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Leben

| 03.12.2006 19:00  

Tanz dich frei

In London funktionieren Flashmobs noch - als Flash-Dance!




Um genau 19.18 Uhr, die digitale Anzeige über dem Bahnsteig ist gerade umgesprungen, ertönt ein lauter Schrei im Londoner Bahnhof Paddington. Etwa 300 junge Menschen jubeln, weil sie offenbar selber überrascht sind, dass sie da sind oder weil eben auf einmal alle tanzen.
Die grosse Halle am Kopf des Bahnhofs, durch die gerade noch Menschen hetzten um ihren Anschluss nach Oxford oder den Zug zum Flughafen zu erwischen, ist eine einzige Tanzfläche. Am Rand gibt es keine Bar, sondern Fahrkarten-Schalter und aus den Lautsprechern kommt auch keine Musik, sondern der Sicherheitshinweis, dass Skateboard-Fahren und Rollerbladen verboten ist.
Die 300 Menschen feiern trotzdem – jeder für sich und alle zusammen. Die Musik für diese „Mobile Clubbing“ genannte Party kommt aus den MP3-Playern, die die Feiernden bei sich tragen. Jeder hört seine eigene Musik und doch feiern alle gemeinsam eine grosse Party.

Magisches mobiles Clubbing

Einer der Tänzer wird es später „magisch“ nennen. Das trifft es gut, jedenfalls besser als das Trendwort „Flashmob“. Alle paar Minuten brandet lauter Jubel durch die Halle und dann müssen sogar die Polizisten lachen, die am Rand stehen und zwei Aufgaben erfüllen: grinsen, wenn eine Gruppe Jungs wild um sie herum tanzt und Ahnungslosen erklären, was da gerade passiert.

Ein Polizist versucht sich an einer Einordnung. „Die haben sich übers Internet verabredet und tanzen jetzt. Das ist nicht verboten, so lang sie nicht auf die Gleise gehen.“ Die Regeln sind auf der Webseite mobile-clubbing.com zu lesen: Man soll zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen bestimmten Ort kommen, eigene Musik einschalten und tanzen. „Und keine Sorge, Tänzer“, verkündet die Webseite, „Du wirst einer von vielen sein.“
Das ist der zweite Grund, der diesen Abend magisch macht: es sind tatsächlich viele. Und alle sind nur deshalb da, weil einer vom andern gehört hat, dass am Donnerstag um 19.18 Uhr am Bahnhof Paddington getanzt wird.

Fast so gut wie mittanzen: die Atmosphäre beim mobile Clubbing online anschauen



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lilluvya 03.12.2006 | 20:40
Ich mag mitmachen.

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DieDani 03.12.2006 | 20:47
ich mag auch mitmachen.

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Ceridwen 03.12.2006 | 21:20
coole idee

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gravelotta 03.12.2006 | 21:21
tanz drauf!!

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die_tine 03.12.2006 | 22:38
das ist toll

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cestbon 04.12.2006 | 09:28
hihihi

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status_quo_vadis 04.12.2006 | 12:39
irgendwie symbolisch dass das in einem bahnhof stattfindet, denn:

der zug mit den leuten, die das interessiert, ist längst abgefahren.

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keinekueche 04.12.2006 | 15:20
das find ich komisch.

wenn jeder seine eigene musik hört, ist das doch eine unglaublich autistische veranstaltung. und da frag ich mich außerdem, wieso auf einmal mehrere leute gleichzeitig anfangen zu jubeln?

ich hab mal gelesen, daß im londoner grundwasser die konzentration von prozac-rückständen am höchsten ist, unter all den metropolen, in denen das gemessen wurde. ich könnte mir vorstellen, daß diese tatsache marginal was mit dieser veranstaltung zu tun hat.

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