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12.09.2006 - 19:00 Uhr

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Echte Arbeit für die Generation Praktikum

Franz Müntefering will notfalls gesetzlich dagegen vorgehen, dass Firmen Hochschul-Absolventen schlecht oder gar nicht bezahlen

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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alcofribas
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13.09.2006 - 19:57 Uhr
alcofribas

@küche
ich - von angestelltenmentalität versaut - teile deine meinung absolut nicht. du weist ja darauf hin, daß es einen unterschied zwischen freiberuflern und angestellten gibt. den sehe ich auch. ein angestellter geht ein vertragsverhältnis mit seinem arbeitgeber ein. soweit, so gut. allerdings beinhaltet für mich ein vertragsverhältnis auch, daß so ein arbeitsvertrag gewissen regeln zu folgen hat, z.b. widersprechen sittenwidrige löhne der vertragsfreiheit - genauso wie ein verzicht auf urlaubsansprüche nach ablauf der gesetzlichen probezeit.
wenn ein freiberufler sich 12 stunden am tag krumm macht und / oder wenig verdient und / oder keinen urlaub hat, tut er das allerdings außerhalb eines vertragsverhältnisses.
für mich sind praktis angestellte und als solche auch mit den rechten des vertragspartners "arbeitnehmer" ausgestattet. punktum. dabei spielt es nicht mal eine rolle, ob mensch das deutsche arbeitsrecht super oder beknackt findet, es gilt nun mal. auch für praktis.
und das argument "berufserfahrung sammeln" gilt auch nicht, denn erstens sollen praktika auf das berufsleben vorbereiten - während des studiums / der ausbildung und zweitens gilt zumindest in meinem beruflichen kontext (*hüstel*) eines oder mehrere praktika NICHT als berufserfahrung. egal, wie lange sie dauern.
und das nicht, weil wir sesselpupser vom amt das so festlegen (da gibts maßstäbe, zwei jahre gelten, ist den arbeitgebern aber egal), sondern weil arbeitgeber - zumindest die, mit denen ich zu tun habe - unter "berufserfahrung" reguläre beschäftigung verstehen.

- weil dann nämlich davon auszugehen ist, daß bewerber einen anderen zugang zur berufswelt und ein anderes bild von berufstätigkeit haben, als dauerpraktis, die ab einem gewissen punkt als mündige arbeitnehmer (und auch das wollen arbeitgeber) einfach ausfallen.

und ich wiederhole: mit einem abgeschlossenen studium / einer abgeschlossenen ausbildung sollten praktika verboten sein.

stefanr
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Mag ich Mag ich nicht

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13.09.2006 - 21:26 Uhr
stefanr

für alle, die es interessiert: spiegel-online hat gerade eine geschichte über praktikanten in der politik veröffentlicht:
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundb...

alcofribas
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13.09.2006 - 21:27 Uhr
alcofribas

...in dem "die politik" in teilen aber besser wegkommt, als andere arbeitgeber

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13.09.2006 - 21:29 Uhr
alcofribas

(allerdings sind praktikantInnen in der politik durchaus ein problem, auch wenn sie ordnungsgemäß als bundeskanzlerin entlohnt werden.)

jane
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13.09.2006 - 21:58 Uhr
jane

@kueche:

wenn du meinst, du diskutierst "konstruktiv", indem du meinen standpunkt als "allgemeinplatzmist" titulierst, liegst du falsch. ich habe weder aggressiv angefeindet, noch ist meine meinung "mist". du kannst nicht einmal alle zuvor aufgefuehrten punkte konstruktiv widerlegen, sondern fuehlst dich lediglich auf einem persoenlichen niveau angepisst, was aber einzig und allein dein problem ist.

du hast sehr recht, wenn du sagst, ich weiss nicht, was genau auf arbeit bei euch ablaeuft, daher habe ich auch vermutungen oben in meinem ersten post ausgesprochen (vgl. "ich bezweifle, dass....") und keine unumstoesslichen wahrheiten.
wenn dich etwas an eurer praktikantin stoert, dann waere es vielleicht eine schoene idee, den mund aufzumachen. kannst ihr ja in freundlicher tonlage sagen, dass es manchmal von hilfe waere, wenn sie ein bisschen laenger dableiben wuerde. oder soll sie nur deswegen laenger dableiben, damit alle durch die bank ueberstunden schieben und nicht einer aus der reihe tanzt und eventuell spass hat?

konkretes beispiel fuer firmen, die viele praktikanten uebernommen haben und die sich mittlerweile ordentlich hoch arbeiten konnten: der Wuerth Konzern. kannst da ja mal anrufen, aber wahrscheinlich kommt jetzt wieder dein argument von wegen kreativer beruf und alles ganz anders.
deine einstellung traegt meiner meinung nach dazu bei, dass praktikanten immer die arschkarte ziehen.

keinekueche
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Mag ich Mag ich nicht

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13.09.2006 - 23:39 Uhr
keinekueche

@alco:

danke für konstruktive und neutrale kritik.

im grunde sind unsere meinungen aber gar nicht so verschieden, wenn ich deinen kommentar richtig deute.

du sagst, daß praktika bei 'den arbeitgebern, mit denen du zu tun hast', keine geeignete maßnahme zur berufsvorbereitung sind. ich sehe das auch so.
deswegen habe ich zu anfang auch lediglich gesagt, daß es mich stört, wenn in dieser debatte, die praktika als ausbeuterische arbeitsverhältnisse deutet, immer wieder klassische freiberuflerbranchen als schlechtes beispiel herangezogen werden.
in diesen berufsfeldern sieht nämlich meiner meinung nach der wertgehalt von praktika ganz anders aus. zumeist sind diese dann nichts anderes als 'noch nicht so gut bezahlte freie mitarbeit unter aufsicht einer erfahreneren person', was ich aber wie gesagt nicht anprangernswert finde, denn auch selbständige projektarbeit und die ganzen administrativen prozesse, die dazugehören, muß man lernen, und das geschieht an vielen unis nicht ausreichend genug. da macht ein halbjähriges praktikum zum berufseinstieg schon auf eine gewisse weise sinn.

die schweine sind vielmehr die, die eigentlich feste mitarbeiter einstellen sollten.
wenn ein betrieb, eine firma oder eine agentur eine volle stelle, die eigentlich eine festanstellung wäre, mit einem praktikanten, am besten noch hochschulabsolventen, besetzt, dann ist das natürlich eine sauerei. das streite ich überhaupt nicht ab. das passiert aber in allen möglichen berufsfeldern, und ausbeutung findet dort teilweise noch viel extremer statt.

wenn man zum beispiel an junge assistenzärzte denkt, die wiederholt 48-stunden-schichten schieben, mit (wenn's hochkommt) einem halben tag pause dazwischen zum schlafen, dann muss einem die forderung von jemandem, der nicht mal ein halbes jahr ohne einen längeren urlaub auskommt, ein wenig grotesk vorkommen.

Claudiv
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Mag ich Mag ich nicht

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18.08.2008 - 13:46 Uhr
Claudiv

Mir ist bei 2M in Saarbrücken das gleiche passiert. LillMiss hat großes recht!

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