11.08.2006 - 19:00 Uhr

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Castro wird 80: "Revolutionäre gehen nie in Pension"

Text: hannes-kerber

Fidel Alejandro Castro Ruz wurde am 13. August 1926 in Birán geboren und wird somit an diesem Sonntag 80 Jahre alt. Doch wie es mit dem Heroen des Inselstaates weitergeht, ist unsicher.

Was sind das für Schuhe? Schwer zu sagen. Da man unter dem Stichwort „revolutionäre Sportschuhe“ bei Google keine Treffer landet und keiner der großen Hersteller eine Filiale in Kuba hat, kann man nur vermuten, von welcher Marke die Treter des máximo líder sind. Vom Namen her passend wäre das Schuhmodell "Revolution" von Nike. Wo kommen diese Schuhe her? Vielleicht stammen die Sneakers aus seiner Zeit als angehender Baseball-Profi? 1949 boten die "New York Giants" Castro 5000 Dollar, um ihn als Spieler zu gewinnen. Obwohl er als vielversprechendes Talent galt, lehnte er das Angebot damals ab. Nachdem der Sohn eines kubanischen Großgrundbesitzers und dessen Köchin erst gar keine Schuhe getragen hat (während er als 13-jähriger, barfüßiger Lausbub angeblich die Angestellten seines Vaters zum Streik aufgerufen hat), bevorzugte er danach, während der Eroberung Kubas und dem damit verbundenen Guerillakampf gegen die Batista-Armee von 1956 bis 1959, schwere Stahlkappenschuhe. Danach trug der kubanische Staatspräsident, Staatsratsvorsitzende, Ministerratsvorsitzende, Commandante en jefe der kubanischen Armee und erste Sekretär der Kommunistischen Partei Kubas zwar noch häufig die martialische, olivgrüne Uniform, aber bequemeres Schuhwerk. Wo gehen diese Schuhe hin? Vielleicht nicht mehr weit. Der am Sonntag 80-Jährige leidet momentan an Darmblutungen. Wegen dieser Erkrankung hat er vor anderthalb Wochen seinem 75-jährigen Bruder Raúl Castro die Amtsgeschäfte übertragen - verfassungsgemäß, aber nur vorübergehend, wie es heißt. Vielleicht aber gehen diese Schuhe auch noch eine Weile weiter. Der älteste Staatschef der Welt hat schon neun US-Präsidenten erlebt und mindestens acht Attentate, die Schweinebuchtinvasion 1961 und die Kubakrise 1962 überstanden. Sollte Fidel Castro auch jetzt wieder vollständig gesunden, wird el commandante, obwohl er das übliche Renteneintrittsalter längst überschritten hat, wieder zurück in die aktive Politik gehen: "Revolutionäre“, sagt er selbst gerne, „gehen nie in Pension". Foto: afp


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machtpolitik
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13.08.2006 - 12:04 Uhr
machtpolitik

ich glaube, ihr tollen demokraten habt keine ahnung von kuba. setzt euch erst mit dem thema auseinander, bevor ihr fidel "menschenverachtend" nennt. es ist ja nicht zu fassen, wie tief die antikommunistische ideologie immer noch in unserer gesellschaft verwurzelt ist. jedes recht, das oben genannt wurde (meinungsfreiheit, wahlen, eigentumsschutz, rechtsstaatlichkeit, gewerbefreiheit - reisefreiheit ist kein grundrecht) ist in Kuba weit gehend verwirklicht, aber eben nur in dem ausmaß, wie es eine regierung zulassen kann, die mit angst vor invasionen leben muss. auch die angst vor dem verlust der errungenschaften kubas, sozialer frieden (ja, die große mehrheit der kubaner ist mit dem system zufrieden), gesundheit (die durchschnittliche lebenserwartung liegt bei 78 jahren), bildung, mitbestimmung innerhalb des eigenen sozialen kreises.
lateinamerikanische kultur ist eben etwas anderes als europäische. wer das nicht akzeptieren kann, hats nicht kapiert. seht euch brasilien an, eine echte "westliche demokratie", und vergleicht, wie viel prozent der menschen dort IHR leben leben können.

Savoy
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13.08.2006 - 12:29 Uhr
Savoy

Reisefreiheit ist kein Grundrecht????
Papperlapapp, vgl. Art 12 II GG.

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13.08.2006 - 12:39 Uhr
Savoy

Tippfehler: Art 12 II des IPBürg ist gemeint, soviel zum Menschenrecht Reisefreiheit.
Grundrecht in Deutschland aus Art 11 iVm Art 2 II 2 GG.

ribon
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13.08.2006 - 13:21 Uhr
ribon

"...aber eben nur in dem ausmaß, wie es eine regierung zulassen kann, die mit angst vor invasionen leben muss..."

kann es sein, daß bei dir eine ganz andere ideologie recht fest verwurzelt ist ?

BarbarenDave
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14.08.2006 - 15:38 Uhr
BarbarenDave

Fidel Castro ist ein Revolutionär. Das ist keine Wertung sondern eine Feststellung- Revolutionäre sind Handelnde einer Revolution. Ob sie Schlächter sind hat damit nichts zu tun- vgl z.B. Robespierre

delaydackel
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15.08.2006 - 12:24 Uhr
delaydackel

Bei allem was man ihm vorwerfen kann und muss: Er ist ein großer Staatsmann, der einzige Intellektuelle in so einem hohen Amt. Und er hat trotz aller widrigen Umstände eine Menge rausgeholt für sein Volk. Ich denke er verdient Respekt. Herzlichen Glückwunsch Fidel! Bleib uns noch eine Weile erhalten!

der_onkel
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15.08.2006 - 12:38 Uhr
der_onkel

du musst ihn nicht mehr loben, hier bist du sicher vor ihm.

Savoy
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15.08.2006 - 12:41 Uhr
Savoy

Eine Menge rausgeholt für sein Volk?
Kuba hat zwar ein nettes Gesundheitssystem und Arbeit für alle natürlich, aber das hatte die DDR auch. Und genau wie dort, leben die Kubaner völlig von der Substanz. Das werden spätestens deren Kinder sehr teuer bezahlen müssen.
Castro gebührt kein Respekt, sondern ein Gerichtsverfahren in den Haag. Dass man politische Gegner inhaftieren und töten lässt (so jdf. die ZEIT online von gestern) macht wohl einen großen Staatsmann erst aus?

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hannes-kerber unbekannt

hannes-kerber

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.


wer a sagt, muß gar nichts.