12.03.2007 - 01:05 Uhr

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Hammerschrott

Text: Skaphod

Jetzt sitze ich also für zwei Nächte in Bayreuth fest. Eigentlich verlief die Tour gestern die ersten 70 km ganz normal - 24er Schnitt, schön hügelig, zweimal im Wald unterstellen wegen Platzregen, leichter bis böiger Gegenwind. Im Pegnitztal war es sogar richtig schön. Radweg, Landstrasse und Bahntrasse qutschen sich durch das felsige, enge Tal, es gibt viele alte Stahlbrücken zu bestaunen, und der Wind scheint sich nicht richtig in das Tal zu trauen. Ab Neuhaus änderte sich aber alles wieder. Ein echter Arschlochwind, dazu eine geschlossene das-sieht-sehr-nach-Dauerregen-aus- Wolkendecke. Kurz hinter dem Wegweiser nach "Hammerschrott" fängt es dann auch an. Und hört nicht mehr auf. Ich ertappe mich dabei, "tschakka" und "du schaffst das" in meinen Gedanken kreisen zu lassen.
In Gunzendorf, auf der Höhe von Pegnitz, ist es dann so weit. Peng! Wieder eine Speiche. Diesmal aber vorne. Den Wutanfall kann ich gerade noch unterdrücken, schliesslich wohnen hier 20 Menschen. Bayern. Christen. Kann es einen mieseren Ort, eine dümmere Zeit für einen Speichenbruch geben? Es ist Samstag abend, 19:40. Ein Fahrradladen in Pegnitz oder Auerbach, der bis 20 Uhr offen hat, noch dazu am Samstag? Ausgeschlossen. Höchstens in Bayreuth, und das liegt 32km vor mir. Nach Pegnitz rollen, und dort den Zug nehmen? Nein, ich nehme keinen Zug. Schon gar nicht in diese Richtung. Außerdem würde der es auch nicht bis acht schaffen. Ich frage mich im Dorf bis zu einem Rennradfahrer durch, der leider auch keine Ersatzspeiche hat. Dafür fährt er mit mir und dem Laufrad im Auto zurück nach Auerbach, wo er einen Radhändler kennt. "Bis zum 16.8. wegen Betriebsurlaub geschlossen". Steht nicht nur an der Ladentür, sondern auch an seiner Wohnungstür. Spitze. Weil es das Vorderrad ist, es erst in Bayreuth wieder eine Jugendherberge gibt, und es einfach keine Alternative gibt, entschliesse ich mich, den durch die fehlende Speiche entstandenen Achter auszuwuchten und doch noch nach Bayreuth weiterzufahren. Es ist 20:50. Die Rezeption hat bis 22:00 offen. Es giesst in Strömen. Das Licht ist wieder repariert, der Dynamo rutscht aber durch. B2, kein Licht, Brille nass, 38km/h. "Tschakka" und "du schaffst das" sind nicht mehr wegzudenken. 21:58 Uhr stehe ich an der Rezeption.


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4 Kommentare

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tomi
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Mag ich Mag ich nicht

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06.08.2006 - 15:36 Uhr
tomi

ey respekt des ganze entwickelt sich ja durchaus zu nem erzählenswerten abenteuer ;-)
weiter so und ned aufgeben zur not einfach n neues rad kaufen *g*

wattlatscher
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Mag ich Mag ich nicht

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06.08.2006 - 16:08 Uhr
wattlatscher

*in die hände klatsch* weiter, du geile sau!

patacreprix
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Mag ich Mag ich nicht

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07.08.2006 - 13:49 Uhr
patacreprix

boah... da fällt einem ja echt nichts mehr ein.
tschakka ist ein echt gutes stichwort...

BellaConny
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Mag ich Mag ich nicht

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08.08.2006 - 13:07 Uhr
BellaConny

mann mann da machst du was durch!!!!


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Skaphod unbekannt

Skaphod

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