Der herbst ist leise
Text: KleinOrangenmaedchen
Hier sitze ich mit verschränkten Beinen und tippe und tippe und die Buchstaben, ich könnte sie vom Bildschirm kratzen, weil sie dort nicht so hingehören. Sie sind sich unschlüssig und finden ihn nicht. Den Platz, an dem sie leuchten können. Und ich lächle nicht mehr so wie vorhin, als ich an dich gedacht habe und man den Wind draußen noch sehen konnte. Nun kann man ihn noch nicht einmal hören und vielleicht liegt es an diesem grellen Licht der Zimmerlampe, was den Buchstaben das Licht nimmt. Ich würde dich jetzt gerne vom Bahnhof abholen und mit in den herbst nehmen, die Nacht würde uns gehören. Diese Nacht.
Ich würde dich fragen, ob es den Mann im Mond gibt und ob du mich küssen kannst, bis es hell wird und man bunte Schatten im Zimmer sieht. Und dann würden wir weglaufen, durch die Blätterberge und über Stock und Kastanie und sie könnten uns alle mal. Und die Buchstaben, vielleicht würde ich sie dann in deinen Augen leuchten sehen. Dann gebe es nämlich keine blöde Zimmerdeckenlampe mehr, die den Mond nicht hineinlässt. Und der Dunkelheit, der würden wir rote Nasen malen und lächeln, nicht so laut lachen. Denn der herbst ist leise.
Und die Buchstaben würden aus dem Fenster flattern, mit dem Wind. Vielleicht finden wir sie dann am nächsten Tag.
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29.10.2006 - 20:06 Uhr
Windmusik