreativen loch..
also echt jetzt!
wenn du das nicht kannst, dann lass es.
das hat mit kunstkennen oder gar kunstsammeln nicht viel zu tun, sondern ist pseudobürgerliches effektgeheische.
aber wenn's denn schon sein muß, und bevor ihr euch irgendeinen scheiß kauft: großartige fotokunst, wirklich, ganz ehrlich, gibt es hier:
www.lumas.de
"und ist auch gar nicht mal so teuer"
04.12.2006 - 15:28 Uhr
keinekueche
die idee mit dem online-shopping ist ja schonmal gar nicht schlecht.
was aber auch ganz erträglich sein könnte, ist der regionale kunstmarkt. (nein, nicht die vhs-künstler, schon die 'echten' künstler.)
am besten ist es natürlich, sich bei bekannten (im sinne von selbst kennend) künstlern umzusehen. die freuen sich über lob und interesse - und geben einem - im besten falle- auch noch rabatt.
falls man nicht in der glücklichen lage ist, einen bekannten zu haben, der ansehnliches wand-material fabriziert, ist das vorhaben, die städtischen galerien abzuklappern, sicher nicht das schlechteste!
also: kunst auf!
und viel erfolg bei der suche.
mfg,
frau pe.
04.12.2006 - 16:03 Uhr
aeitschpi
liebe frau kk,
leider haben die 'künstler' (bleiben wir mal realistsich..) nicht allzu viel davon, wenn man sich in ihre bilder einfühlt, beindruckt oder bewegt ist. auch ein künstler braucht- so nüchtern das vielleicht klingen mag- geld zum überleben und somit zum kreativ sein.
pseudobürgerlich (meintest du vielleicht : ''bildungsbürgerlich'' [bürger sind wir wohl alle..] ), nein beinahe beschämend finde ich vielmehr (selbsternannte) kunstkenner, die jeglichen ökonomischen hintergrund der kunst verneinen. aber auch diejenigen, die immer noch meinen: je höher der preis, desto besser die qualität.
wenn ein bild nicht als wanddekoration dienen soll, wozu dann?
ich finde es durchaus legitim (ja, angebracht!) ein Bild auf seinen ästhetischen wert zu prüfen, bevor ich es mir an die wand hänge.
um nur mal einen kleinen historischen einblick zu geben:
früher waren malereien beinahe nur als wandschmuck vorgesehen.
die kunst des interpretierens und sentimentierens wegen zu mögen, ist völlig in ordnung. (wobei sich auch durchaus 'dekorative' kunst bestens dazu eignet.)
jedoch sollte er auch dem ästhetischem kenner die freude an der kunst lassen und diesen nicht als 'nichts verstehenden' kunstbanausen gar 'kunstkonsumenten' abtun.
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03.12.2006 - 20:17 Uhr
Milupa