01.01.2007 - 19:00 Uhr

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iTunes – der Abstieg eines Superstars

Text: stefan-winter

Warum der Apple-Plattenladen nicht nur Coolness und Stil verliert, sondern auch unsere Sympathie

Der Aufstieg ging rasend schnell: Als Apple 2001 den Online-Musikstore "iTunes" auf den Markt brachte, waren alle begeistert. Leicht verständlich, intuitiv zu bedienen und in einem ansprechenden Layout bot iTunes alles, was die Musik-Industrie bis dahin nicht geschafft hatte: eine einfache Art, im Netz Musik zu kaufen. Mittlerweile ist aus dem Musikladen ein Geschäft für zahlreiche andere Medien geworden. Doch spätestens seit die iTunes-Version 7.0 auf dem Markt ist, wächst die Kritik und der iTunes-Stern sinkt. 1. Coolness: Dass George W. Bush einen iPod hat, konnte man noch irgendwie hinnehmen. Aber als iTunes im Sommer gemeinsame Sache mit Coca Cola machte, um „mit musikbegeisterten Teenagern und jungen Erwachsenen in Kontakt zu treten“, war klar: die Coolness die den iPod in seinen Anfangstagen umgab, ist endgültig dahin. 2. Speicherplatz: Sein cooles Image hatte Apple durch lässige Klarheit erworben. Das Design ist einfach strukturiert, weiß, mit viel Raum. Edel halt. Was den Speicherplatz von iTunes 7.0 angeht, haben sich die Apple-Leute für das exakte Gegenteil entschieden: Das überladene, sperrige Programm-Paket ist nicht nur kompliziert zu installieren und braucht viel Platz, es ist auch langsamer geworden als seine Vorgänger. 3. Datenschutz: Schon der Vorgänger iTunes 6.02 stand Anfang des Jahres in der Kritik. Apple hatte mit dem Update eine Funktion eingeführt, die Informationen über die Nutzer an den Store verschickte, ohne den Käufer vorher darüber zu informieren. Apple reagierte: Mittlerweile findet sich am unteren Ende des iTunes Programmfensters ein Button, mit dem der Daten-Austausch unterbunden werden kann. 4. Fairplay: Die Hauptkritik an itunes bezieht sich auf eine Funktion, die die Musikverkäufer paradoxerweise FairPlay genannt haben. Dabei geht es um das so genannte Digitale Rechte Management (mehr zum Thema DRM im Interview mit Richard Joss von wirhabenbezahlt.de ). Dabei schränkt itunes die Nutzung der im Store gekauften MP3s massiv ein. So kann man iTunes-Songs zum Beispiel nur auf fünf Computern und überhaupt nur auf Apple iPod abgespielt werden.
Illustration: Daniela Pass 5. Verbraucherkritik: Mit seinen Maßnahmen stößt Apple nicht nur auf Kritik aus dem Mac eher wohlgesonnenen Internet. Nicht nur Blogger, sondern auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisierte iTunes unlängst. Markus vom jetzt.de-Blogstipendium geförderten Blog netzpolitik.org berichtete bereits im Juli über die Kritik an den Lizenzbestimmungen des Online-Shops. Schon im Januar hatten sich norwegische Verbraucherschützer zu Wort gemeldet. Sie gingen mit ihrer Kritik an itunes sogar so weit, dass sie den Store als verfassungswidrig erklärten. Grund hierfür: itunes verstoße mit seinen iTunes-typischen Nutzer-Beschränkungen gegen das norwegische Konsumenten-Schutz-Gesetz. 6. Marktmacht: Wer bei iTunes einen Song oder einen Clip kauft, kauft damit auch indirekt einen iPod, jedenfalls wenn er oder sie den Song auch unterwegs hören will. Denn itunes-Ware läuft nur auf Apple-Endgeräten. So wird der iPod auf lange Sicht der beliebteste MP3-Player bleiben, es gibt ja keine Alternative. Und Microsofts Zune, der als iPod-Killer angekündigt wurde, funktioniert nach dem gleichen Konzept. Doch es gibt auch Alternativen zu iTunes. Eine Übersicht mit Links: 1. Songbird ist eine Open-Source-Programm, mit dem man MP3s abspielen und Podcasts produzieren kann. 2. Der als „DVD Jon“ bekannte Jon Johansen hat einen Weg gefunden, itunes-Songs aus ihrem iPod-Gefängnis zu befreien: Der 22jährige Norweger hat dafür die Firma DoubleTwist Ventures gegründet, die eine entsprechen Software vertreiben soll. 3. Lieder ohne DRM gibt es zum Beispiel bei finetunes.net, dort heißt es: “Das Kopieren sowie das Brennen ist unbeschränkt möglich. Bitte respektieren Sie jedoch das Schaffen der Künstler und gehen Sie verantwortungsvoll mit dem Copyright um. Die Künstler verdienen mit dem Verkauf von Musik ihren Lebensunterhalt.“ 4. Ebenfalls interessant: das Konzept von yossic.de. 5. Man kann auch selber was tun: die Aktion DefectiveByDesign der Free Software Foundation hat zum Beispiel eine Petition ins Leben gerufen, die Ask Bono To Stand With Us Against DRM heisst und zum Ziel hat den U2-Sänger (der auch schon Werbung mit und für den iPod gemacht hat), davon zu überzeugen, dass er sich gegen DRM einsetzt.
Mehr zum Thema DRM und Online-Musik im jetzt.de Themenschwerpunkt Urheberrecht


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Sam41
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 19:56 Uhr
Sam41

ich hab nichts gegen iTunes...und gegen 7.0 schon garnicht.
Warum laufen denn alle mit iPod Kopfhörern rum, und haben dann ihren Discman dran hängen? Muss wohl schon was cooles dran sein, oder?

dem_osten_so_nah
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 20:03 Uhr
dem_osten_so_nah

Wenn man schon einen Schmähartikel schreibt, dann bitte sachlich korrekt:
- im ITMS gibt es keine MP3-Dateien, sondern AAC-Dateien
- man kann die Lieder auch selbstverständlich so oft man will brennen - bei der Konkurenz wie Musicload ist das imho nicht möglich
- warum iTunes schwer zu installieren sein soll, ist mir schleierhaft - überfordert es den Nutzer, auf zwei, drei Buttons zu klicken?

Der Rest stimmt aber schon teilweise...ich kann auch nicht nachvollziehen, warum iTunes an die 50 MB groß ist. Wenn man wollte, ginge wohl auch ein Zehntel.

fmuell
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 20:07 Uhr
fmuell

nun ja,
was soll das für ein beitrag sein...
wer in itunes kauft, wusste von all diesen "beschränkungen" schon immer, auch dann, als itunes noch cool war...
das mit cola ist mir wurscht, das angebot passt und der rest stimmt einfach....
nun denn...
beiträge dieser art müssen wohl zur zeit sein..
fabian

Minkel
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 20:27 Uhr
Minkel

Seitdem ich unter SuSE Linux mal den Player "Amarok" kennengelernt hatte, ist für mich iTunes gestorben. Amarok ist genau das iTunes, was ich mir erhofft habe. Gibts leider noch nicht für Windows, ist aber geplant.

iTunes ist groß, träge, unflexibel. Und warum alle dem iPod hinterher rennen, ist mir eh ein Rätsel. Bei so vielen Alternativen auf dem Markt.

tom
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 21:25 Uhr
tom

suspekt war mir schon zu beginn, (allerdings hatte ich das erst danach gemerkt) dass itunes alle lieder in schier unendlich verschachtelte subfolders einsortiert, meine bisherige recherche ergab, dass man das nicht rückgängig machen kann. also eine weitere ausstiegsbarriere beim wechsel zu einer anderen plattform.

falls jemand einen tipp hat wie man das rückgängig machen kann, ich höre..

bestgucci
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 21:26 Uhr
bestgucci

Warum der Apple-Plattenladen nicht nur Coolness und Stil verliert, sondern auch unsere Sympathie.

Wieso schreibst Du "unsere Sympathie"?

tom
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 21:30 Uhr
tom

also wir sind doch hier ein kollektiv mit einer kosmos meinung, ts...

Melek_et_omnes_sancti
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 22:27 Uhr
Melek_et_omnes_sancti

...dieser ipod/itunes-scheiß geht mir so was von auf den sack...

kikuju
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 22:38 Uhr
kikuju

ehrlich gesagt glaube ich, dass ihr alle nur bockig seid, weil eben inzwischen jeder depp mit sowas rumrennt.
und nicht mehr nur die "coolen".

Kackvogel
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2007 - 22:51 Uhr
Kackvogel

Jetzt mal ehrlich:
Der Artikel trifft schon viel Wahrheit. iTunes 7.0 ist größter Schrott. Ich hatte es installiert und es hat meine Musik nur ruckelig abgespielt. Recherche im Netz ergab, dass das Problem wohl häufiger auf Windows-Rechnern auftrete. Apple empfiehlt dagegen das löschen von Plug-ins. Dabei hatte ich überhaupt keine Plug-ins installiert.
Einen iPod zu besitzen ist schon deswegen nicht cool, weil es bessere Alternativen für weniger Geld gibt. Ich besitze beispielsweise einen Creative Zen Touch mit 20GB Speicher. Der war 100€ billiger als ein vergleichbarer iPod, spielt aber 24 Stunden und auch *.wav-Format (wenn das noch irgendwer benutzt...).
Von einer Freundin habe ich gerade wieder so eine lustige Apple-Story gehört. Sie läd ihren iPod immer direkt am Rechner und nie an der Steckdose auf (da man das Netzteil auch extra kaufen müsste). Nun hat dieses Laden irgendwann nicht mehr funktioniert. Im Apple-Store hieß es dann: Ja, das kommt durchaus vor, wenn man den iPod nur am Computer aufläd und nie am Netz. Na super! Was für eine Technik! (zugegeben: im Design ist der Nano ungeschlagen)

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stefan-winter

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