31.10.2006 - 16:58 Uhr

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Der Feiertag, der Bäcker und sein f6-rauchender Hund

Text: elEktrolYd

Heute ist Feiertag. Die Zeitumstellung macht mir noch immer zu schaffen. Das heißt, ich stehe statt halb elf noch halb zehn auf. Früher ins Bett komme ich allerdings nicht. Im Halbschlaf denke ich darüber nach, woher ich heute eigentlich meine Frühstücksbrötchen bekomme. Hm, der Bäcker um die Ecke hat zwar auch sonntags geöffnet, aber ich erinnere mich dunkel, an einem Feiertag mal vor verschlossenen Türen gestanden zu haben.

Ich habe keine andere Wahl, ich will es wenigstens versuchen. Ansonsten habe ich ja nichts Essbares im Haus. Auf dem kurzen Weg dahin denke ich darüber nach, ob heute eigentlich Reformationstag und morgen Allerheiligen ist oder umgekehrt. Welche Bundesländer heute frei haben und welche morgen. Bei den Bayern würde es mich nicht wundern, wenn sie beide Tage nicht arbeiten müssen. Um die Berliner ist es wohl am schlimmsten bestellt. Sie dürfen an keinem dieser Tage feiern. Oh Gott, habe ich mir das mit dem Umzug gut überlegt?

In Gedanken versunken halte ich Ausschau nach dem Ofenfrische-Brötchen-Schild, das im Normalfall vorm Laden steht. Ich ahne Schlimmes! Alles Dunkel! Verdammt! Ich kehre um und laufe dabei an dem griesgrämigen Opi vorbei, der hier regelmäßig mit einem Hund seine Runden dreht und die Leute anpöbelt. Plötzlich schreit er mich von der Seite an „Steht doch aufm Kalender, dass heut Sonntach is!“ Mein Kopf beginnt zu rattern. Sonntag? Habe ich was verpasst? Was war dann vorgestern? Er ruft weiter „… oder Feiertach!“ Ahh, ich bin doch nicht völlig verblödet. Danke!

In diesem Moment erinnere ich mich, wie mich meine Oma vor vielen Jahren, auf ihren Einkauf wartend, völlig verwirrt anrief. Sie war ganz fest der Meinung, es sei Mittwoch und fragte mich: „Aber Kind, wie kommt denn das, dass bei Euch heute Dienstag ist und bei uns Mittwoch?“ Hm, ich wusste gar nicht, dass wir innerhalb der Stadtmauer einer 15 000 Seelen-Gemeinde in verschiedenen Zeitzonen leben???

Nur düster erinnere ich mich, mich gestern Nacht, nachdem ich von Anni kam, ins Parkverbot gestellt zu haben und wollte den Brötchenkauf gleich mit dem Umparken verbinden. Am Auto angekommen, stelle ich erneut fest, dass ich mit etwas Alkohol im Blut irgendwie besser einparken kann als ohne. Ich lasse noch mal kurz Revue passieren, was und wieviel ich letzte Nacht eigentlich trank und erschrecke, als mir bewusst wird, eine ganze Schachtel f6 geraucht zu haben.

Aber wo ich jetzt eh einmal im Auto sitze, kann ich auch schnell zum Domplatz fahren. Dieser Bäcker hat immer auf. Wie erwartet ist es ziemlich voll dort und ich bin heilfroh – entgegen meiner Gewohnheit – nicht das Schalfanzugoberteil unter der Jacke zu haben, sondern einen Pullover. So kann ich sie wenigstens aufmachen, während ich anstehe. Beim Warten geht mir der „Frauen sehen frühmorgens am erotischsten aus.“-Satz durch den Kopf. Welcher Trottel hat das eigentlich gesagt? Ich gehöre definitiv nicht dazu! Und möchte jetzt bitte kein bekanntes Gesicht sehen!

Von hinten allerdings entdecke ich jemanden, der aussieht, wie einer, der mich schon etwa zehn Mal auf irgendwelchen Partys angesprochen hat. Letztes Silvester meinte er zu mir, es sei jetzt genau ein Jahr her, als er mich das erste Mal ansprach. Ich korrigierte: „Nein, es ist bereits anderthalb Jahre her.“ Meine Befürchtung jedoch bestätigt sich nicht. Gut so! Denn auf so eine Begegnung habe ich um diese Zeit nun wirklich keine Lust. Obwohl er ein netter Kerl ist. Ich bestelle meine obligatorischen zwei Kürbiskernbrötchen und marschiere zum nahe gelegenen Geldautomaten, drehe mich um und sehe den Mann, der mich schon zehn Mal ansprach, mit dem Fahrrad an mir vorbeifahren und höre ihn „Hallo“ sagen...

Endlich an unserem WG-Küchentisch sitzend, graben wir in alten Zeiten und holen gedanklich unsere C. C. Catch-Buttons raus, um sie den anderen zu zeigen. Der Herkunftsort unserer aller Buttons war irgendein Flohmarkt in Ungarn. Da sind wir uns einig! Ich erzähle, wie ich mit fünfzehn in einem Fanbus nach Frankfurt zu meinem ersten Depeche Mode-Konzert fuhr, von den Sandra- und Bros-Postern meiner Schwester und Jana gesteht ihr peinlichster Lieblingsstar sei Boy George gewesen. Zu guter Letzt klären wir noch das Feiertagsproblem und kommen zu dem Schluss, dass heute der Reformationstag sein muss, und dass – laut Jana – mehr Bundesländer morgen frei haben, weil Bayern so groß ist. Häää?


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Mag ich Mag ich nicht

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01.11.2006 - 06:45 Uhr
miroTV

moin moin,

so nachdem nun mein dienst beendet ist und ich verdammt nahe daran bin, einfach ins bett zu fallen und nee grosse portion schlaf zu tanken...

... habe ich heute morgen mal mein buch, buch sein lassen und als kleine gute nachtgeschichte mal deine zeilen hier gelesen! und es war gut so...!

jute nacht
miro

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