Mitten in Deutschland
Und jetzt? Und jetzt? Und jetzt? Dieser kleine Hammer, der beständig von innen gegen meine Schläfe schlägt. Immer diese zwei Worte formend und dann das Fragezeichen, das eigentlich zu groß ist, um in meinen Kopf zu passen. Unter meinen Füßen Sandstrand, sogar kleine Muscheln. Hier mitten in Deutschland. Die Möwen baden auf den Wellen, kreischen, lachen. Sie stört es nicht, dass der Fluss nur ein Fluss ist und nicht das Meer. Vielleicht geht es ihnen aber auch wie mir, vielleicht stellen sie sich auch einfach vor, dies hier wäre das Meer. Denn wenn man die Augen zumacht und nur riecht und hört und schmeckt… Ist da nicht auch ein bisschen Salz in der Luft? Dieses Rauschen, ist das nicht der Atlantik? Die Muscheln unter meinen Füßen, kommen sie nicht aus den schwarzen Tiefen? Und das Brabbeln der Kinder da hinten, bauen sie nicht in Wirklichkeit eine Sandburg in Frankreich? Das Tuckern eines Schiffs wird lauter. Und bringt die Antwort mit: Nein. Nein, ich bin mitten in Deutschland. Und du, du bist irgendwo. Tausend Kilometer entfernt, vielleicht auch zweitausend, woher soll ich das wissen. Auf jeden Fall noch zehn Tage entfernt. Und die 160 Zeichen, die ich löschen möchte und nicht mehr kann, weil sie bereits ihren Platz in der Vergangenheit gefunden haben. Die trotzdem die Zukunft bestimmen, die Momente die kommen. Obwohl es nur ein kleiner Moment war in dem sie entstanden sind. Aus Wut und Hilflosigkeit und soviel Verliebtsein, das es nur noch weh getan hat. Zwei Gestalten die Straße hinunterlaufend, Hand in Hand. Und ich allein, an der Straßenecke. Zweihundert endlose Meter von meiner Haustür entfernt und mit Bildern im Kopf, die Übelkeit verursachen. Es ist vorbei! Es ist vorbei! Es ist vorbei! Der kleine Hammer ließ mich auch damals nicht in Ruhe und formte irgendwann böse Worte, die verletzen sollten. 160 Zeichen, die dich noch erreichen sollten, bevor du weg bist und mich vergisst. Die erreicht haben, verletzt wohl kaum, aber kaputt gemacht. Und dieser Fluss hier führt noch nicht einmal in deine Richtung. Und zwischen uns liegen sogar die Jahreszeiten. Denn bei dir am Meer ist Sommer und hier mitten in Deutschland ist schon lange Herbst. Zehn Tage… Ist dann Winter?- Und ich vergesse mich 06.04.2012
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auf jedenfall ein wunderbarer text...
ich hab gestern schon beschlossen mir die texte auszudrucken und abends in ruhe zu hause zu lesen, denn tagsüber hab ich immer so wenig zeit..
ja, das werde ich machen.








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01.09.2006 - 13:26 Uhr
kathrinaa