Der Kaftan meines Vaters und ich
Lena Gorelik, 25, kam mit elf Jahren als jüdischer Kontingentflüchtling aus Russland nach Deutschland. 2005 erschien ihr autobiographisch gefärbter Debütroman „Meine weißen Nächte“.
Mein Vater trägt einen schwarzen Kaftan. Statt eines Gürtels baumeln an seiner Hüfte komische weiße Fäden herunter. Er hat einen langen Bart und auf dem Kopf ein schwarzes Käppchen. Natürlich beten wir viel, halten den Sabbat ein und essen nie Schwein. Ich will ’mal nach Israel auswandern, um möglichst viele Araber zu töten. Denn ich bin jüdisch. Genau so ist es nicht. Es ist ein schönes Klischee, vielleicht eins für einen Film, aber nicht meins. Mein Vater trägt tatsächlich Bart, einen Drei-Tage-Bart allerdings, weil er aussehen möchte wie Robert de Niro. Und ich? Naja, ich bin einfach ich. Jüdisch, per Zufall, weil so geboren, so wie ich als Frau geboren wurde. Ich kann nichts dafür. Wann immer ich es sage, meistens in einem Nebensatz, weil es einfach nicht wichtig ist, wann immer das Wort jüdisch fällt, spüre ich diese Blicke. Diese vorsichtigen Blicke. Was suchen die, einen antipalästinensischen Button? Den Davidstern an einer Kette? Ich bin nicht anders und will keine Sonderbehandlung. Ich will nicht, dass meine Freunde aufhören, über Michel Friedman zu lästern, wenn ich ins Zimmer komme. Ich will mich nicht für Israels Politik verantworten müssen. Meistens will ich nur meine Ruhe. Ich bin mit meiner Familie als Kontingentflüchtling nach Deutschland eingewandert, als ich elf Jahre alt war. Der Begriff Kontingentflüchtling ist eine Geburt der deutschen Beamtensprache und ein Resultat der deutschen Geschichte: Weil die Bundesrepublik im Rahmen der Wiedervereinigung beschlossen hat, großzügigerweise Juden aufzunehmen, die aus der ehemaligen Sowjetunion fliehen wollten, aber nicht wusste, in welches Gesetz sie diese political correct pressen wollte, ohne Israel oder den Zentralrat der Juden in Deutschland zu verärgern, wurde dieses Wortungetüm hervorgezaubert.
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manchmal denk ich mir schon auch :
'zefix - niemand interessiert sich fuer mich, ist das etwa nur weil ich katholisch bin, aeh, sein sollte, dafuer gehalten werde ?'
religion ist hier, heutzutage sowas von unsinnig geworden, dass ich fast schon glaube, gott fuehrte regie bei black dahlia und ist die einzige instanz die es fertigbraechte diesen daemlichen jingle ein fuer alle mal ueber den jordan zu jagen ...
*
Erst mal vielen Dank für den interessanten Text, Lena!
Was mich noch interessieren würde: Bist jetzt eigentlich religiös, also gläubige Jüdin oder ist es bei diesem Unterscheiden-Wollen geblieben? Und: Ist Jüdin-Sein nur eine Frage der Religion oder doch auch der Volkszugehörigkeit?
Den Kommentar von nixbewiesen.. kapier ich nicht.
Ich hatte wenig mit Judentum zu tun,hatte ein bewegtes Leben und studierte bei jüdischen Lehrern.Es war schwer für mich zu verstehen und auszuhalten,dass mein geliebter Grossvater in seiem Werk "Fremdarbeiter " beschäftigte."Diese Pollaken".Ich begriff später dass das KZ-Häftlinge waren.
Jetzt mit 60 erfahre ich plötzlich dass meine Grossmutter j(seine Frau)üdisch war.Hab mich schon oft über ihre jiddischen Redewendungen gewundert!
Da bin ich ein bisschen verrückt geworden.Die Ärzte nannten es Psychose.
Herzliche Grüsse Uli
Die Deutschen machen schuldkultivierend, wie sie es nun mal gerne spielen, aus Israel eine Staatsdoktrin und die Israelis, aus der Devotion der Schuldbeladenen seine Kraft saugend, killt weiterhin mit Phoshor, raubt Land und ist die einzig legitimierte Neo Nazi Organisation. Du und der Kaftan deines Vaters. Wahnsinnig rührend, lieb und traurig, aber du wirst zerrieben zwischen denen, die sichs richten, den Machern shalom
Rolf Dieter Lehner Kitzbühel
Und ein Staat Palästina und der Frieden werden auch kommen.
PS: für alle Antisemiten hier: Ich bin keine Judin.
Elisabeth
Weiter: Israel ist das einzige demokratische Land in der Region und der Einsatz von Phosphor wird dort heftigst diskutiert. Es ist keinesfalls so, dass der Einsatz von Waffen dort an der Tagesordnun ist, wie sie implizieren. In den letzten Jahren hat Israel viele der ehemaligen besetzten Gebiete zurückgegeben bzw. hat sie geräumt. Das Ergebnis war noch mehr Terror und noch mehr Tote. Sie sollten die islamofaschistischen Hisbollah-Krieger verurteilen und nicht diejenigen, die da um ihr Leben kämpfen.
nisso:
toll faschistoid, das argument, wer brunnen baut und infrastruktur schafft , ist legitimiert zu erobern und zu unterwerfen?
chaim, ja glaubst du vielleicht ich weiß nicht wovon ich rede?
gott sei´s gedankt, das Israel nicht gleich Judenheit ist. wer da nicht differenzieren könnte, der weiss nicht, wovon die rede ist.
inzwischen hat Olmert ja auch bezeichnenderweise "eine mediale atombombe platzen lassen. Was heißt denn da "islamofaschistische Krieger" wer hat denn die gezüchtet?? Vielleicht ogar bewußt, um Konflikte latent zu halten???? who knows...Warum wurde wohl Rabin ermordet, warum regieren die hardliner? bitte nachdenken und zusammenhänge analysieren.
Israel wird al la longue an dem konflikt vor allem moralisch zerbrechen.
man denke, mit welchem moralischen anspruch einmal dieser staat
gegründet wurde schon mal was gehört von weizmann, golda meir oder ben Gurion? Und was ist daraus geworden???
Ein beinharter Machtapparat, kompromisslos und ohne langfristiges
politisches konzept. sich nur auf bomben und schutzmächte verlassen
ist kurzfristig und kurzsichtig.
israel muß einsehen, dass es den konflikt politisch lösen muss.
das hat rabin versucht
man hat ihn gekillt, damit hat man das liberale und bessere Israel
ermordet, vorläufig jedenfall.
mfG Rolf Dieter
den ich vor einiger Zeit, unter dem Eindruck des Libanon Krieges schrieb und der Olmertschn Äußeung über die Atombombe..
Ich zitiere:
na dann lebt mal schön alle, die Autorin eingeschlossen, eure Pubertät aus. Die Fakten werden woanders geschaffen.
Die Deutschen machen schuldkultivierend, wie sie es nun mal gerne spielen, aus Israel eine Staatsdoktrin und die Israelis, aus der Devotion der Schuldbeladenen seine Kraft saugend, killt weiterhin mit Phoshor, raubt Land und ist die einzig legitimierte Neo Nazi Organisation. Du und der Kaftan deines Vaters. Wahnsinnig rührend, lieb und traurig, aber du wirst zerrieben zwischen denen, die sichs richten, den Machern shalom
Rolf Dieter Lehner Kitzbühel
und weiter in einer Entgegnung:
faschistoid: ist das Argument, wer Brunnen baut und Infrastruktur schafft , ist legitimiert zu erobern und zu unterwerfen?
Chaim, ja glaubst du vielleicht ich weiß nicht wovon ich rede?
gott sei´s gedankt, das Israel nicht gleich Judenheit ist. Wer da nicht differenzieren könnte, der weiss nicht, wovon die Rede ist.
inzwischen hat Olmert ja auch bezeichnenderweise "eine mediale Atombombe platzen lassen. Was heißt denn da "Islamofaschistische Krieger" wer hat denn die gezüchtet?? Vielleicht sogar bewußt, um Konflikte latent zu halten???? who knows...Warum wurde wohl Rabin ermordet, warum regieren die Hardliner? bitte nachdenken und Zusammenhänge analysieren.
Israel wird al la longue an dem Konflikt vor allem moralisch zerbrechen man denke, mit welchem moralischen Anspruch einmal dieser staat gegründet wurde schon mal was gehört von Weizmann, Golda Meir oder Ben Gurion? Und was ist daraus geworden???
Ein beinharter Machtapparat, kompromisslos und ohne langfristiges
politisches Konzept. Sich nur auf Bomben und Schutzmächte verlassen, das ist kurzfristig und kurzsichtig.
israel muß einsehen, dass es den Konflikt politisch lösen muss.
das hat Rabin versucht, man hat ihn gekillt, damit hat man das liberale und bessere Israel
ermordet, vorläufig jedenfall.
Zitat Ende
Es waren dies Argumente, im Zorn geschrieben, wohl auch im Hinblick auf die Jüdisch-interne Diskussion bezüglich des Sinnfrage des Jude-seins, einer Richtungs- und Ethik Diskussion die ich aufmerksam verfolge. Immerhin, die Annnäherung an die Judenheit,
war für mich ein längerer Prozess. Und er entwickelte sich bei mir jedenfalls, von einer gewissermaßen kritischen Distanz hin zum ... ja geradezu zu einer rationalen Zuneigung und darin eingebettet, Anteilnahme. Wenn man so will, zu einem intellektuellen Einvernehmen. Das Resultat sorgfältiger Überlegungen.
Ausgehend von einem historisch und gegenwatsbezogen bestimmten Solidargefühl.
In diesem Zusammenhang oute ich mich als Verehrer des charismatischen Jeschajahu Leibowitz und des intellektuell-distanziert erscheinenden aber in der Diskussion wichigen Ralafael Seligmann. In dem Zusammenhang hatte ich auch eine gegenseitig sehr erkenntnisreiche Korrespondenz mit Prof. Dr. Rolf Verleger, Jüdische Gemeinde Schleswig Holstein.
Im Zusammenhan mit dem was ich in der Folge zu sage haben
vorab ein Zitat von Meir Seidler, hagalil.com:
...Und als ob damit noch nicht genug Gründe vorhanden wären, die ein wirkliches Verständnis des Judentums von vornherein extrem erschweren, richtet sich vor dem überwiegenden Grossteil der deutschsprachigen Leser — den Deutschen und Österreichern — eine weitere Barriere auf: die jüngste deutsch-jüdische Vergangenheit. Die mit dem am jüdischen Volk verübten, von Deutschen geplanten, dirigierten und schließlich ausgeführten Völkermord verbundenen Emotionen, so wie die große Ansammlung des jüdischen Volkes in einem eigenen Staat, dem Staat Israel, der in der aktuellen Gegenwart immer wieder Gegenstand heftiger und leidenschaftlicher Auseinandersetzungen ist, verknüpfen sich oft zu einem Gefühls- und Gedankenkomplex, den zu entwirren eigentlich Sache des Psychologen wäre, eines Kulturpsychologen, sollte es diesen Beruf einmal geben. Erst dann könnte man mit einer gewissen Hoffnung auf Erfolg an den Anfang einer unvoreingenommenen Informationsvermittlung in Sachen Judentum herangehen.
Fakt ist, ich habe mit meinen obigen Forenbeitrgen einen mir nahestehenden Juden/Israeli verletzt. Ein Mensch der von einer starken emotionalen Bindung zu seinem Land bestimmt ist.
Die Essenz seines Agumentes: Israel sei das unter allen Umständen zu erhaltende einzig wahre und zu schützende "Refugium" der Judenheit und jede Art von Kritik in der Form, wie ich sie geschrieben hättee, sei verletzend, kontraprodktiv, und für ihn inakzeptabel.
Die Leidenschaft mit der das geäußert wurde, hat mich betroffen gemacht und nachdenklich. Das Resultat: Heute würde ich einen Forenbeitrag so nicht mehr formulieren.
Meine Grunderkenntniss: Israel ist nicht nur ein politisches
Gemeinwesen allein. Es ist wohl, so habe ich das jedenfalls verstanden, sozusagen eine Art Arche Noah für die Judenheit.
Und das wiederum bedeutet, man sollte politische Kritik an Israel in diesem Sinne filtern.
Dies ich betone es, wäre eine freiwillig auferlegte disziplinäre
Vernunft angesichts einer immer bestehenden grundsätzlichen
Gefahr für das Land im Nahe Osten.
Dieter Lehner Kitzbühel








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16.10.2006 - 21:50 Uhr
repetition
Finde mich in deinem Text oft wieder.
Werden mir wohl das Buch besorgen :)