j. II
Es ist nicht ganz fünf Uhr als ich das Haus verlasse. Auf der Suche nach etwas Abart und Kaffee. Es gehen immer jene, die bleiben sollen. Und es bleiben immer diese, die nach nassen Winternächten und alten Zigarettenstümmeln riechen. Wenn ich meine Beine ansehe ist da nichts, das mich davon abhält dich weiterhin zu besuchen. Jeden Morgen in die U-Bahn Linie 2 zu steigen und dem Mann an der großen Kreuzung mit den vielen Decken um seinen Körper gewickelt zwanzig Cent in seine Mütze zu schmeißen. Es hält mich nichts davon ab, dir jeden Tag einen zu blasen oder mit dir raus aufs Land zu fahren. Das alles sind ganz unterschiedliche Dinge und doch gehören sie irgendwie allesamt zu dir. Wenn ich dein Treppenhaus betrete dann fühle ich wie sich meine Finger und Knie versteifen. Wie ich am Türknauf rüttle und drehe, auch wenn ich weiß, dass du gleich die Tür öffnen wirst. Ich weiß noch, dass ich keine Zeit mehr zum Luftholen hatte. Du hast mein Kleid auf den Boden fallen lassen und da liegt es jetzt noch immer. Ich habe die Fenster geschlossen und dir Dinge gesagt, die nicht von mir kamen. Wir haben geraucht und getrunken und geraucht und wieder getrunken und die Nächte fanden kein Ende und wir haben geküsst und du hast mir dein Leben erzählt und wie sie dich als Jungen nannten und dass da eine Luka war. Ein Mädchen mit rotblonden Locken und wie sie dir ihre Brüste gezeigt hat, obwohl da noch keine waren. Dass du in sie verliebt warst. So wie in kein anderes Mädchen je zuvor und dass sie gegangen ist. Irgendwann als sie schon Brüste hatte. Nach einer Nacht voller Weinen und Wahrheiten. Eine Nacht, in der sie keine Lügen mehr fand und der Raum so voller Traurigkeiten war, dass er zu platzen drohte. Wenn du mich jetzt anfasst in dieser Art wie du es immer tust, wenn ich nackt neben dir liege und deine Hände um mich greifen, dann denke ich an Luka und wie sie dich gehen lassen konnte. Wie ich die Traurigkeit in diesem Raum zunichte gemacht und mein Kleid aufgehoben hätte. Ich wäre viel stärker als sie gewesen. Ja das wäre ich.
- #02 14.03.2007
- MIT DIR 01.04.2006
- Der Käse und ich 08.02.2006
- Gelernt 06.02.2006
- Die hiesige Zukunft 13.12.2005
immer und immer wieder *
so voller wiederekennung und wünsche
*
nur dafür.
Schön.
Mehr.
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05.09.2006 - 22:31 Uhr
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